Wim Wenders will sich als Juryvorsitzender bei der Berlinale von Filmen schwindelig spielen lassen

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Wenn am 12. Februar die Berlinale beginnt, sitzt Wim Wenders der Jury vor, die den Gewinner des Goldenen Bären bestimmt. Der 80-jährige Regisseur drehte Klassiker wie »Der amerikanische Freund« und »Der Himmel über Berlin« und ist seit Jahrzehnten Gast des Filmfestivals.

In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur sagte er nun, das Schauen von Filmen könne durchaus in Arbeit ausarten: »Kann manchmal auch eine Qual sein. Kann aber oft Spaß machen. Und kann hin und wieder das Schönste auf der Welt sein.«

Er sitze im Kino am liebsten in der zweiten Reihe, er wolle nicht ein Meer von Leuten sehen, sondern das Filmbild, so groß wie möglich. Wenders: »Das ist meine Hoffnung: dass der Film mich umhaut oder mich ›schwindelig spielt‹, in der Fußballersprache.«

Er teile die Sorge von anderen wie Leonardo DiCaprio um die Zukunft des Kinos. Die Streamingdienste brächten viele »Produkte« auf den Markt, die mehr von Algorithmen bestimmt seien als von originellen Geschichten. »Und im Kino können sich viele gute (und womöglich ›kleinere‹) Filme nicht mehr durchsetzen, weil sie die Zeit nicht bekommen, ihr Publikum zu gewinnen«, so Wenders.

Filme auf dem Smartphone zu schauen, ist dem mehrfach für einen Oscar nominierten Künstler ein Graus. Ein Film brauche die Weite der Leinwand, man müsse sich in ihm verlieren können: »Wie soll man sich auf einem Smartphone in etwas versinken können?«

Auch in politisch aufgeladenen Zeiten geht es für Wenders bei der Berlinale zuerst um die Kunst, nicht um die Meinung. Keine noch so gute Absicht mache auch einen guten Film: »Dieser Unterschied wird leider heute immer weniger gemacht! Dafür muss man bereit sein, differenziert zu sehen und zu denken«, so Wenders.

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