Für Kunsthalle gesichert :
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Camille Pissarros „Im Gras liegendes Mädchen“ bleibt in Bremen
03.04.2025, 16:09Lesezeit: 1 Min.

Auch so kann Restitution aussehen: Im Fall eines verfolgungsbedingt verkauften Gemäldes des Impressionisten Camille Pissarro einigen sich die Erbin des früheren Eigentümers und die Kunsthalle Bremen auf den Verbleib im Museum.
Das 1882 gemalte Bild „Im Gras liegendes Mädchen“ des französischen Impressionisten Camille Pissarro (1830 bis 1903), das sich seit 1967 in der Kunsthalle Bremen befindet, bleibt Teil der Sammlung des Museums. Provenienzrecherchen hatten ergeben, dass der einstige Eigentümer Jaap van den Bergh (1908 bis 1958), ein Niederländer jüdischer Abstammung, das Gemälde im Jahr 1942 veräußern musste, um sein Leben im Untergrund zu finanzieren.
Van den Bergh lebte mit seiner Frau in einem Versteck in der Kleinstadt Heemstede, um der nationalsozialistischen Verfolgung in seinem damals von der deutschen Wehrmacht besetzten Heimatland zu entgehen. Beide überlebten die Besatzungszeit, während ihre Töchter, die in einem Kinderheim untergebracht waren, verraten und nach ihrer Deportation in Auschwitz ermorden wurden.
„Ein Dokument der Erinnerungskultur“
Im Zweiten Weltkrieg erwarb der in Amsterdam lebende Bremer Kaufmann Hugo Oelze das Gemälde und vermachte es später dem Kunstmuseum in seiner Heimatstadt. „Im Gras liegendes Mädchen“ gehört zu den bedeutendsten Werken in der Bremer Pissarro-Sammlung, die eine Zeichnung, 31 Druckgrafiken und drei Gemälde umfasst. Es wurde bereits weltweit in zahlreichen Ausstellungen gezeigt.
Der Kunstverein in Bremen als Träger der Kunsthalle Bremen einigte sich mit der Erbin des Vorbesitzers auf eine gerechte und faire Lösung im Sinne der Washingtoner Prinzipien. Die Kulturstiftung der Länder hat einen Teil der dabei festgelegten Ausgleichszahlung übernommen. Deren kommissarischer Generalsekretär Frank Druffner nennt das Bild „als Zeugnis der Verfolgung der europäischen Juden und des NS-Kunstraubs ein wichtiges Dokument der Erinnerungskultur im Bestand des Museums“.