Eines vornweg: Um die Zukunftsfähigkeit der Oper als Kunstform ist mir nicht bange – die condition humaine wird mit gesungenen Geschichten erträglicher. Aber um einen gelungenen Opernabend zu realisieren, benötigt es die harmonische Balance von dreierlei: von der Oper als Kunstform, den dahinterstehenden Beteiligten und schließlich den Räumen, in denen Opern stattfinden. Um die fragile Konstellation dieser drei Aspekte mache ich mir durchaus ernste Sorgen. Der Zustand der Gebäude „brennt“ fast überall: Im Festspielbezirk in Salzburg, im Nationaltheater München, in Frankfurt, in Stuttgart. Die Unterstützung der Institutionen in den öffentlichen Haushalten sinkt, und diejenigen Häuser, die die Attraktivität der Kunstform mit traditionellen Mitteln wie den immer gleichen Werken des Standardrepertoires oder sogenannten Stars erhalten wollen, leiden unter Auslastungsschwund. Welche kulturpolitischen Entscheidungen bauen auf welche Erkenntnisse und agieren mit welchen Strategien?

vor 2 Stunden
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