Eigentlich war es ein guter Tag, zumindest für einen im Krieg. Der 25. Juni 1995 fiel auf einen Sonntag, und in Sarajevo schien die Sonne. Damir Šahat spielte mit seinen Freunden und seiner Schwester Danijela auf der Straße. Am Abend sollte es Zeljanica geben, Blätterteig in Schneckenform, gefüllt mit Spinat. Das hatte Damir sich von seiner Mutter gewünscht, obwohl Lebensmittel knapp waren.
Damir war 16 Jahre alt und träumte von einer Karriere als Profifußballer in Frankreich, so erzählt es seine Schwester heute. Die französischen Blauhelmsoldaten, die den Kindern manchmal Süßigkeiten schenkten, hatten sein Talent gelobt. Oft, wenn Damir das Haus verließ, warnten die Eltern: Bleib in der Nähe, die Scharfschützen schießen wieder. Auch am 25. Juni 1995. Dennoch stieg Damir auf das blaue BMX-Rad, das der Nachbarschaft als Transportmittel diente. Er wollte einen Freund besuchen.

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