Bella-Kotchap: "Der englische Fußball hat mir sehr geholfen"

vor 1 Tag 1

Monatelang hat Armel Bella-Kotchap in der Premier League nur von der Tribüne aus zuschauen müssen. Doch der frühere Bochumer hat sich zurückgekämpft und zählt wieder zu den Startelf-Kandidaten beim abstiegsbedrohten FC Southampton. Was er sich für die Zukunft vorgenommen hat, verrät er im Podcast kicker meets DAZN.

 Armel Bella-Kotchap.

Zu Gast bei kicker meets DAZN: Armel Bella-Kotchap. Southampton FC via Getty Images

Das 1:1 gegen Crystal Palace am Mittwochabend hat zwar für den zehnten Punkt der Saison gesorgt, die Situation des akut abstiegsgefährdeten Premier-League-Klubs FC Southampton allerdings nicht wirklich verbessert. Der Abstand aufs rettende Ufer beträgt acht Spieltage vor Saisonschluss bereits 19 Punkte, der direkte Wiederabstieg des Aufsteigers ist nur noch eine Frage der Zeit.

Podcast

Was lernt man aus schwierigen Zeiten, Armel Bella-Kotchap?

Armel Bella-Kotchap galt nach seinem Durchbruch in Bochum als kommender deutscher Nationalverteidiger - dann folgte der Knick. Doch der 23-Jährige hat sich erfolgreich zurückgekämpft und dabei eine Menge gelernt, wie er unserem Host Matthias im Gespräch verrät.

vor 6 Stunden 53:06 Minuten

Ob der erneute Gang in die Championship auch das Ende der Zeit des deutschen Innenverteidigers Armel Bella-Kotchap in Southampton bedeuten würde, ist offen. Vieles aber spricht dafür, dass der 23-Jährige, der beim VfL Bochum zum Bundesliga-Spieler reifte, im Sommer eine erneute Veränderung suchen könnte.

Wie geht es weiter? "Ich bin offen"

"Ich glaube, dass ich mit meiner Entwicklung noch nicht fertig bin. Ich habe noch weitere Ziele, die ich anstrebe", sagt Bella-Kotchap, der im Sommer 2022 von Bochum nach Southampton gewechselt ist, im Podcast kicker meets DAZN. "Der englische Fußball hat mir bei meiner Entwicklung sehr geholfen und ich möchte in den nächsten Jahren weitere Schritte gehen. Ob das dann in England sein wird, weiß ich nicht. Ich bin offen."

Zunächst einmal möchte der Innenverteidiger die aktuelle Saison mit seinem Klub sauber zu Ende spielen. Seit Ivan Juric das Traineramt bei den Saints übernommen hat, läuft es zumindest etwas besser. Für die Mannschaft insgesamt, aber auch für Bella-Kotchap, der im Sommer kurz vor einem Wechsel nach Hoffenheim stand, dann aber doch in Southampton bleiben musste. Monatelang stand er zunächst nicht einmal im Kader, weil die sportliche Leitung ohne ihn geplant hatte. Mühsam kämpfte er sich zurück. Mit Erfolg. In vier der jüngsten fünf Premier-League-Partien stand er in der Startelf.

Der Vater als Vorbild - auch wenn er andere Pläne hatte

"Diese Saison war sehr turbulent und hart für uns Spieler, auch mental", sagt er. "Sobald mal mehrere Spiele in Serie verliert, kann man nicht mehr mit dem größten Selbstvertrauen an die Sache herangehen. Das muss man sich durch kleine Situation erst wieder erarbeiten." Im täglichen Training, aber auch daheim, etwa in dem man sich gesund ernähre und auf seinen Schlaf achte, sagt Bella-Kotchap. Geholfen hat ihm in dieser schweren Phase die enge Bindung zu seinen Eltern. Sein Vater Cyrille war ebenfalls Profi - und hatte für seinen Sohn eigentlich andere Pläne.

"Mein Vater wollte gar nicht, dass ich Fußball spiele, sondern eher den schulischen Weg einschlage", sagt der gebürtige Pariser, der in Neuss aufwuchs und in der Jugend für Ahlen, Grimlinghausen, Möchnengladbach und Duisburg kickte, eher er in die Jugend des VfL Bochum wechselte. "Ich habe meinem Vater aber immer gezeigt, dass ich einen ähnlichen Weg einschlage möchte wie er. Da gab es auch Konkurrenzsituationen im Haus. Aber er hat mir auch gesagt, dass er sehr stolz auf mich ist. Er ist ein sehr großes Vorbild für mich."

"Ich habe ein Helfersyndrom"

Motivation schöpft Bella-Kotchap auch aus seinem Glauben, wie er bei kicker meets DAZN verrät. Und beim Blick auf andere Menschen, denen es weniger gut geht als ihm selbst. "Viele Menschen haben mit Problemen zu kämpfen. Wir als Fußballer dagegen sind sehr privilegierte Menschen", sagt er. "Etwas zurückzugeben, erfüllt. Ich habe ein Helfersyndrom und möchte Menschen stolz machen." In Deutschland, wo er aufwuchs, aber auch in Kamerun, der Heimat seiner Eltern.

Was Bella-Kotchap über seine bisherigen Trainer Ralph Hasenhüttl und Thomas Reis denkt, welche Einlaufhymne er bevorzugt, welche sportlichen Ziele er noch erreichen möchte und was ihn an Antonio Rüdiger beeindruckt - das und mehr verrät er in der aktuellen Folge des Podcasts kicker meets DAZN.

Matthias Dersch

Gesamten Artikel lesen