Nach Angriffen auf ein iranisches Gasfeld melden Golfstaaten iranische Gegenangriffe. Katar hat inzwischen den Sicherheitschef der iranischen Botschaft ausgewiesen.
18. März 2026, 23:10 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, AP, Reuters, yil
Nach den Angriffen auf ein Gasfeld im Iran hat dieser nun Gasanlagen in Katar und Saudi-Arabien mit Raketen beschossen. In Saudi-Arabien wurde nach Angaben des Verteidigungsministeriums eine Drohne abgefangen, die sich einem Gasfeld im Osten des Landes näherte. Nach dem Abfangen der Rakete wurden demnach vier Menschen in einem Wohngebiet der Hauptstadt Riad durch herabfallende Raketensplitter verletzt. Dem saudi-arabischen Verteidigungsministerium zufolge wurde außerdem eine Drohne abgefangen, die sich einer Gasanlage im Osten des Landes näherte.
In Katar gab das Innenministerium bekannt, dass an der Nordküste am wichtigsten Gaskomplex des Landes ein Feuer ausgebrochen sei. Katars staatlicher Energiekonzern QatarEnergy bestätigt Raketenangriffe auf die Industriestadt Ras Laffan. Dabei habe es schwere Schäden gegeben. Rettungskräfte seien im Einsatz, um Brände einzudämmen, teilt das Unternehmen mit.
Katar weist Sicherheitschef der iranischen Botschaft aus
Katar verurteilte den Angriff auf Ras Laffan. Der Golfstaat behalte sich das Recht vor, zu reagieren, teilte das katarische Außenministerium auf der Plattform X mit. Der Angriff auf die Anlage Ras Laffan sei eine gefährliche Eskalation.
Der Komplex wurde schon kurz nach Kriegsbeginn vom Iran angegriffen. Daraufhin wurde der Betrieb dort eingestellt. Katar teilt sich das Gasfeld im Persischen Golf mit dem Iran. Israel hatte kürzlich den iranischen Teil South Pars angegriffen.
Der Iran hatte zuvor Angriffe auf den iranischen Teil South Pars gemeldet und Israel dahinter vermutet. Brände an der Anlage seien inzwischen eingedämmt worden. Daraufhin hatte der Iran Gegenangriffe auf Industrieanlagen in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar angekündigt. Der iranische Präsident Massud Peseschkian warnte vor "unkontrollierbaren Folgen".
Als Reaktion auf die Angriffe auf Ras Laffan erklärte Katar zudem den Sicherheits- und Militärattaché der iranischen Botschaft zur unerwünschten Person. Er müsse das Land binnen 24 Stunden verlassen, teilte das Außenministerium mit. Die Regierung in Doha begründete die Entscheidung mit den wiederholten Angriffen des Iran auf das Land.
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