Apple hat offenbar mindestens zwei Unternehmen gefunden, die Teile der Aufgaben für die Apple Card übernehmen wollen: Sowohl American Express (Amex) als auch Visa streiten sich laut einem Bericht des Wall Street Journal darum, die Kreditkarte des iPhone-Konzerns in ihr Netzwerk aufzunehmen. Apples aktueller Partner, das Bankhaus Goldman Sachs (GS), will seit mehreren Jahren aufgrund eines Minusgeschäfts aus dem langfristig angelegten Vertrag kommen, doch dazu müsste zunächst ein neuer Partner her. GS verwendet derzeit MasterCard als Bezahlnetzwerk für die Apple Card, die nach wie vor nur in den USA verfügbar ist.
Erst Bezahlnetzwerk, dann Bank?
Laut Wall Street Journal soll Visa bereit sein, an Apple 100 Millionen US-Dollar zu zahlen, um zum Bezahlnetzwerk für die Kreditkarte, die direkt auf dem iPhone, der Apple Watch und dem Mac verfügbar ist, zu werden. Auch Amex versuche, MasterCard zu ersetzen, hieß es. Es gebe einen "harten Kampf" zwischen den Netzwerken. Das heißt aber noch nicht, dass Apple damit einen direkten Ersatz für Goldman Sachs gefunden hätte. Einen neuen Bankpartner benötigt Apple nämlich auch – oder der Konzern wird selbst zur Bank, wobei unklar ist, ob er das vor hat, da dann ein Lizenzprozess zu durchlaufen wäre und zudem das Internationalisierungsproblem nicht gelöst ist.
Apple will, heißt es in dem Bericht weiter, vor dem neuen Bankpartner zunächst das Netzwerk auswählen – wobei Amex auch angeboten haben soll, die Karte direkt herauszugeben. Im Gegensatz zu Visa (und MasterCard) kann das Unternehmen dies, weil es auch als sogenannter "Issuer" samt der notwendigen Bankinfrastruktur agiert und seine Karten oft auch direkt vermarktet. GS soll selbst erste Verhandlungen mit Amex aufgenommen haben – allerdings bereits im Jahr 2023. Eine direkte Übernahme ergab sich daraus nicht.
Internationalisierung steht weiter aus
Die Kreditkartennetzwerke sind stark an der Apple Card interessiert, da sie vergleichsweise hohe Umsätze verspricht. Apple hatte mit seiner Kreditkarte ein recht kundenfreundliches Programm gestartet, so fehlt es der Karte an den zahlreichen Gebühren anderer Angebote – die Zinsen sind dennoch typisch hoch. Es ist unklar, ob die Tarifierung mit einem neuen Bankpartner erhalten bliebe. Für Kunden hätte das Visa-Netzwerk bei der Apple Card wohl den bestmöglichen Ausgangspunkt – es ist am stärksten weltweit verbreitet, hinter oder gleich auf mit MasterCard. Amex wird hingegen deutlich seltener akzeptiert, auch wenn der Kreditkartenausgeber mit Werbeprogrammen versucht, auch kleinere Händler von sich zu überzeugen.
Mögliche Banken, die GS bei der Apple Card ersetzen könnten, sind JPMorgan Chase und Synchrony Financial, auch der große Kreditkartenausgeber Captal One soll sich interessiert gezeigt haben. Goldman Sachs hatte Apple eine schnelle Internationalisierung versprochen, diese aber nicht umgesetzt. Stattdessen kam es zu Milliardenverlusten.
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(bsc)