Sie soll bei der Vergabe von Fördergeldern der Kulturverwaltung gegen Gesetze verstoßen haben, zuletzt wurde der Druck in Berlin auf Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson immer größer. Nun zieht die parteilose Politikerin Konsequenzen. Am Freitag hat Wedl-Wilson in Berlin ihren Rücktritt als Kultursenatorin verkündet. Sie habe Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner um ihre Entlassung gebeten, teilte die parteilose Politikerin mit.
Die Senatsverwaltung habe außerdem kein geeignetes Verfahren zur Prüfung von Förderanträgen verbindlich festgelegt. Auch eine nachvollziehbare und belastbare fachlich-inhaltliche Prüfung der Förderanträge habe es nicht gegeben. Dabei ging es um 13 Projekte für 2025 in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro aus einem Etat der Kulturverwaltung für »Projekte von besonderer politischer Bedeutung«.
Sie standen auf einer Liste mit insgesamt 18 Projekten, für die sich vor allem die Berliner CDU-Fraktion bei der Kulturverwaltung starkgemacht hatte. Linke und Grüne hatten Wedl-Wilson und ihrem im Mai 2025 seinerseits zurückgetretenen Vorgänger Joe Chialo (CDU) vorgeworfen, dem unzulässigen Druck von CDU-Abgeordneten nachgegeben zu haben. Ein Untersuchungsausschuss beschäftigt sich seit Dezember mit den Vorwürfen.
Der Berliner SPD-Fraktionschef, Raed Saleh, sagte dem SPIEGEL, er nehme Wedl-Wilsons Entscheidung mit Respekt zur Kenntnis. »Wir sind uns sicher, dass auch die Nachfolgerin oder der Nachfolger von Frau Wedl-Wilson sich dafür einsetzt, der Kultur und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt den gebührenden wichtigen Platz in Berlin einzuräumen«, so Saleh. Zugleich sehe man der weiteren Arbeit des tagenden Untersuchungsausschusses entgegen.

vor 2 Stunden
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