Ein US-Soldat, der am gewaltsamen Sturz von Nicolás Maduro beteiligt war, soll mit Geheimwissen 400.000 Dollar Gewinn gemacht haben. Ihm drohen mehrere Jahre Haft.
24. April 2026, 3:49 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, mm
Ein an dem Militäreinsatz zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro beteiligter US-Soldat soll vertrauliche Informationen für eine lukrative Online-Wette genutzt haben. Der US-Soldat wurde angeklagt, weil er seinen Zugang zu Geheimwissen genutzt haben soll, um auf der Prognoseplattform Polymarket mehr als 400.000 US-Dollar zu verdienen, wie die Bundesstaatsanwaltschaft in New York am Donnerstag mitteilte.
Dem 38-Jährigen werden unter anderem die unrechtmäßige Nutzung vertraulicher Regierungsinformationen zum persönlichen Vorteil, der Diebstahl nicht öffentlicher Regierungsinformationen, Rohstoffbetrug, Überweisungsbetrug sowie unzulässige Geldtransaktionen vorgeworfen. Ihm drohen mehrere Jahre Haft.
Der Soldat war laut Anklage an der Planung und Durchführung der Festnahme Maduros beteiligt und hatte Geheimhaltungsvereinbarungen unterzeichnet.
Konto bei Polymarket gelöscht
Den Behörden zufolge legte der Soldat gegen Ende Dezember ein Konto bei Polymarket an und platzierte rund 13 Wetten. Er setzte etwa darauf, dass US-Streitkräfte in Venezuela aktiv sein würden und Maduro bis zum 31. Januar 2026 nicht mehr im Amt sein würde.
Nach dem Einsatz soll der Soldat einen Großteil seiner Gewinne zunächst in ein ausländisches Kryptowährungskonto transferiert und später auf ein neues Brokerkonto verschoben haben. Zudem bat er Polymarket, sein Konto zu löschen.
»Jeder mit Sicherheitsfreigabe, der versucht, seinen Zugang und sein Wissen für persönlichen Gewinn zu nutzen, wird zur Rechenschaft gezogen«, teilte FBI-Direktor Kash Patel mit.
Auch zur Waffenruhe im Iran gab es verdächtige Wetten
Bereits seit einigen Wochen gibt es Berichte darüber, dass neue Konten auf Polymarket auffallend präzise und zeitlich gut platzierte Wetten auf eine mögliche Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran am 7. April abgegeben hatten – mit Gewinnen in Hunderttausenderhöhe. Das Weiße Haus warnte Mitarbeiter daraufhin davor, private Informationen für Wetten auf Prognosemärkte zu nutzen.
Kryptogestützte Prognosemärkte wie Polymarket stellen eine vergleichsweise neue Versuchung für Bundesbedienstete und Personen mit politischem Insiderwissen dar. Auf Prognosemärkten können Nutzer auf alles Mögliche wetten – von Sport bis hin zu weltpolitischen Ereignissen – und sich ihre Gewinne anonym auszahlen lassen. Polymarket und sein Rivale Kalshi wurden 2020 und 2018 gegründet. In den vergangenen Jahren sind sie einem größeren Publikum immer bekannter geworden.

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