Wenige Stunden nach seiner Freilassung ist der venezolanische Politiker Juan Pablo Guanipa erneut verhaftet worden. Zuvor hatte es Berichte über eine Entführung gegeben.
Aktualisiert am 9. Februar 2026, 11:18 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AP, AFP, Reuters, lgi
In Venezuela haben die Behörden den Oppositionspolitiker Juan Pablo Guanipa nach einer kurzzeitigen Freilassung wieder festgenommen. Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado hatte zuvor von einer Entführung durch zehn bewaffnete Männer gesprochen. Wenig später bestätigte die Staatsanwaltschaft X, dass eine erneute Festnahme Guanipas beantragt worden sei. Er habe gegen Auflagen verstoßen.
Sein Sohn hatte ebenfalls von einer Entführung gesprochen. Er sagte in einem Video, sein Vater sei von zehn schwer bewaffneten, unbekannten Männern überfallen worden, die er als "Beamte" bezeichnete. "Ich fordere sofort einen Lebensnachweis." Guanipas Partei Primero Justicia teilte mit: "Unser nationaler Anführer Juan Pablo Guanipa wurde gerade von repressiven Organen der Diktatur entführt."
Nach Angaben von María Corina Machado ereignete sich der Vorfall in der Wohnsiedlung Los Chorros in Venezuelas Hauptstadt Caracas. Die mutmaßlichen Entführer seien in vier Fahrzeugen vorgefahren.
Vor der Entführung äußerte sich Guanipa noch zuversichtlich
Guanipa ist ein enger Vertrauter der Friedensnobelpreisträgerin Machado. Der frühere Gouverneur des Bundesstaats Zulia war vor mehr als acht Monaten festgenommen worden. Er gehörte zu mehreren prominenten Oppositionellen, die von der venezolanischen Regierung am Sonntag aus der Haft entlassen worden waren.
"Ich bin überzeugt, dass sich unser Land vollständig verändert hat", hatte Guanipa noch wenige Stunden nach seiner Entlassung Journalisten gesagt. "Ich bin
überzeugt, dass es nun an uns allen liegt, uns darauf zu konzentrieren,
ein freies und demokratisches Land aufzubauen." In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP rief er die
venezolanische Regierung auf, das Ergebnis der Präsidentschaftswahl von 2024 zu respektieren.
Nach allgemeiner Einschätzung hatte damals der Oppositionspolitiker
Edmundo González Urrutia die Wahl gegen den linksnationalistischen
Präsidenten Nicolás Maduro gewonnen. Von den Behörden wurde jedoch
Maduro zum Sieger erklärt, die Opposition sprach von Wahlbetrug. In der
Folge kam es zu gewaltsamen Protesten mit mindestens 28 Toten und mehr
als 2.400 Festnahmen, González Urrutia floh nach Spanien ins Exil.
Von der venezolanischen Regierung gab es bisher keine Reaktion auf die mögliche Entführung von Guanipa. Die Führung um die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez hatte nach der Gefangennahme des bisherigen Staatschefs Nicolás Maduro durch die USA angekündigt, als Geste des guten Willens eine große Zahl von Gefangenen freizulassen. Das ist eine zentrale Forderung der Opposition und von Menschenrechtsgruppen und wird von den USA unterstützt. In Venezuela sitzen der Nichtregierungsorganisation Foro Penal zufolge noch über 700 politische Gefangene im Gefängnis.

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