Schon am Vormittag lag die Wahlbeteiligung in Ungarn deutlich über dem Wert von 2022. Viktor Orbán und sein Herausforderer Péter Magyar haben ihre Stimme abgegeben.
Aktualisiert am 12. April 2026, 13:50 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, Reuters, ps
Bei der Parlamentswahl in Ungarn zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Fünf Stunden nach Öffnung der Wahllokale haben nach Angaben der zentralen Wahlbehörde bereits 37,98 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
Damit lag die Beteiligung deutlich höher als bei der letzten Parlamentswahl 2022 zum selben Zeitpunkt, als sie 25,8 Prozent betrug. Das regierungskritische Portal hvg.hu nennt dies bereits einen "absoluten Rekord".
Endet Orbáns Regerierungszeit nach 16 Jahren?
Die Wahl gilt als wichtigste Wählerentscheidung seit der demokratischen Wende 1989/90 und entscheidet über Ende oder Fortsetzung der Regierung des Rechtspopulisten Viktor Orbán. Jüngsten Umfragen zufolge hat Orbáns Herausforderer Péter Magyar gute Chancen auf einen Wahlsieg. Beide haben am Sonntag bereits ihre Stimme abgegeben. Orbán regiert seit 16 Jahren in Ungarn.
Péter Magyar, der die bürgerliche Tisza-Partei anführt, stammt selbst aus dem inneren Kreis von Orbáns Fidesz-Partei, hat aber mit dieser wegen Korruption und Machtmissbrauch gebrochen. Magyars Tisza-Partei ist Mitglied in der Europäischen Volkspartei, der auch CDU und CSU angehören. Ein Machtwechsel würde auch einen außenpolitischen Kurswechsel bedeuten.
Magyar hat die Parlamentswahl als historische Richtungsentscheidung für das Land bezeichnet. Es sei eine Wahl "zwischen Ost und West", sagte er nach seiner Stimmabgabe in Budapest. Seine Partei werde die Wahl gewinnen. "Die einzige Frage ist, ob mit einer einfachen oder einer Zwei-Drittel-Mehrheit". Auch der amtierende Ministerpräsident Viktor Orbán gab sich zuversichtlich. "Ich bin hier, um zu gewinnen", sagte er nach seiner Stimmabgabe.
Magyar kündigte für den Fall eines Wahlsiegs an, als erstes gegen die Korruption vorzugehen und die von der EU eingefrorenen Gelder für Ungarn freizugeben. Zudem werde seine Regierung die Position Ungarns in der EU und der Nato stärken. Er rief die Wähler dazu auf, alle Unregelmäßigkeiten bei der Stimmabgabe zu melden. "Wahlbetrug ist ein sehr schweres Verbrechen", sagte er. Orban erklärte seinerseits, Europa steuere auf eine große Krise zu. Es brauche eine starke nationale Einheit, um dieser zu widerstehen.
Die Wahllokale schließen um 19 Uhr. Mit ersten vorläufigen Ergebnissen wird kurz danach gerechnet.
Die Hintergründe zur Ungarn-Wahl können Sie in unserem Überblick nachlesen.

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