USA und Iran: Trump macht widersprüchliche Aussagen zum Fortgang des Krieges

vor 6 Stunden 1

Erst sagt Trump, er lehne eine Feuerpause ab. Dann sagt er, die USA erwägten, die Angriffe im Iran zu reduzieren. Offenbar geplante Truppenverlegungen widersprechen dem.

21. März 2026, 5:46 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP,

 US-Präsident Donald Trump spricht vor dem Weißen Haus mit Journalisten.
US-Präsident Donald Trump spricht vor dem Weißen Haus mit Journalisten. © Brendan Smialowski/​AFP/​Getty Images

US-Präsident Donald Trump hat sich widersprüchlich zum Fortgang des Krieges gegen den Iran geäußert. Am Freitag sagte er vor Journalisten, er lehne eine Feuerpause ab. "Wir können einen Dialog führen, aber ich will keine Waffenruhe", sagte er. "Wissen Sie, man vereinbart keine Waffenruhe, wenn man die andere Seite gerade vernichtet." ​

Wenig später schrieb er in seinem Onlinedienst, er ​erwäge, die Militäroperationen gegen den Iran zu reduzieren. "Wir sind kurz davor, unsere Ziele zu erreichen", schrieb er. Zugleich gibt es Berichte darüber, dass die USA Tausende weitere Soldaten in den Nahen Osten verlegen.

Trump erwägt laut Berichten, die Ölinsel Charg zu besetzen

Das Wall Street Journal berichtete, es würden zwischen 2.200 und 2.500 Marineinfanteristen aus dem Bundesstaat Kalifornien entsandt. Der Sender CNN berichtete von Tausenden Marinesoldaten, die in den Nahen Osten verlegt würden. Beide Medien beriefen sich auf nicht genannte US-Beamte.

Nach Informationen der Plattform Axios erwägt US-Präsident Donald Trump, die iranische Ölinsel Charg zu besetzen. Diese Rolle könne den Marineinfanteristen bei einem Bodeneinsatz zufallen, hieß es. Eine Sprecherin der US-Regierung kommentierte den Axios-Bericht gegenüber der Nachrichtenagentur AFP mit den Worten: "Das Militär der Vereinigten Staaten kann die Insel Charg jederzeit einnehmen, wenn der Präsident den Befehl gibt."

Unterschiedliche Zeitpläne

Trumps Sprecherin Karoline Leavitt schrieb am Freitag im Onlinedienst X, der Präsident und das Pentagon hätten von Anfang an damit gerechnet, dass die Erfüllung der Mission etwa vier bis sechs Wochen dauern würde. Bisher sind drei Wochen vergangen. Die US-Streitkräfte leisteten "hervorragende Arbeit", fuhr Leavitt fort. Die Führung in Teheran werde Tag für Tag geschwächt.

Immer wieder hatte es unterschiedliche Angaben über den Zeitplan, aber auch über die Motive des Krieges gegeben. Trump hatte einen Tag nach Kriegsbeginn der britischen Zeitung Daily Mail gesagt, der Krieg könne "vier Wochen oder weniger dauern". Vor knapp zwei Wochen hatte er den Krieg für "so gut wie beendet" erklärt und als "kurzen Ausflug" bezeichnet. Seitdem setzten die USA und Israel ihre Angriffe jedoch fort. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte am Donnerstag, die USA lägen bei ihren Kriegszielen "sehr gut im Plan". Er wolle aber keinen Zeitrahmen nennen. Der Präsident werde entscheiden, wann die Ziele erreicht seien und der Krieg beendet werde.

Trump nennt erstmals ein fünftes Kriegsziel

Trump formulierte am Freitag zudem ein fünftes Kriegsziel. Seine Regierung hatte seit Wochen betont, dass ihre vier Ziele seit Beginn der Operation "unverändert, eindeutig und konsistent" geblieben seien. Diese vier Ziele bestanden darin, Irans Weg zu einer Atomwaffe zu blockieren, es daran zu hindern, militante Gruppen zu bewaffnen, die iranische Marine zu zerstören und die Kapazitäten des Landes für ballistische Raketen zu vernichten. Auf seiner Plattform ergänzte Trump nun ein fünftes Kriegsziel: "Den Schutz unserer Verbündeten im Nahen Osten auf höchstem Niveau gewährleisten." Dabei nannte er die Partner der USA in der Golfregion.

Andere Ziele, die anfangs von Trump zumindest angedeutet worden waren, wie ein Regimewechsel im Iran, wurden in letzter Zeit nicht mehr wiederholt. Am ersten Kriegstag hatte er davon gesprochen, dass die iranische Gesellschaft die "historische Chance" habe, das Regime zu stürzen.

Israel und die USA hatten am 28. Februar mit Luftangriffen auf den Iran begonnen. Der Iran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region.

Gesamten Artikel lesen