Im Winter kehrte Enes Küc zu seinem alten Verein Viktoria Berlin zurück und es ist, als wäre er nie weg gewesen. Der 28-Jährige avancierte auf Anhieb zum Führungsspieler und Motor in der Schaltzentrale der Himmelblauen. Das große Ziel lautet Klassenerhalt.

Avancierte auf Anhieb zum Führungsspieler und Motor in der Schaltzentrale der Himmelblauen: Enes Küc IMAGO/Eckehard Schulz
In allen elf Partien der zweiten Saisonhälfte stand Enes Küc für Viktoria Berlin in der Regionalliga Nordost auf dem Platz. Für den Winterneuzugang ist der Klub aus dem Süden Berlins kein Unbekannter. Denn immerhin spielte Küc schon von 2020 bis 2023 im Trikot der Himmelblauen, erzielte in dieser Zeit in 74 Pflichtspielen in der 3. Liga und Regionalliga 14 Treffer und bereitete 15 Tore vor.
"Ich bin gerne hier und mag den Verein. Es ist wie ein Zuhause", schwärmt Küc, der nach seiner Rückkehr in das Stadion Lichterfelde keine lange Anlaufzeit brauchte.
Ein Spieler mit so einer Qualität hat in unserer Liga eigentlich nichts zu suchen.
Denn der gebürtige Berliner, der einst bei Tasmania mit dem Fußball begann, ist mit seinen 28 Jahren schnell zu einer Säule in der jungen Mannschaft geworden und hat seinen Stammplatz sicher. Zudem führte er die Mannschaft zuletzt dreimal als Kapitän aufs Feld. "Ein Spieler mit so einer Qualität hat in unserer Liga eigentlich nichts zu suchen", stellt Sven Körner klar, der zusammen mit Özer Hurmarci das Trainerduo bei der Viktoria bildet. "Er zeigt, dass er ein Unterschiedsspieler sein kann."
Dreh- und Angelpunkt im Offensivspiel
Küc wartete seit seiner Rückkehr bisher mit drei Treffern für seine Mannschaft auf, ist Dreh- und Angelpunkt im Offensivspiel der Berliner und zumeist als hängende Spitze unterwegs. "Ich habe ein gutes Dribbling und Auge, auch die Pässe kommen an", so der 28-Jährige.
Für Körner ist die Entwicklung des Mittelfeldspielers aber noch nicht zu Ende: "Enes hat in der Entscheidungsfindung noch Potenzial nach oben und kann auch in der Torgefährlichkeit noch zu legen." Zumal der im Nachwuchs des VfL Bochum ausgebildete Küc vor seinem Wechsel zur Viktoria einige Monate ohne Vereinstraining war und immer noch Probleme hat, das Tempo und die Ausdauer über die vollen 90 Minuten zu gehen.
Icon-League-Teilnahme kein Streitfaktor
Vor seiner Rückkehr zur Viktoria spielte der Offensivakteur in der Hinrunde beim Bayern-Regionalligisten Würzburger Kickers, ehe der Vertrag im September des Vorjahres - auch aufgrund seines Engagements bei der privat organisierten Hallenfußball-Serie "Icon League" - aufgelöst wurde.
Wir erwarten von ihm, dass er eine Führungsrolle annimmt und die anderen Jungs in ihrer Entwicklung unterstützt.
Sportdirektor Massud Khaleqi
Für die Viktoria sind die wöchentlichen Ausflüge zur Hallenserie nach Düsseldorf, wo Küc für den Berlin City FC spielt, dagegen kein Problem. "Mit Enes bekommen wir einen Spieler dazu, der unserer jungen Mannschaft mit seiner Qualität und Erfahrung weiterhelfen wird. Wir erwarten von ihm, dass er eine Führungsrolle annimmt und die anderen Jungs in ihrer Entwicklung unterstützt", ist Viktoria-Sportdirektor Massud Khaleqi von den Qualitäten des Rückkehrers überzeugt.
Nach zuvor zwei Siegen in Serie (2:0 gegen VFC Plauen und 4:2 gegen Carl Zeiss Jena) mussten sich die abstiegsbedrohten Berliner jedoch unter der Woche im Kellerduell mit 0:1 gegen den FSV Luckenwalde geschlagen geben. Ein Gegentreffer vom Elfmeterpunkt in der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit besiegelte die Berliner Niederlage.
Dünnes Polster auf die Gefahrenzone
Damit steht die Viktoria weiterhin auf Tabellenplatz 14 - einem Nichtabstiegsplatz. Doch der Vorsprung auf die mögliche Abstiegszone beträgt lediglich einen Punkt. "Wir haben Qualität in der Mannschaft", weiß Küc. Und noch haben die Berliner in sieben Partien bis zum Saisonende die Chance, die nötigen Punkte für den Ligaverbleib aus eigener Kraft zu sammeln.
Am Samstag wartet der SV Babelsberg 03 im Auswärtsspiel auf die Berliner. Dann soll auch Küc wieder seine Fähigkeiten in das (Offensiv-)Spiel seiner Mannschaft einbringen. Sein Vertrag bei den Himmelblauen gilt "vorerst bis zum Saisonende", wie die Viktoria mitteilte. Was über den Sommer hinaus passiert, da lässt sich Küc "überraschen". Vorerst steht aber sowieso sein zwölftes Match im Viktoria-Trikot im Fokus.
Matthias Schütt