Atommüll: Castor-Zug erreicht Bayern

vor 1 Tag 1

Hoch radioaktive Atomabfälle sind 17 Stunden lang durch Deutschland gefahren worden. Am Nachmittag erreichte der Zug mit sieben Castor-Behältern den Bahnhof in Wörth an der Isar, gut drei Kilometer vom Zwischenlager in Niederaichbach entfernt. Dorthin sollte der Atommüll am Abend gebracht werden. Der Transport sei störungsfrei verlaufen, teilten Sprecher der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) und der Polizei mit.

Gestartet war der Zug am späten Mittwochabend im Hafen von Nordenham in Niedersachsen. Dorthin hatte ein Schiff die Castor-Behälter aus Großbritannien gebracht.

Entlang der Strecke veranstalteten Atomkraft-Gegner Kundgebungen und Mahnwachen. Die Landtags-Grünen, der Bund Naturschutz, Greenpeace und der Verein Ausgestrahlt kritisierten insbesondere die Unterbringung der Behälter in Zwischenlagern. Diese seien nicht mehr sicher genug, zumal die Laufzeiten länger dauern als ursprünglich geplant - ein Standort für ein Endlager ist noch nicht gefunden.

Zur Rücknahme des Atommülls verpflichtet

Bei dem Atommüll handelt es sich um Überreste von Brennelementen aus deutschen Kernkraftwerken, die in England aufgearbeitet wurden. Die Bundesrepublik Deutschland hat sich zur Rücknahme der Atomabfälle völkerrechtlich verpflichtet. Aus der Aufarbeitungsanlage Sellafield müssen noch sieben weitere Castor-Behälter zurückgenommen werden, die in Brokdorf (Schleswig-Holstein) zwischengelagert werden.

© dpa-infocom, dpa:250403-930-422189/2

Das ist eine Nachricht direkt aus dem dpa-Newskanal.

Gesamten Artikel lesen