Nach eigenen Angaben hat Automattic knapp 1800 Mitarbeiter. Davon sollen etwa 280 Menschen gehen. Das sind rund 16 Prozent. Der CEO von Automattic Matt Mullenweg kündigt eine Umstrukturierung an, die er zunächst mit den Mitarbeitern geteilt hat, die nun aber auch als Blogbeitrag veröffentlicht wurde. Automattic ist das Mutterunternehmen hinter Wordpress.com.
Mullenweg hatte die Software für Weblogs entwickelt, Wordpress selbst ist Open-Source, daher unterstehen nur Wordpress.com und org. direkt Automattic. Das Internet besteht allerdings zu großen Teilen aus Webseiten, die auf Wordpress setzen.
Nun sagt der Automattic-Chef in dem Schreiben, man müsse schwierige Entscheidungen treffen, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Dazu gehöre auch die Entlassung einiger Mitarbeiter. Und das, obwohl Mullenweg schreibt, die Einnahmen würden wachsen. Man befinde sich jedoch in einem stark umkämpften Markt, Technologie entwickle sich rasant weiter. "Um unsere Kunden und Produkte zu unterstützen, müssen wir unsere Produktivität, Rentabilität und Investitionsfähigkeit verbessern." Man wolle deshalb agiler und reaktionsschneller arbeiten, Silos aufbrechen, die zu Ineffizienz geführt hätten, sich auf weniger Dinge konzentrieren, die jedoch besser machen und die Tragfähigkeit des Finanzmodells sicherstellen.
Um das zu erreichen, werden 16 Prozent der Mitarbeiter entlassen. Sie sollen von der Personalabteilung informiert werden, ihnen stehen Abfindungen zu. Wie nun die Umstrukturierung konkret innerhalb des Unternehmens ausschaut, bleibt unklar. Dazu wolle sich Mullenweg in der Folge melden.
Mullenweg liegt seit einiger Zeit im Streit mit dem Hosting-Anbieter WP Engine. Diesem wirft er vor, sich quasi als Wordpress auszugeben und sich nicht an der Weiterentwicklung der Software zu beteiligen. Automattic hat Abmahnungen an WP Engine geschickt. Eine gerichtliche Auseinandersetzung könnte kostspielig werden. Mullenweg selbst hat bereits gesagt, dass sie zum Bankrott führen könnte.
(emw)