Drohungen und Verhandlungen – so lässt sich die US-Außenpolitik mit Blick auf Iran derzeit verkürzt zusammenfassen. Am vergangenen Freitag noch sprach US-Präsident Donald Trump von »sehr guten«, wenn auch indirekten, Diskussionen in Oman (mehr dazu hier). Nun kommen aus Washington wieder einmal neue Drohgebärden. Trump erwägt im Konflikt mit Iran einem Medienbericht zufolge einen weiteren Flugzeugträger in die Region zu senden.
»Wir haben eine Flotte, die unterwegs ist, und eine weitere könnte folgen«, zitierte das Onlineportal »Axios« aus einem Interview mit dem Republikaner. Zugleich bekräftigte Trump, dass die USA ein Abkommen mit Iran schließen könnten.
Trump sagte laut »Axios« weiter: »Entweder wird es einen Deal geben oder wir werden wie beim letzten Mal zu sehr harten Maßnahmen greifen müssen.« Israel hatte im Juni 2025 zwölf Tage Krieg gegen den Erzfeind Iran geführt und zusammen mit den USA iranische Atomanlagen bombardiert. Im rechten Sender Fox Business sagte der Republikaner, es wäre »töricht«, wenn Teheran sich nicht auf einen Deal einlassen würde.
Neben dem militärischen Hebel wird im Weißen Haus und im Pentagon offenbar auch über weitere wirtschaftliche Druckmittel nachgedacht. So schreibt das »Wall Street Journal«, dass die Beschlagnahmung von Tankern mit iranischem Öl diskutiert werde. Hier gibt es aber offenbar Bedenken, was so ein Schritt an den Märkten auslösen könnte.
An diesem Mittwoch wird Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu in Washington erwartet. Er will mit Trump ab 11 Uhr (Ortszeit, 17 Uhr MEZ) auch über die laufenden Atomverhandlungen mit Iran beraten. Netanyahu wird nach Angaben seines Büros auf Beschränkungen für das iranische Raketenprogramm pochen. Dabei dürfte es auch um Trumps Drohung mit einem US-Angriff auf Iran gehen, sollten die Atomgespräche scheitern.
Es ist bereits das siebte Treffen Netanyahus mit dem US-Präsidenten seit Trumps erneutem Amtsantritt vor gut einem Jahr. Die beiden Politiker gelten als enge Verbündete.
In Iran wird der Besuch daher mit Argwohn beobachtet. »Es ist an Amerika, zu entscheiden – unabhängig von Druck und zerstörerischen Einflüssen, die der Region schaden«, betonte er. Das »zionistische Regime« habe wiederholt gezeigt, »dass es jeden diplomatischen Prozess in unserer Region ablehnt, der zu Frieden führt«, fügte Bakaei mit Verweis auf Israel hinzu.
Iran mit positivem Feedback zu Verhandlungen
Am Freitag hatten Vertreter aus Teheran und Washington unter strengen Sicherheitsvorkehrungen im Oman neue Verhandlungen begonnen. Der Golfstaat vermittelt in dem Konflikt. Die Verhandlungen folgen auf die schweren Massenproteste in Iran, die der staatliche Sicherheitsapparat brutal niederschlug.
Ziel der Gespräche ist eine Wiederbelebung der diplomatischen Beziehungen, um eine militärische Auseinandersetzung zu verhindern (mehr dazu hier). Iran sieht nach den jüngsten indirekten Verhandlungen eine Grundlage für eine Fortsetzung der Diplomatie.
Die Gespräche hätten dazu gedient, die Ernsthaftigkeit der Regierung in Washington auszuloten, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Esmaeil Baqaei, am Dienstag. Es gebe genug Übereinstimmung, um auf dem diplomatischen Weg voranzuschreiten. »Das Treffen in Muskat war nicht lang«, fügte er hinzu. »Nach den Gesprächen hatten wir das Gefühl, dass es Verständnis und einen Konsens gibt, den diplomatischen Prozess fortzusetzen.«

vor 2 Stunden
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