Markus Feldenkirchen, SPIEGEL:
»Was ist da auch ethisch-moralisch schiefgelaufen in der letzten Zeit,
in den letzten Jahren bei der FDP?«
Volker Wissing, Bundesverkehrsminister a. D.:
»Also, ich will ja nicht der Richter über die FDP sein. Das müssen Sie mit sich selbst ausmachen.
Das ist ja auch nicht so der Stil, wenn man aus einer Partei ausgetreten ist, dass man dann ein Urteil spricht.
Aber der Ausgang muss doch eben die ethische Frage sein: Was ist richtig? Und das schien mir jedenfalls, und das scheint mir in der Politik
generell zu kurz zu kommen. Und meines Erachtens ist das auch das Problem, dass eine Entfremdung zwischen der politischen Kaste
und der Bevölkerung entsteht. Die Menschen haben nämlich ein sehr gesundes Gespür, was richtig ist.«
Markus Feldenkirchen, SPIEGEL:
»Am Sonntag stehen Wahlen in Ihrer Heimat Rheinland-Pfalz an, wo die FDP noch von Ihnen mit reingeführt
in einer Ampelregierung regiert. Die Umfragen sehen auch dort sehr düster aus.
Halten Sie es für möglich, dass die FDP grundsätzlich zugrunde geht?«
Volker Wissing, Bundesverkehrsminister a.D.:
Es gibt ja keine Bestandsgarantie für politische Parteien. Wenn die Bürgerinnen und Bürger nicht mehr in ausreichendem Maße
den Kurs einer Partei unterstützen, dann hat sie nach unserem Rechtsverständnis keine Möglichkeit, in ein Parlament einzuziehen.
Die Partei muss sich selbst die Frage stellen, ob sie ein ausreichend attraktives Angebot macht. Also der libertäre Kurs, der dort gefahren wird,
den halte ich doch für recht fragwürdig. Wir sind damals, 2021, nicht mit so einem Kurs in die Bundesregierung gegangen,
sondern hatten ein breiteres Verständnis von Liberalismus.«

vor 1 Stunde
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