Widerstand gegen Personalie: AfD stellt Kulturreferenten in bayerischer Kleinstadt

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Widerstand gegen Personalie :

AfD stellt Kulturreferenten in bayerischer Kleinstadt

27.05.2026, 20:45Lesezeit: 2 Min.

Sebastian Gruttauer ist der erste kommunale Kulturreferent aus den Reihen der AfD in Bayern.

Ein AfD-Politiker wurde zum Kulturreferenten im bayerischen Tittmoning gewählt. Nun regt sich dort Widerstand. Rund sechzig Kulturschaffende äußern sich besorgt in einem Brief an die Stadträte.

Nach der Wahl eines AfD-Stadtrates zum Kulturreferenten der oberbayerischen Kleinstadt Tittmoning (Landkreis Traunstein) regt sich Widerstand gegen die Personalie. Ein Kreis von rund 60 Kulturschaffenden, darunter auch der Kabarettist und Musiker Hans Well, hat in einem Brief an die Tittmoninger Stadträte seine Sorgen postuliert. „Kultur ist kein unpolitischer Raum. Sie prägt unser gesellschaftliches Miteinander, unsere Werte und unser Verständnis von Offenheit, Vielfalt und Demokratie“, heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuerst hatte die „Passauer Neue Presse“ berichtet.

Ausgrenzende und demokratiefeindliche Positionen

„Kultur erschöpft sich nicht in Traditionen wie Maibaumaufstellen oder Entenrennen – so identitätsstiftend diese auch sein mögen“, heißt es weiter. „Es ist daher mehr als fragwürdig, ob ein Vertreter einer Partei, die immer wieder durch ausgrenzende und demokratiefeindliche Positionen auffällt, glaubwürdig für diese Werte stehen kann.“ Nach Angaben der Initiatoren ist Sebastian Gruttauer der erste kommunale Kulturreferent aus den Reihen der AfD in Bayern.

Gruttauer (32), der sich öffentlich meist in bayerischer Tracht und mit langem Vollbart zeigt, hat in der Vergangenheit öffentlich weit rechte Positionen vertreten. „Wir werden mehr und mehr zur Minderheit im eigenen Land“, sagte er in einem seiner Instagram-Posts. Das dürfe niemals passieren und darum brauche es Remigration. Zuwanderer träfen in Deutschland auf bereits existierende „Parallelgesellschaften“ und blieben somit „in ihrem eigenen Klüngel“. Integration finde nicht mehr statt.

Wird die Wahl rückgängig gemacht?

Die AfD stellt seit der Stadtratswahl im März drei der 20 Sitze im Kommunalparlament des 5000-Einwohner-Städtchens, das im Osten Bayerns, an der Grenze zum oberösterreichischen Bezirk Braunau liegt. Im Stadtrat ist es üblich, dass jedes Mitglied ein Fachreferat übernimmt. Gruttauer selbst schildert die Situation auf Instagram so, dass es eine Vorabsprache gegeben habe, die ihm das Kulturreferat zusicherte. Später soll seiner Darstellung zufolge ein Stadtrat einen Gegenvorschlag gemacht haben; dieser sei aber nicht angenommen worden. Einer Bitte der Deutschen Presse-Agentur um eine direkte Stellungnahme kam Gruttauer zunächst nicht nach.

Nach einem Bericht des „Münchner Merkur“ soll es Überlegungen geben, die Wahl rückgängig zu machen und Gruttauer mit einem anderen Resort zu versorgen. Bürgermeister Andreas Bratzdrum (CSU) war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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