Zollabkommen mit den USA: EU setzt Zollversprechen an Donald Trump um

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Ab sofort gelten für US-Industriegüter in der EU Zollbefreiungen. Damit erfüllt die EU Zusagen an den US-Präsidenten. Zeitgleich enden Zollbefreiungen für Billigimporte.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, 1. Juli 2026, 2:11 Uhr

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Container im Hamburger Hafen: Die EU macht der US-Regierung im Handelsstreit Zugeständnisse. © Georg Wendt/​dpa

Industriegüter und Hummer aus den USA dürfen vom heutigen Mittwoch, 1. Juli, an zollfrei in die EU eingeführt werden. Für bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse und Meeresprodukte aus den Vereinigten Staaten gelten zudem ermäßigte Zölle oder Zollkontingentregeln für einen besseren Marktzugang.

Mit den Neuregelungen erfüllt die EU die Vereinbarungen aus dem im vergangenen Jahr geschlossenen Zolldeal mit US-Präsident Donald Trump. Europäische Konsumenten werden nach Angaben der EU-Kommission von einem besseren Zugang zu Importen aus den USA profitieren und auch Preisvorteile haben.

Mit dem Zolldeal war es der EU gelungen, einen drohenden Handelskrieg mit den USA abzuwenden. Gleichzeitig musste die Staatengemeinschaft aber US-Zölle in Höhe von bis zu 15 Prozent auf die meisten Warenexporte in die Vereinigten Staaten akzeptieren und weitere Zugeständnisse wie die Abschaffung von EU-Zöllen auf US-Industriegüter machen.

Sicherheitsnetz soll USA zu Einhaltung des Deals bewegen

Für den Fall, dass die USA ihre Zusagen nicht vollständig umsetzen, wurden die Regeln für die Handelserleichterungen für die USA an ein Sicherheitsnetz geknüpft. Es sieht vor, dass die EU-Zollzugeständnisse bei Verstößen der USA gegen Absprachen wieder ausgesetzt werden können.

Darüber hinaus ist unter anderem der 31. Dezember 2029 als festes Ablaufdatum vorgesehen. Bis zum 30. Juni 2029 muss die EU-Kommission umfassend bewerten, welche Folgen die Änderungen hatten. Sie kann dann auch vorschlagen, die Zollzugeständnisse zu verlängern.

Trump hatte zuletzt den US-Nationalfeiertag am 4. Juli als Frist für die Umsetzung der Handelsvereinbarung genannt. Sollte die EU nicht bis dahin ihren Teil des Abkommens erfüllen, würden die Zölle »leider sofort auf ein viel höheres Niveau steigen«, drohte er.

Verzögerungen bei der Umsetzung der EU-Zusagen waren von der EU zuvor mit von Trump provozierten Streitigkeiten und Konflikten erklärt worden. So wurden die Arbeiten in Brüssel zwischenzeitlich wochenlang pausiert, weil Trump im Grönland-Konflikt neue Zölle gegen EU-Staaten angekündigt hatte.

Zoll jetzt auch auf Billigbestellungen

Änderungen der EU-Zollpolitik gibt es auch mit Blick auf günstige Warensendungen aus dem Ausland. Bislang waren Lieferungen mit einem Wert von unter 150 Euro von Zöllen ausgenommen. Diese Regelung endet nun. Verbraucher müssen sich auf höhere Kosten einstellen.

Pro Warengruppe in der Sendung werden pauschal drei Euro berechnet. Das heißt, für drei in einem Paket versendete T-Shirts im Wert von 30 Euro werden insgesamt drei Euro Zoll fällig. Kommt zum Beispiel ein günstiges Kinderspielzeug dazu, werden drei weitere Euro Zollgebühr fällig, also insgesamt sechs Euro.

Kunden in Europa bestellen massenweise günstige Produkte im Ausland. Im vergangenen Jahr kamen nach Zahlen der EU-Kommission 5,9 Milliarden Sendungen im Wert von je unter 150 Euro an. Das sind 16 Millionen Pakete pro Tag. Auf sie wurde kein Zoll erhoben. Mehr als 90 Prozent dieser Sendungen kamen nach Angaben eines hochrangigen EU-Beamten aus China.

Verschärft werden auch die Regeln für den Import von Stahl. Ab sofort dürfen nur noch 18,3 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr zollfrei eingeführt werden, etwa halb so viel wie zuvor (47 Prozent). Gleichzeitig hat die Europäische Union den Zoll auf Mengen, die dieses Kontingent überschreiten, auf 50 Prozent verdoppelt. So soll verhindert werden, dass massenweise günstiger Stahl importiert wird. Innerhalb der EU hat Deutschland die mit Abstand größte Stahlindustrie.

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