Die deutsche Regierung übt sich nach der Zoll-Ankündigung von US-Präsident Donald Trump in der Grönland-Frage in Zurückhaltung. „Die Bundesregierung hat die Äußerungen des US-Präsidenten zur Kenntnis genommen. Sie befindet sich in engster Abstimmung mit den europäischen Partnern“, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. „Gemeinsam werden wir zur gegebenen Zeit über geeignete Reaktionen entscheiden.“
Trump hatte zuvor unter Verweis auf den Grönland-Konflikt neue Zölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Länder ab 1. Februar angekündigt. Die gestaffelten Zölle sollen so lange gelten, bis ein Abkommen über den vollständigen Kauf der Arktisinsel erzielt werde, teilte Trump mit.

:Trump kündigt Zölle gegen Deutschland und andere Länder wegen Grönland an
Der US-Präsident eskaliert den Streit um die Arktisinsel. Wenn es keine Einigung über einen US-Kauf gebe, sollen die Abgaben ab Februar steigen.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron reagierte mit deutlich schärferen Worten als die Bundesregierung. „Zoll-Drohungen sind inakzeptabel und haben in diesem Zusammenhang nichts zu suchen“, schrieb Macron auf der Plattform X. Sollten die Maßnahmen bestätigt werden, würden die Europäer darauf geschlossen und koordiniert reagieren. Weder Einschüchterung noch Drohungen würden die Europäer beeinflussen.
Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen zeigte sich von der Zoll-Drohung überrascht, wie er der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge in einer Stellungnahme mitteilte. Dänemark stehe in engem Kontakt mit der EU-Kommission. Trump stößt sich daran, dass Deutschland und andere europäische Staaten jüngst teils auf Einladung Dänemarks Soldaten auf die Insel geschickt haben. Rasmussen teilte mit, der Zweck der verstärkten militärischen Präsenz in Grönland bestehe genau darin, die Sicherheit in der Arktis zu erhöhen.
In Deutschland kritisieren die Grünen Bundeskanzler Friedrich Merz für dessen bisherige Linie zu Trump. „Die Strategie des Zurückweichens und der Beschwichtigung von Friedrich Merz ist gescheitert“, meinte Fraktionschefin Katharina Dröge. „Bei der Verteidigung der internationalen Ordnung braucht es Selbstbewusstsein und Klarheit.“ Sie forderte eine geschlossene Reaktion der Europäischen Union. „Die EU darf angesichts der Zoll-Drohungen von Trump jetzt nicht zurückweichen“, sagte Dröge. „Es braucht die klare Antwort an Trump, dass die EU auf Zollandrohungen mit Gegenzöllen antworten wird.“












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