Cornelsen Verlag: Lasst den Klassikern ihre Krassheit

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Selbst Gymnasiasten sollen jetzt Goethe und Schiller nur noch in einfacher Sprache lesen. Das verkennt das Wesen von Literatur – passt aber bestens in die Gegenwart.

17. Januar 2026, 16:50 Uhr

 Schon seit Längerem geht es in unserer Gesellschaft allem angeblich Bildungsbürgerlichen an den Kragen
Schon seit Längerem geht es in unserer Gesellschaft allem angeblich Bildungsbürgerlichen an den Kragen © Reilika Landen/​plainpicture

Warum die Aufregung jetzt? Seit über zwanzig Jahren bietet der Schulbuchverlag Cornelsen stark vereinfachte und gekürzte Ausgaben von Klassikern für den Deutschunterricht an. Die Reihe mit dem aufmunternden Titel einfach klassisch wurde schon kurz nach Erscheinen von Medien und Verbänden für ihre nicht gerade subtilen Bearbeitungen gerügt. Sogleich wurde auch die Frage nach dem Nutzen einer Lektüre aufgeworfen, die den Schülern den wahren Wortlaut einer Dichtung vorenthält. Die Antwort liegt freilich auf der Hand: Den Nutzen haben die Lehrer, die sich das mühselige Heranführen an ältere Ausdrucksweisen und Stilmittel der deutschen Sprache ersparen.

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