Agility Robotics erhöht Sicherheit seines humanoiden Roboters Digit

vor 2 Tage 1

Die Sicherheit von humanoiden Robotern, die zusammen mit Menschen in Fabriken arbeiten sollen, ist wichtig, um keine menschlichen Arbeiter zu gefährden. Agility Robotics greift dieses Thema nun auf und will seinen humanoiden Roboter Digit sicherer im Umgang mit Menschen gemacht haben, um mit ihnen kollaborativ arbeiten zu können.

Für stationäre Roboter und Maschinen gibt es bereits definierte Sicherheitsnormen, die erfüllt werden müssen, um im industriellen Umfeld keine Menschen zu verletzen. Für dynamisch stabile mobile Industrieroboter, wie etwa Humanoide, gibt es solche Sicherheitsstandards noch nicht. Sie sollen dann mindestens die Standards für stationäre und einfach mobile Roboter erfüllen. Agility Robotics arbeitet, ähnlich wie das US-Robotikunternehmen Figure AI, jetzt an eigenen Standards, die humanoide, kollaborative Roboter einhalten sollen.

In der aktuellen Version des humanoiden Digit-Roboters hat Agility Robotics bereits einige Sicherheitsaspekte umgesetzt. So besitzt Digit inzwischen einen Not-Aus-Schalter, der im Notfall alle Roboterbewegungen sofort stoppt. Unfälle bei etwaigen Fehlfunktionen sollen damit vermieden und die Sicherheit von Menschen und anderen Maschinen erhöht werden. Teil dieses Sicherheitsfeatures ist ein Stopp der Kategorie 1. Die Stromzufuhr zu den Aktuatoren des Roboters wird bei Betätigung des Not-Aus-Schalters so lange aufrechterhalten, bis der Roboter sanft und sicher anhalten kann, ohne dabei umzufallen.

FailSave over EtherCAT (FSoE) ist ein Sicherheitsprotokoll, das eine sichere Kommunikation über ein EtherCAT-Netzwerk mit einem Roboter in der Industrieautomation garantieren soll. Es erlaubt die Übertragung von sicherheitsrelevanten Informationen, wie etwa Not-Aus-Signale und Sensor-Feedbacks, während die Echtzeitleistung aufrechterhalten wird. Das Protokoll ist nun in Digit integriert.

Auch die Robotersteuerung hat ein Upgrade erhalten. Eine speicherprogrammierbare Sicherheitssteuerung (SPS) umfasst Sicherheitsfunktionen, die dem Performance Level d (PLd) entsprechen. Der Performance Level ist ein Wert, der die Fähigkeit sicherheitsbezogener Teile einer Steuerung beschreibt, wie diese unter vorhersehbaren Bedingungen eine Sicherheitsfunktion ausführt. PLd definiert die Wahrscheinlichkeit eines Gefahr bringenden Ausfalls pro Stunde zwischen 0,00001 und 0,0001 Prozent. Insgesamt gibt es fünf Performance Level von a bis e. E ist dabei der beste Level mit der niedrigsten Ausfallwahrscheinlichkeit.

Agility Robotics beabsichtigt, die Sicherheit seiner Digit-Roboter weiter zu erhöhen. Dabei sollen künftig bereits bestehende und selbst definierte Sicherheitsnormen erfüllt werden.

(olb)

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