50 Jahre Marslandung: Viking 1 verfehlte den 200. Unabhängigkeitstag

vor 13 Stunden 1

Manche träumen schon von bemannten Missionen zum Mars oder gar von seiner Besiedelung. Vor 50 Jahren, am 20. Juli 1976, gelang die erste Landung eines Raumfahrzeugs auf dem Nachbarplaneten.

Um 13:53 mitteleuropäischer Zeit setzt das Landefahrzeug Viking 1 in der Chryse Planitia auf, einer Tiefebene auf der Nordhalbkugel des Planeten. Sechs Wochen später wiederholte die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (NASA) das Manöver: Am 3. September setzte Viking 2 in der Ebene Utopia Planitia auf. Beide Raumfahrzeuge benötigten etwa ein Jahr für die Reise.

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Viking 1 war das erste irdische Raumfahrzeug, das erfolgreich auf dem Mars landete. Allerdings zu spät: Geplant war, Viking 1 zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA am 4. Juli aufsetzen zu lassen. Aus der Umlaufbahn – Viking bestand neben dem Lander noch aus einem Orbiter – zeigt sich jedoch, dass die designierte Landezone nicht geeignet war. Bevor der Lander den Abstieg zur Marsoberfläche beginnen konnte, musste zuerst ein sicherer Platz zum Aufsetzen gefunden werden. Ein Jubiläum war der Termin dann doch noch: Es war der elfte Jahrestag der ersten Mondlandung.

Die beiden Lander waren mit einer Reihe von Instrumenten ausgestattet, mit denen sie ihr primäres Missionsziel erfüllen sollten: die Suche nach Leben auf dem Mars. Dazu gehörten ein Massenspektrometer sowie drei biologische Experimente. Diese sollten nach Spuren von Leben suchen, etwa nach Hinweisen auf Photosynthese oder nach Mikroben im Boden. Dazu hatte der Lander das radioaktive Kohlenstoffisotop C14 an Bord.

50 Jahre Marslandung von Viking 1 (4 Bilder)

Das erste Bild von der Marsoberfläche (Bild:

NASA/JPL

)

Viking 1 und 2 nahmen und analysierten Bodenproben, sie lieferten mehr als 4500 Bilder von der Marsoberfläche, die Orbiter noch einmal mehr als 52.000 aus der Umlaufbahn. Die Viking-Missionen zeigten zwar einen kalten, leblosen Planeten. Aber sie lieferten auch erste Hinweise auf Wasser in der Frühzeit des Planeten.

Die Viking-Missionen erwiesen sich als überaus robust: Beide waren auf jeweils 90 Tage ausgelegt, waren jedoch deutlich länger aktiv: Der Viking-2-Orbiter verstummte am 25. Juli 1978, Viking Lander 2 am 11. April 1980. Viking 1 hielt noch länger durch: Der Orbiter war bis zum 7. August 1980 aktiv – bis dahin absolvierte er 1488 Marsumrundungen. Der dazugehörige Lander sendete am 11. November 1982 zum letzten Mal.

Auch wenn es die erste erfolgreiche Marslandung war: Die erste Landung auf einem fremden Planeten gelang der Sowjetunion: 1975 setzten die Sonden Venera 9 und Venera 10 sicher auf der Venus auf.

Auch zum Mars hatten die Sowjets zuvor schon Mission gestartet – allerdings ohne Erfolg: Mars 2 und 3, beide 1971 gestartet, bestanden wie die Viking-Sonden jeweils aus einem Orbiter und einem Lander. Die Orbiter schwenkten jeweils in einen unplanmäßigen Orbit, die Lander wurden beim Aufsetzen auf den Mars zerstört. Mars 3 konnte noch einige Daten übertragen, bevor er verstummte. Erst der Rover Curiosity erreichte 2010 wieder diese Missionsdauer.

1973 folgten Mars 4 bis 7, wobei Mars 6 und 7 auch jeweils einen Lander beinhalteten. Alle vier Missionen waren Fehlschläge: Mars 4 versagte, bevor er in den Orbit einschwenkte und konnte nur wenige Daten beim Vorbeiflug am Mars übertragen. Mars 5 erreichte zwar seinen Orbit, fiel aber nach wenigen Tagen aus. Der Lander von Mars 6 schaffte es zwar bis auf den Mars. Die letzten Daten kamen aber kurz vor dem Aufsetzen. Möglicherweise wurde er beim Aufsetzen zerstört. Der Mars-7-Lander schließlich verfehlte den Mars.

So blieb der NASA die erste erfolgreiche Marslandung vorbehalten. Die nächste erfolgte fast zwei Jahrzehnte später: Am 4. Dezember 1996 setzte der Lander Pathfinder mit dem Rover Sojourner auf dem Mars auf. Es folgten nach der Jahrtausendwende weitere Rover: Spirit und Opportunity kamen 2003 auf dem Mars an, Curiosity und Perseverance 2011 und 2020, dazu der stationäre Lander Phoenix 2007.

Lange blieb die NASA allein auf dem Mars. Andere Landeversuche wie etwa der britische Beagle 2003 und der europäische Schiaparelli 2016 schlugen fehlen. Auch die NASA verlor Landefahrzeuge.

Erst 2020 bekam die US-Raumfahrtbehörde Konkurrenz, als der chinesische Lander Zhurong mit einem Rover den Mars erreichte. Weitere Lander sind in Vorbereitung, ein europäischer und ein indischer.

Irgendwann in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts sollen dann erstmals Menschen den Nachbarplaneten betreten.

(wpl)

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