USA verbieten den Import von Internet-Routern

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Um zu Hause über das Festnetz online zu gehen, benötigt man in der Regel einen Heimrouter, der die Signale von Telefonleitung oder Glasfaserkabel aufbereitet und in der Regel auch ein WLAN-Netz aufspannt. US-Konsumenten könnten nun Probleme bekommen, solche Geräte anzuschaffen, da die Telekommunikationsaufsicht FCC den Import im Ausland hergestellter Router für Verbraucher verboten hat.

Als Grund führt die Behörde an , dass die Geräte ein »unannehmbares Risiko für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten oder die Sicherheit von US-Bürgern darstellen« würden.

Kleingeräte wie Router erweisen sich immer wieder als Sicherheitsproblem, da sie massenhaft gehackt werden können, ohne dass es den Besitzern auffällt. Cyberkriminelle hatten in der Vergangenheit immer wieder sogenannte Botnetze aus Hunderttausenden solcher Geräte gebildet, um Websites gezielt zu überlasten, Schadsoftware zu verteilen oder Daten zu stehlen. Die ⁠FCC verwies als Begründung für das Importverbot auf die Rolle von Routern bei großen Hackerangriffen wie Volt und Salt Typhoon.

Ausnahmegenehmigung mit hohen Hürden

Die ‌am Montag erlassene Anordnung betrifft ausschließlich neue Modelle. Verbraucher können ihre bestehenden Router behalten und weiterhin nutzen. Unternehmen, die bereits eine Genehmigung der FCC für ein im Ausland hergestelltes Produkt erhalten haben, dürfen dieses Modell weiterhin importieren.

Die überwiegende Mehrheit der Router für Normalverbraucher wird außerhalb der Vereinigten Staaten hergestellt. Schätzungen zufolge beherrschen chinesische Hersteller mindestens 60 Prozent des US-Marktes. Von dem Verbot sind aber Produkte aus allen Ländern betroffen, auch Deutschland.

Die Hersteller haben nun die Möglichkeit, sich eine spezielle Genehmigung  der Behörde einzuholen, um neue Geräte auf dem US-Markt einzuführen, diese ist jedoch mit hohen Hürden verbunden.

Im Dezember hatte die FCC ein ähnliches Importverbot ​für neue chinesische ⁠Drohnen  verhängt. Auch hier dürfen Hersteller nur noch mit einer Ausnahmegenehmigung Produkte in die USA einführen. Der Drohnenhersteller DJI ficht die Entscheidung vor Gericht an.

Abwehr gegen Cyberangriffe aus China

Der republikanische Vorsitzende des China-Ausschusses im Repräsentantenhaus, John ‌Moolenaar, begrüßte die jüngste Entscheidung der FCC. Sie schütze ​das Land ‌vor anhaltenden Cyberangriffen aus China und stelle sicher, dass diese Geräte nicht Teil der kritischen Infrastruktur würden. Die chinesische Botschaft in Washington gab zunächst keine Stellungnahme ab.

Im Februar hatte der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton den kalifornischen Router-Hersteller TP-Link Systems verklagt. ‌Der aus einem chinesischen ​Konzern hervorgegangene Netzwerkausrüster ‌wies die Vorwürfe zurück, der Regierung in ‌Peking ​Zugriff auf US-Verbraucherdaten zu gewähren. TP-Link Systems erklärte, man werde seinen Ruf »energisch verteidigen«.

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