Der US-Multimillionär Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem viele junge Frauen und auch Minderjährige zum Opfer fielen. Mitte Dezember hatte ihr Ministerium damit begonnen, Ermittlungsakten aus dem Fall Epstein zu veröffentlichen. Kurz danach waren mehr als ein Dutzend Dateien überraschend wieder verschwunden.
Bondis Stellvertreter Todd Blanche sagte damals, dass die plötzliche Löschung auf Bitten von Betroffenen erfolgt sei. Die entfernten Fotos zeigten potenzielle Opfer, die zuvor nicht als solche identifiziert worden seien, hieß es.
Vorwurf: Täter statt Opfer geschwärzt
In der hitzigen Anhörung im Repräsentantenhaus kritisierte der demokratische Kongressabgeordnete Jamie Raskin das Versäumnis, die Namen von Opfern zu schwärzen, während die Namen von Tätern und Komplizen unkenntlich gemacht worden seien. Einige der Opfer hätten sich öffentlich zum Missbrauch geäußert, viele jedoch nicht. »Viele hatten ihre Peinigung geheim gehalten, sogar vor Familie und Freunden« – das Justizministerium habe dennoch ihre Namen und Identitäten mit der Welt geteilt, kritisierte Raskin.
Sein Parteikollege Dan Goldman kritisierte Bondi und ihr Ministerium ebenfalls für »unzulässige Schwärzungen«, die aus seiner Sicht US-Präsident Donald Trump und »andere in Verbindung zu Epstein stehende Täter« schützten – während den Opfern der Taten »genau das Gegenteil« angetan worden sei. »Deren Identifikationsdaten waren das Einzige, was hätte geschwärzt werden müssen – und dies ist nicht geschehen.«

vor 2 Stunden
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