Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
US-Abgeordnete unterstützen Dänemark und Grönland im Streit mit Trump
US-Justizministerium ermittelt gegen Gouverneur von Minnesota und Bürgermeister von Minneapolis
Italiens Verteidigungsminister spottet über Soldaten europäischer Partner in Grönland
US-Parlamentarier sichern Dänemark und Grönland nach Trumps Drohungen Unterstützung zu
Trump dankt Machado für Friedensnobelpreismedaille
Trump kündigt Zölle gegen Deutschland und andere Länder wegen Grönland an
US-Präsident Donald Trump kündigt Zölle gegen Dänemark, Deutschland, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland wegen der Grönland-Frage an. Diese würden zunächst ab dem 1. Februar zehn Prozent betragen, erklärte Trump am Samstag. Ab dem 1. Juni sollen sie auf 25 Prozent steigen, wenn kein Abkommen für einen US-Kauf der Insel erzielt werde.
Trump hatte seine Pläne, Grönland den Vereinigten Staaten einzuverleiben, immer wieder mit Sicherheitsbedenken wegen einer Bedrohung durch China und Russland in der Region begründet. Nun verhängt er Strafzölle gegen mehrere Nato-Partner. Diese sind überzeugt, dass Grönland, das Teil des Königreichs Dänemark ist, nicht von den USA übernommen werden müsse, um die Arktis zu schützen.
Kommando-Chef: Militärübung auf Grönland für Monate geplant
Die militärische Übung europäischer Nato-Staaten auf Grönland wird noch mehrere Monate dauern. „Das, was wir gerade machen, ist, eine länger andauernde Übung zu planen, kontinuierlich das ganze Jahr 2026 hindurch und vielleicht auch ins Jahr 2027 hinein“, sagte der Chef des Arktischen Kommandos, Søren Andersen, der Deutschen Presse-Agentur in Nuuk.
Unter dem Eindruck der von US-Präsident Donald Trump wiederholt geäußerten Annexionspläne waren am Freitag unter anderem Angehörige der Bundeswehr auf Grönland angekommen. Deutschland und weiteren Nationen geht es zunächst um eine Erkundungsmission vor der eigentlichen Militärübung. „Die Deutschen und unter anderem auch Schweden und Norweger sind hier oben, um zu eruieren, welche Möglichkeiten für ein gemeinsames Training es hier gibt.“
Andersen sagte, die USA seien wie alle Nato-Nationen eingeladen worden, „hier oben zu trainieren“. Das Arktische Kommando, das Teil der dänischen Streitkräfte ist, arbeite täglich mit dem US-Militär zusammen.
Für die eigentliche Übung seien bislang nur französische Soldaten vor Ort. „Die anderen Länder sind hier, um sich die Möglichkeiten anzusehen. Ob die USA sich die Möglichkeiten ansehen, auch mit anderen Nato-Ländern zu trainieren, darüber werden wir, glaube ich, innerhalb des nächsten Monats eine Entscheidung haben“, sagte Andersen.

US-Abgeordnete unterstützen Dänemark und Grönland im Streit mit Trump
Mehrere US-Parlamentarier sind nach Dänemark gereist, um dort ihre Ablehnung der Grönland-Pläne von Präsident Trump zu bekräftigen. „Grönland ist Teil Dänemarks, und Dänemark ist ein Nato-Verbündeter“, sagte der demokratische Senator Chris Coons während einer Pressekonferenz in der dänischen Hauptstadt. „Meiner Meinung nach sollte damit diese Diskussion beendet sein.“
Coons bezeichnete Trumps Aussage, er wolle Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit „übernehmen“, als „nicht konstruktiv“. Die derzeitige Behandlung Dänemarks könnte der Beziehung beider Länder nachhaltig schaden. Die Delegation kündigte an, mit US-Außenminister Marco Rubio Kontakt aufnehmen zu wollen.
Die elf Parlamentarier, die nach Dänemark gereist waren, versuchten vor dort und in Grönland geplanten Demonstrationen gegen die US-Regierung zu verdeutlichen, dass Trumps Vorhaben auch in den USA auf Widerstand stoße. Zwar gehörten zu der Gruppe nur zwei Vertreter von Trumps republikanischer Partei. Dies sei aber kein Zeichen dafür, dass sich die Republikaner in Gänze nicht für das Thema interessierten oder schon für eine Seite entschieden hätten, sagte die republikanische US-Senatorin Lisa Murkowski.
CNN-Umfrage: Mehrheit der Amerikaner sieht Trumps erstes Jahr als Versagen
Eine neue CNN-Umfrage zeichnet ein düsteres Bild von Donald Trumps erstem Jahr in seiner zweiten Amtszeit. 58 Prozent der Befragten bewerten dieses als "Versagen", nur 39 Prozent bewerteten seine Arbeit als insgesamt gut. 64 Prozent sagen, er tue nicht genug gegen die hohen Preise. Selbst Skeptiker hatten sich vom "Businessman" Trump erhofft, die Inflation zu senken und so selber am Ende des Monats mehr Geld übrig zu haben. Bei Trumps Amtsantritt hoffte noch mehr als die Hälfte der Amerikaner auf bessere Zeiten - mittlerweile sind es noch 41 Prozent.
Die schlechten Werte spiegeln sich auch in anderen aktuellen Umfragen wider: Gallup sieht Trump bei nur 36 Prozent Zustimmung, Reuters/Ipsos bei 42 Prozent. Damit liegt Trump unter der kritischen 50-Prozent-Marke, die Politikwissenschaftler als Maßstab für erfolgreiche Regierungsführung ansehen. Während Trump bei seiner republikanischen Basis weiterhin stark dasteht - fast 90 Prozent der Republikaner unterstützen ihn - sehen nur 32 Prozent aller Amerikaner ihn als "in Kontakt" mit den Alltagsproblemen der Bürger.
Die Umfragewerte könnten erklären, warum Trump zunehmend auf aggressive Außenpolitik setzt. Als schwach wahrgenommene Präsidenten neigen dazu, durch internationale Konfrontationen von innenpolitischen Problemen abzulenken. Nur scheint das nicht zu funktionieren: Die Mehrheit sagt, Trump setze die falschen Prioritäten. Die schwachen Werte könnten bei den Midterm-Wahlen im November 2026 zur Belastung werden - historisch verliert die Präsidentenpartei bei unbeliebten Amtsinhabern oft die Kontrolle über den Kongress.
Die vom renommierten Umfrageinstitut SSRS durchgeführte Erhebung befragte vom 9. bis 12. Januar 1209 zufällig ausgewählte Erwachsene telefonisch und online - mit einer Fehlertoleranz von 3,1 Prozentpunkten.
US-Luftfahrtbehörde: Vorsicht bei Flügen über Mittelamerika und Südamerika
Die US-Luftfahrtbehörde hat Fluggesellschaften am Freitag zur Vorsicht bei Flügen über Mittelamerika und Teilen Südamerikas aufgerufen. Als Grund nannte sie die Risiken möglicher militärischer Aktivitäten und Störungen des GPS-Signals. Die Warnungen betreffen demnach Teile von Mexiko, Panama, Kolumbien und Ecuador sowie andere Gebiete in Mittelamerika und Luftraumabschnitte über dem östlichen Pazifik. Sie gelten ab sofort für 60 Tage, teilte die Behörde weiter mit.
Spannungen zwischen den USA und Regierungen der Region haben seit dem US-Militäreinsatz in Venezuela Anfang Januar zugenommen. Dabei wurde der venezolanische Präsident Maduro gefangengenommen und in die USA transportiert. Trump hatte danach die Möglichkeit weiterer Militäraktionen in der Region ins Spiel gebracht, auch gegen Kolumbien. Vergangene Woche sagte der US-Präsident, Drogenkartelle würden Mexiko regieren, und deutete an, die USA könnten zur Bekämpfung der Kartelle Ziele an Land angreifen.
Mit Rubio, Kushner, Witkoff: Trump gründet "Friedensrat" für Gaza
US-Präsident Donald Trump hat ein "Board of Peace" für Gaza gebildet, das den Wiederaufbau und die Übergangsverwaltung des Gazastreifens überwachen soll. Wie das Weiße Haus mitteilt, wird das siebenköpfige Gremium wird von Trump selbst geleitet und ist überwiegend amerikanisch besetzt: Neben US-Außenminister Marco Rubio gehören Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, Nahost-Gesandter Steve Witkoff, Weltbank-Chef Ajay Banga, Sicherheitsberater Robert Gabriel und Geschäftsmann Marc Rowan dazu.
Als einer der wenigen Nicht-Amerikaner sitzt der ehemalige britische Premierminister Tony Blair in dem Gremium. Dessen Ernennung ist in der Region umstritten. Bei Al Jazeera rechnet man mit "weit verbreiteter Verurteilung". Der Ex-Premier wird sowohl für den Irak-Krieg als auch für seine erfolglose Amtszeit als Nahost-Gesandter kritisiert. Trump bezeichnete das Gremium als den "großartigsten und prestigeträchtigsten Rat, der jemals irgendwo gegründet wurde".
Kushner und Witkoff gelten als Architekten des aktuellen Gaza-Waffenstillstands, den sie im Oktober 2025 mit unkonventionellen Verhandlungstaktiken durchsetzten. Das Board soll parallel zu einem palästinensischen Komitee arbeiten, das die tägliche Verwaltung Gazas übernehmen und keine Verbindung zur Hamas haben soll. Geleitet werden soll dieses von Ali Shaath, dem ehemaligen stellvertretenden Minister der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA). Shaath gilt als technischer Experte für Infrastruktur-Entwicklung - und als Vertreter der Zweistaatenlösung.
Das Weiße Haus kündigte an, dass weitere Mitglieder in den nächsten Wochen bekanntgegeben würden. Die von der US-Regierung zuvor ausgerufene zweite Phase des Friedensplans von Trump soll zu einem endgültigen Ende des Kriegs führen. Sie sieht auch die Entwaffnung der islamistischen Terrororganisation Hamas vor, was diese jedoch weiterhin ablehnt.
US-Justizministerium ermittelt gegen Gouverneur von Minnesota und Bürgermeister von Minneapolis
In einer außergewöhnlichen Eskalation hat das US-Justizministerium strafrechtliche Ermittlungen gegen den Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, und den Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, eingeleitet, wie verschiedene US-Medien berichten. Eine Anklagejury hat demnach bereits Vorladungen für beide Demokraten erlassen wegen des Vorwurfs der Behinderung von Bundesbeamten. Die Ermittlungen basieren auf einem Bundesgesetz, das es unter Strafe stellt, wenn zwei oder mehr Personen sich verschwören, um Bundesbeamte durch „Gewalt, Einschüchterung oder Drohungen“ an ihrer Arbeit zu hindern.
Hintergrund der beispiellosen Ermittlungen sind die anhaltenden Proteste in Minneapolis gegen ICE-Razzien und die scharfe Kritik beider Politiker an den Bundeseinsätzen. Bürgermeister Frey hatte öffentlich emotional erklärt, ICE-Beamte sollten aus Minneapolis verschwinden, während Walz die Bewohner dazu aufrief, ICE-Agenten zu verfolgen und zu filmen. Die Spannungen eskalierten nach dem tödlichen Schuss eines ICE-Beamten auf eine Frau in der vergangenen Woche und einem weiteren Vorfall, bei dem ein Bundesbeamter einen Mann verletzte.
Walz, der 2024 als Vizepräsidentschaftskandidat der Demokraten antrat, bezeichnete die Ermittlungen als „gefährliche, autoritäre Taktik“ und Instrumentalisierung des Justizsystems. Sowohl er als auch Bürgermeister Frey hatten die Menschen in Minnesota wiederholt dazu aufgerufen, die Proteste gewaltfrei zu halten. Justizministerin Pam Bondi wiederum schrieb am Freitag auf X: „Eine Erinnerung an alle in Minnesota: Niemand steht über dem Gesetz." Die Washington Post berichtet, dass solche Vorladungen gegen hochrangige Politiker „ohne jüngsten Präzedenzfall“ seien. Die Ermittlungen sind Teil der breiteren Strategie der Trump-Regierung, gegen Bundes- und Kommunalpolitiker vorzugehen, die sich den teils martialischen ICE-Einsätzen zur Festnahme und Abschiebung von Migranten ohne gültige Aufenthaltspapiere widersetzen.
Parallel dazu erließ eine Bundesrichterin am Freitag eine einstweilige Verfügung gegen die ICE-Taktiken in Minneapolis, wie die Washington Post berichtet. Richterin Katherine Menendez untersagte den Bundesbeamten, friedliche Demonstranten festzunehmen oder Pfefferspray einzusetzen, da dies die Meinungsfreiheit verletze. Es ist bereits die dritte derartige Gerichtsentscheidung nach ähnlichen Verfügungen in Los Angeles und Chicago.
Trump: Derzeit kein Grund für Militäreinsatz in Minneapolis
US-Präsident Donald Trump sieht derzeit keinen Grund, im Bundesstaat Minnesota nach Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Bundesbeamten das Militär einzusetzen. Erst am Donnerstag hatte Trump damit auf Basis des mehr als 200 Jahre alten Gesetzes Insurrection Act gedroht. Vor Journalisten am Weißen Haus bekräftigte Trump abermals, dass er bei Bedarf auf das Gesetz zurückgreifen würde. „Ich denke nicht, dass es derzeit irgendeinen Grund gibt, es zu nutzen“, schränkte er zugleich ein.
Das Gesetz erlaubt dem US-Präsidenten im Ausnahmefall, das Militär im Inland einzusetzen, um Aufstände niederzuschlagen und sich an Strafverfolgungsmaßnahmen zu beteiligen. Unter normalen Umständen ist das in den USA nicht erlaubt. Bereits als im Sommer in Los Angeles gegen seine Migrationspolitik protestiert wurde und Trump Tausende Soldaten in die Westküstenmetropole schickte, schloss er nicht aus, das Gesetz anzuwenden.
In Minnesota gibt es Proteste gegen breit angelegte Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE. Sie sucht nach Personen, die sich ohne rechtmäßige Papiere in den USA aufhalten, um sie abzuschieben. Dabei geht sie Berichten zufolge zum Teil mit übermäßiger Härte vor und nimmt auch US-Bürger ins Visier. Für Kritik und eine noch angespanntere Lage sorgten tödliche Schüsse auf eine Frau in Minneapolis. Nach offizieller Darstellung lenkte sie ihr Auto in Richtung eines ICE-Beamten. Videos erwecken eher den Eindruck, dass er auf sie schoss, während ihr Auto an ihm vorbeifuhr.
Trump droht im Streit um Grönland mit Zöllen, EU erwägt Handelsabkommen mit USA zu blockieren
Im Streit um Grönland übt US-Präsident Donald Trump weiter Druck aus. „Ich werde möglicherweise einen Zoll gegen Staaten verhängen, die bei Grönland nicht mitziehen, denn wir brauchen Grönland für die nationale Sicherheit“, sagte er im Weißen Haus. Konkreter wurde er nicht. Zuvor hatte Trump darüber gesprochen, wie er europäischen Ländern wie Deutschland und Frankreich in anderen Zusammenhängen mit Zöllen gedroht hatte, um seine Interessen durchzusetzen.
Trump hat wiederholt erklärt, dass er Grönland in die USA einverleiben möchte und schließt auch einen Militäreinsatz nicht aus. Die an Rohstoffen reiche Insel ist ein autonomer Teil Dänemarks und gehört damit zur Nato. Deutschland hat auf Bitten Dänemarks gemeinsam mit anderen Nationen Soldaten nach Grönland entsandt.
Das Europäische Parlament erwägt, das Handelsabkommen mit den USA an Trumps Rückzug von seinen Grönland-Drohungen zu knüpfen. „Es ist klar, dass die nationale Souveränität jedes Landes von allen Partnern des Handelsabkommens respektiert werden muss“, sagte der Vorsitzende des Handelsausschusses des EU-Parlaments, Bernd Lange.
Das EU-US-Handelsabkommen, das US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im vergangenen Sommer ausgehandelt hatten, ist zwar bereits teilweise umgesetzt, benötigt aber formal noch die Zustimmung des Europäischen Parlaments. Wegen des Streits über Grönland wird dort nun über eine Verschiebung der für Ende Januar geplanten Abstimmung diskutiert. Dabei sind die politischen Fraktionen uneinig, wie aus mit den Gesprächen vertrauten Kreisen zu hören ist. Während Parteien der Mitte-Rechts-Fraktion überwiegend dafür sind, wie geplant fortzufahren, plädieren linke Fraktionen allgemein für eine Verzögerung.
Das Handelsabkommen legt für die meisten EU-Waren einen Zollsatz von 15 Prozent fest, im Gegenzug für die Zusage Brüssels, die Zölle auf US-Industriegüter und einige landwirtschaftliche Produkte abzuschaffen. Von der Leyen schloss dieses Abkommen in der Hoffnung, einen ausgewachsenen Handelskrieg mit Trump zu vermeiden.
Berichte: CIA-Chef hat Venezuelas Präsidentin getroffen
CIA-Chef John Ratcliffe hat Medienberichten zufolge Venezuelas geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez getroffen. Ziel des Treffens in Caracas am Donnerstag sei aus US-Sicht gewesen, ein Zeichen des Vertrauens und für Zusammenarbeit zwischen den beiden Regierungen zu senden, berichteten der Sender CNN und die New York Times unter Berufung auf US-Beamte.
Die Begegnung wird von Beobachtern auch als weiteres Signal dafür gewertet, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump eine von Rodríguez geführte Regierung in Venezuela zumindest kurzfristig als beste Option sieht, um Stabilität in dem südamerikanischen Land zu gewährleisten. Nach Angaben der New York Times ist Ratcliffe der ranghöchste US-Beamte, der Venezuela seit dem US-Angriff auf das Land und der Entmachtung und Gefangennahme des autoritär regierenden Staatschefs Nicolás Maduro besucht hat.
Das Treffen habe auf Anweisung von US-Präsident Trump stattgefunden, um „die Botschaft zu überbringen, dass die Vereinigten Staaten sich auf eine verbesserte Arbeitsbeziehung freuen“, zitiert die Zeitung einen namentlich nicht genannten US-Beamten. Themen waren demnach unter anderem Zusammenarbeit bei Geheimdienstinformationen und wirtschaftliche Stabilität.
Trump hatte sich jüngst zufrieden mit der aktuellen Führung Venezuelas gezeigt. Nach einem Telefonat mit Rodríguez nannte er sie eine großartige Person. Gleichzeitig empfing Trump am Donnerstag aber auch die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado im Weißen Haus, die um ihre künftige Rolle in Venezuela kämpft. Sie würde nach eigenen Angaben gerne Präsidentin werden, allerdings hat sie offenbar nicht den Rückhalt Trumps.
Italiens Verteidigungsminister spottet über Soldaten europäischer Partner in Grönland
Das Nato-Gründungsmitglied Italien will keine Soldaten für eine Erkundungsmission mit anderen europäischen Partnerstaaten in Grönland abstellen. Verteidigungsminister Guido Crosetto spottete über die Partnerstaaten, die ihrerseits Soldaten auf die Insel entsendet haben. Crosetto, der Melonis Rechtspartei Fratelli d'Italia angehört, sagte zu der Erkundungsmission unter dänischer Leitung: „Ich frage mich, was sie dort tun sollen. Einen Ausflug machen? 15 Italiener, 15 Franzosen, 15 Deutsche: Das klingt für mich wie der Anfang eines Witzes. Ich bin dafür, eine Welt, die bereits zu sehr zersplittert ist, zu erweitern und nicht in Nationen aufzuteilen.“ Dabei müsse stets im Sinne der Nato und der Vereinten Nationen gedacht werden.
Das Erkundungsteam der Bundeswehr mit 15 Soldaten soll am frühen Abend auf der weltgrößten Insel eintreffen. Auch Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Finnland schicken dazu Teams. Italiens Ministerpräsidentin Meloni, die sich derzeit in Japan aufhält, bezeichnete die Region in einem Vorwort für die Arktis-Strategie als „wichtig für das globale Gleichgewicht“. Italien wolle die Arktis als „Gebiet des Friedens, der Zusammenarbeit und des Wohlstands“, basierend auf den Grundlagen des Völkerrechts. Meloni pflegt zu Trump ein engeres Verhältnis als andere europäische Staats- und Regierungschefs.
US-Parlamentarier sichern Dänemark und Grönland nach Trumps Drohungen Unterstützung zu
Eine überparteiliche Delegation von US-Parlamentariern will Dänemark und Grönland angesichts der Drohungen von US-Präsident Donald Trump die Unterstützung des Kongresses zusichern. Die elfköpfige Delegation unter Leitung des demokratischen Senators Chris Coons sollte am Freitag in Kopenhagen mit der dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen und ihrem grönländischen Amtskollegen Jens-Frederik Nielsen zusammentreffen.
„In einer Zeit zunehmender internationaler Instabilität müssen wir uns unseren Verbündeten annähern und sie nicht vergraulen“, hatte Senator Coons Anfang der Woche erklärt. Die demokratische Senatorin Jeanne Shaheen sagte, die Rhetorik zu einer Übernahme Grönlands untergrabe die Nato und spiele Russland und China in die Hände. „Ich weiß, dass es hier in Dänemark und in Grönland echte, tiefe Besorgnis gibt“, sagte sie. „Aber ich glaube, dass sich vernünftigere Köpfe durchsetzen werden.“
Der Delegation gehören zwar überwiegend Demokraten an, aber auch die republikanischen Senatoren Thom Tillis und Lisa Murkowski sind dabei.
Trump dankt Machado für Friedensnobelpreismedaille
Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado hat ihre Goldmedaille für den Friedensnobelpreis US-Präsident Donald Trump überreicht. Dies sei eine wundervolle Geste gegenseitigen Respekts, schrieb Trump nach dem Treffen in Washington auf der Plattform Truth Social. Das Nobelpreis-Institut hatte allerdings schon klargestellt, dass ein Nobelpreis nicht weitergereicht werden könne.
Trump erklärte: „María hat mir ihren Friedensnobelpreis für die Arbeit überreicht, die ich geleistet habe.“ Weiter sagte er: „Eine so wunderbare Geste gegenseitigen Respekts. Danke, María!“
Machado hatte ihre Auszeichnung bereits zuvor Trump gewidmet und angedeutet, ihm den Preis für seine Unterstützung des venezolanischen Volkes weitergeben zu wollen. Trump sagt schon seit Monaten immer wieder, dass er den Friedensnobelpreis verdient hätte. Vergangenes Jahr wurde aber Machado damit ausgezeichnet. Nobelpreis-Gewinner erhalten neben einer Urkunde auch eine goldene Medaille. Diese habe sie Trump gegeben, sagte Machado nach dem Treffen.
Doch trotz dieses Versuchs, sich bei Trump anzubiedern, arbeitet der US-Präsident nach dem Sturz von Venezuelas Diktator Nicolás Maduro nicht mit Machado zusammen, sondern mit der venezolanischen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez.
Truppen in Grönland erwartet – USA zeigen sich unbeeindruckt
Die US-Regierung zeigt sich von der Ankunft von Soldaten aus Nato-Staaten in Grönland unbeeindruckt. „Ich glaube nicht, dass Soldaten in Europa den Entscheidungsprozess des Präsidenten beeinflussen oder dass das irgendeinen Einfluss auf sein Ziel hat, Grönland zu erwerben“, sagte die Regierungssprecherin von Präsident Donald Trump, Karoline Leavitt, im Weißen Haus.
Mehrere Nato-Verbündete Dänemarks senden derzeit im Rahmen einer militärischen Erkundungsmission Soldaten auf die Arktisinsel. Es handelt sich bei der Erkundung unter der Führung Dänemarks nicht um eine Mission der Nato – die beteiligten Länder sind aber Mitgliedstaaten der Verteidigungsallianz.
Das weitgehend autonome Grönland gehört zum Hoheitsgebiet des Nato-Mitglieds Dänemark. An der Mission beteiligt sich auch die Bundeswehr. Vom Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen startete am Donnerstag ein Transportflugzeug vom Typ A400M mit etwas mehr als einem Dutzend Soldaten an Bord. Nach einem Stopp in Dänemark sollen die Soldaten an diesem Freitag zusammen mit weiteren Partnern mit einem zivilen dänischen Flugzeug in Grönland eintreffen.
Unter anderem Norwegen, Schweden, Finnland, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande schicken Soldaten. Einige sind Berichten zufolge bereits eingetroffen.
Pistorius: Erwarte keine Übernahme von Grönland durch USA
Trotz Drohungen von US-Präsident Donald Trump geht Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius nicht von einer Annexion Grönlands aus. „Ich sehe nicht, dass es zu einer solchen Aktion kommt“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag dem ZDF. „Ich kann nicht in die Zukunft gucken und vielleicht werde ich eines Besseren oder Schlimmeren belehrt“, sagte er und mahnte zu mehr Gelassenheit. „Ich glaube, es ist falsch, sich permanent mit dem ‚Was wäre wenn‘ zu beschäftigen, sondern wir sollten einfach schlicht und ergreifend unsere Arbeit machen.“
Im Zusammenhang mit der Erkundungsmission deutscher Soldaten in Grönland sagte Pistorius, es gehe dabei um die Sicherheit Grönlands, dies sei nicht gegen die USA gerichtet. Diese hätten ohnehin einen Stützpunkt dort. Ob die Bundeswehr-Truppe später aufgestockt werde, hänge von einer entsprechenden Bitte Dänemarks und einer Entscheidung der Nato ab, sagte Pistorius. Er betonte, dass jegliche Maßnahmen gemeinsam mit den USA erfolgen müssten, da es sich um "gemeinsames Territorium" handle.
Angesprochen auf den Zeitpunkt der Entsendung der deutschen Soldaten sagte Pistorius in den ARD-„Tagesthemen“, dies sei „ein zeitlicher Zufall“. „Das ist ja schon deshalb Zufall, weil wir, als wir die Planung dafür aufgesetzt haben, noch gar nicht wissen konnten, dass das Gespräch am Mittwoch stattfindet und wie es ausgehen würde.“ An dem Tag war es zu einem weitgehend ergebnislosen Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland gekommen.
Bislang sei man zu See unterwegs gewesen, erklärte Pistorius – jetzt gehe es um die Frage, wie an Land gemeinsam mit anderen Streitkräften der Nato geübt werden könne.












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