Vorwürfe einer Mitarbeiterin :
Vorwürfe einer Mitarbeiterin :
ORF-Chef Roland Weißmann tritt zurück
09.03.2026, 10:30Lesezeit: 2 Min.

Der ORF-Generaldirektor Roland Weißmann tritt zurück. Dazu habe ihn das Kontrollgremium des Senders, der Stiftungsrat, gedrängt, sagt sein Anwalt. Eine Mitarbeiterin erhebe Vorwürfe sexueller Belästigung, die Weißmann bestreitet.
Der Generaldirektor des Österreichischen Rundfunks (ORF), Roland Weißmann, tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Damit reagiere er auf einen Vorwurf sexueller Belästigung, den er selbst aber zurückweise, teilte der ORF mit. Weißmann habe den Vorsitzenden und den stellvertretenden Vorsitzenden des Stiftungsrats, dem obersten Kontrollorgan des Senders, am Sonntag über seinen sofortigen Rücktritt informiert. In den vergangenen Tagen habe eine Mitarbeiterin Vorwürfe der sexuellen Belästigung erhoben, die Weißmann bestreite.
Der Vorwurf, der auf das Jahr 2022 zurückgeht, verlange „eine rasche und transparente Aufklärung in enger Kooperation mit der ORF-Compliance-Stelle, bei der die Wahrung des Schutzes der betroffenen Person das oberste Ziel sein müsse“, zitiert der ORF die Stiftungsrats-Chefs Heinz Lederer und Gregor Schütze. Sie dankten Weißmann für seine Verdienste und die 30jährige Tätigkeit im ORF.
Die Hörfunkdirektorin des ORF, Ingrid Thurnher, soll nun mit der vorläufigen Geschäftsführung beauftragt werden und an Weißmanns Stelle treten.
Anwalt: „Eine Frist von wenigen Tagen eingeräumt“
Weißmanns Anwalt Oliver Scherbaum wird im „Standard“ mit der Einlassung zitiert, sein Mandant sei vom Stiftungsrat darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass ihm eine Mitarbeiterin unangemessenes Verhalten zu Beginn seiner Amtszeit als Generaldirektor (2022) vorwerfe. Der Stiftungsrat habe Weißmann „eine Frist von wenigen Tagen eingeräumt, um seinen Rücktritt zu erklären, obwohl mein Mandant die Vorwürfe bestritten hat und eine inhaltliche Überprüfung der Vorwürfe nicht erfolgte“.
Weißmann, so schreibt der „Standard“ weiter, liege „bis heute der genaue vorgebrachte Sachverhalt nicht vor, dennoch war er, um Schaden vom Unternehmen abzuwenden, zu weitreichenden Zugeständnissen bereit und trat daher am Sonntag mit sofortiger Wirkung von seiner Funktion als Generaldirektor zurück“. Die „mediale Verbreitung der nicht aufgeklärten Vorwürfe“, so der Anwalt, könne nur „als überschießende Reaktion interpretiert werden, obwohl mittlerweile sogar eine Einigung mit der betreffenden Mitarbeiterin gefunden wurde“. Die Wiedergabe der Vorwürfe verletze „massiv die Persönlichkeitsrechte meines Mandanten und werde zu entsprechenden rechtlichen Konsequenzen führen“.
Weißmanns Rücktritt erfolgt kurz vor dem Finale des Eurovision Song Contest, das der ORF im Mai ausrichtet, und kurz vor der Ausschreibung der Neubestellung des Postens des Generaldirektors durch den Stiftungsrat, um den sich Weißmann angeblich für eine zweite Amtszeit bewerben wollte.

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