Warner Bros.: Heftige Reaktionen auf Paramount-Übernahmepläne

vor 17 Stunden 1

Der Hollywoodkonzern Warner Bros. Discovery hat der milliardenschweren Übernahme durch Paramount Skydance nun also zugestimmt. Damit endet vorerst ein Wirtschaftskrimi, der seinesgleichen sucht und Hollywood und alle, die gern Filme sehen, seit Monaten beschäftigt.

Die ersten Reaktionen sind entsprechend laut. So sagte der Schauspieler Mark Ruffalo (»Poor Things«, »Spotlight«): »Lasst uns bitte alle Generalstaatsanwälte zusammenbringen und darüber sprechen, wie dies den Wettbewerb in der Branche zerstören und zu sinkenden Löhnen und einer geringeren Produktqualität für die Verbraucher führen wird.«

Damit fasst Ruffalo die Sorgen vieler in der Filmindustrie Beschäftigter zusammen: Eine Fusion zweier großer Studios könnte die Wettbewerbsfähigkeit verzerren und letztlich auch für Kinofans spürbare Folgen haben, nämlich schlechtere oder weniger Filme.

Noch härter drückt es die Writers Guild aus, eine Gewerkschaft der Drehbuchautoren Hollywoods. In einer Stellungnahme heißt es, die Vereinigung »muss verhindert werden«. »Der Verlust des Wettbewerbs wäre eine Katastrophe für Autoren, Konsumenten und die gesamte Unterhaltungsindustrie.«

Auch aus der Politik kommen Warnungen

Beobachter werten den bevorstehenden Deal auch als Sieg für US-Präsident Donald Trump. Infolgedessen äußern sich auch viele Politiker alarmiert. Der demokratische Senator Kaliforniens Adam Schiff sagte über den bevorstehenden Deal: »Was für Netflix galt, gilt auch heute noch für Paramount. Die Fusion zweier der größten Hollywoodstudios muss strengsten Prüfungen unterzogen werden, frei von politischem Einfluss des Weißen Hauses, um ihre Auswirkungen auf amerikanische Arbeitsplätze, die Meinungsfreiheit und die Zukunft eines der wichtigsten Exportgüter unseres Landes zu ermitteln.«

Elizabeth Warren, ebenfalls demokratische Senatorin, formulierte es noch schärfer: »Eine Fusion von Paramount Skydance und Warner Bros. wäre ein kartellrechtliches Desaster und würde zu höheren Preisen und weniger Auswahl für amerikanische Familien führen. Eine Handvoll Trump-naher Milliardäre versucht, die Kontrolle darüber zu erlangen, was Sie sehen, und Ihnen jeden beliebigen Preis abzuverlangen.«

In dem Bieterkampf ging es auch um das Schicksal des Nachrichtensenders CNN, bei dem oft kritisch über US-Präsident Donald Trump berichtet wird. Trump sagte im Dezember, es müsse sichergestellt werden, dass CNN bei einem Deal auf jeden Fall den Besitzer wechsele. Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Mehr zu den Hintergründen lesen Sie hier: Trump gewinnt im Medienkrieg eine Schlacht nach der anderen 

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