Wörl überglücklich: "Ich habe noch nie so ein Gefühl gespürt"

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Während beim Doublesieger Ratlosigkeit den Abend bestimmt, herrscht bei Drittligist Arminia Bielefeld nach dem ersten DFB-Pokalfinaleinzug der Vereinsgeschichte Ekstase.

 Arminia Bielefeld.

Große Partylaune nach dem 2:1 gegen Bayer 04 Leverkusen im DFB-Pokal-Halbfinale: Arminia Bielefeld. picture alliance / BEAUTIFUL SPORTS

Es war ein großartiger Auftritt, den der DSC am Dienstagabend ablieferte. Dabei fing das Duell mit dem haushohen Favoriten aus Leverkusen ganz und gar nicht gut an. Ihre Dominanz münzte die Werkself schnell in den Führungstreffer um. Was aber danach folgte, war mitunter beeindruckend.

Die Arminia drehte die Partie völlig verdient und ließ im zweiten Durchgang fast nichts mehr zu. Die logische Folge: Der erste Einzug in ein DFB-Pokalfinale in der Vereinshistorie. Viermal hatten sie es zuvor schon probiert, im fünften Anlauf ist es nun gelungen und das auch noch in Form einer wahren Sensation. Nichts anderes ist ein Halbfinal-Sieg eines Drittligisten gegen den deutschen Doublesieger.

Wörl: "Das war ein Hexenkessel"

"Ich kann es nicht fassen", resümierte der überglückliche Torschütze Marius Wörl am Sky-Mikrofon. "Es war so ein harter Weg, aber auch nicht unverdient." Keinesfalls. Mit Spielwitz, Mut und Wille trat die Arminia dem extrem schwachen Leverkusen entgegen und hat den größten Erfolg der letzten Jahre perfekt gemacht.

"Gänsehaut pur, der Schiedsrichter hat abgepfiffen und alle laufen aufs Spielfeld, das war ein Hexenkessel, die haben uns heute getragen." Nach dem Abpfiff waren zahlreiche Arminia-Anhänger auf den Rasen gestürmt, nach einer eindringlichen Bitte des Stadionsprechers aber langsam wieder zurück in ihre Blöcke verschwunden.

"Ich habe noch nie so ein Gefühl gespürt", lauteten die Superlative, die Wörl am Dienstagabend wählte. Der Offensivspieler erzielte zwar den zwischenzeitlichen Ausgleich, doch auch die restliche Mannschaft funktionierte schlichtweg perfekt. So auch Innenverteidiger Maximilian Großer, der den Fakt, im Laufe der Pokal-Saison vier Bundesligisten geschlagen zu haben, als "surreal" bezeichnete.

Kniat setzt auf die Meisterschaft

Marius Wörl

Voller Freude: Marius Wörl. IMAGO/Noah Wedel

Und wie ist das gelungen? "Wir haben eine Riesenmentalität gezeigt, waren giftig in den Zweikämpfen." Zuerst Union Berlin, dann Freiburg und Bremen - und jetzt auch noch Doublesieger Bayer 04 Leverkusen. "Die nächsten Wochen werden uns tragen, die Meisterschaft steht ganz weit vorne und kann uns einen Push geben", sagte etwa noch Trainer Mitch Kniat.

Schließlich kämpft Bielefeld in der 3. Liga noch um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Bis zum Wochenende und dem Duell mit Alemannia Aachen sind es ja aber schließlich noch ein paar Tage, ein bisschen Zeit zum Feiern ist also vorhanden.

Ganz vorne dabei: "Marius Wörl, der ist geisteskrank", antwortete Kniat auf die Frage, wer denn das größte "Partybeast" sei. Am Mittwochabend werden sie sich auf der Alm in aller Ruhe das zweite Halbfinale zwischen dem VfB Stuttgart und RB Leipzig ansehen und schon mal den kommenden Finalgegner beobachten.

Wieder ein Bundesligist, aber das sollte ja eigentlich kein Problem sein.

hob

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