Andrew Lloyd Webber spricht über seine Alkoholsucht

vor 2 Tage 1

Seine Liebe zu Wein war groß. Zu groß.

Andrew Lloyd Webber, 78 und britischer Komponist von Musicals wie Cats und Evita, ist süchtig. »Ich bin ein trockener Alkoholiker«, sagte er nun in einem ausführlichen Interview mit der »Sunday Times« . Darin gibt er zu, sich und die Öffentlichkeit getäuscht zu haben. Es ist ein Gespräch über die Abgründe des Alkoholismus und Lloyd Webbers Versuch, ihm zu entkommen.

2016 hatte er in einem Interview mit der Zeitung »London Evening Standard«  schon einmal seine Probleme angedeutet. Er habe täglich getrunken, sagte er damals. »Ich liebte meinen Wein. Liebte ihn wirklich.« Aber eines Tages habe er einfach aufgehört. »Mein Wille ist stark.« Lloyd Webber: »Ich habe den Wein aufgegeben. Ganz und gar.« Zwei Jahre lang habe er keinen Tropfen mehr angerührt. Seine Sammlung habe er verkauft.

Heute sagt er, das sei »Prahlerei« gewesen. Zeitweise habe er zwar tatsächlich keinen Alkohol getrunken. Dann aber hätten ihn Ängste geplagt, nicht mehr kreativ zu sein. »Und ich dachte: ›Aber ich habe allen gesagt, dass ich nicht trinke.‹ Also fing ich an, heimlich zu trinken.«

Lange sei es nur darum gegangen, wie er es bis zum Mittag und seinem ersten Getränk schaffe. »Es war absurd – die lächerlichen Dinge, zu denen man greift, das Verstecken und Vortäuschen.« Er habe angefangen, heimlich Wodka zu trinken, um seine Sucht zu verbergen. »Das war schockierend für mich.« Als Weintrinker habe er sich noch einreden können, kein Alkoholiker zu sein. Das war offenbar vorbei, als er selbst zu Hochprozentigem griff.

Eine Abwärtsspirale habe begonnen. Vor etwa 18 Monaten sei die Lage für die Familie »verzweifelt« gewesen. »Meine Frau hatte das Gefühl, nicht mehr weitermachen zu können.« Er sei schließlich in eine Klinik gegangen. Geholfen hätten aber vor allem Treffen der Anonymen Alkoholiker. Dieses Mal soll seine Genesung echt sein: Entzug, Sponsoren, das volle Programm.

Seine Sammlung will er wieder versteigern, sie wird laut »Sunday Times« auf rund 300.000 Pfund geschätzt, gut 344.000 Euro. Das Geld soll in Sozialprojekte fließen.

Vor einigen Monaten habe ihn seine jüngste Tochter in seiner New Yorker Wohnung mit Luftballons überrascht, auf denen eine 1 stand. Für ein Jahr Nüchternheit.

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