ÖVP-Klubobmann August Wöginger steht in der Postenschacher-Affäre schon wieder vor Gericht. Unter reichlich ungewöhnlichen Umständen.
Aktualisiert am 11. Februar 2026, 16:41 Uhr
Artikelzusammenfassung
Kameras und Mikrofone umringten ÖVP-Klubobmann August Wöginger vor dem Linzer Landesgericht, wo er sich erneut wegen Amtsmissbrauchs verantworten musste. Trotz einer Diversion im Oktober endete der Prozess mit einer Strafe, die später vom Oberlandesgericht aufgehoben wurde. Die Causa zieht weite Kreise, belastet die Koalition und könnte auch Auswirkungen auf Sebastian Kurz haben. Die Anklage wirft Wöginger und seinen Mitangeklagten Freunderlwirtschaft vor, während die Verteidigung von einem "Bauernopfer" spricht. Der Prozess wirft nicht nur juristische Fragen auf, sondern auch gesellschaftliche: Wie weit reicht die Vetternwirtschaft in Österreich und welche Rolle spielen persönliche Beziehungen in der Politik?
Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.
Ein Pulk aus Kameras und Mikrofonen wartete am Linzer Landesgericht auf August Wöginger an diesem Mittwochmorgen. Es war nicht der erste Auftritt des ÖVP-Klubobmanns in diesem altehrwürdigen Gebäude im Stadtzentrum. Am 7. Oktober 2025 war er schon einmal hier, musste sich erst den Journalisten und dann der Richterin stellen. Auch deshalb fasste er sich diesmal kurz. Er sage, was er schon damals gesagt habe, sagte Wöginger mit versteinerter Miene: Er vertraue auf die Unabhängigkeit der Justiz und rechne mit einem Freispruch. "Ich habe nichts Unrechtes getan." Dann zog er ab in Richtung Saal 61, wo um 9.30 Uhr die Richterin die Verhandlung eröffnete, dieselbe Richterin wie schon im vergangenen Herbst. Dass sie sich wiedersehen, war nicht geplant, alles schien schon erledigt.