In der Region Sumy sind russische Truppen in das Grenzdorf Bessaliwka einmarschiert. Die Armee nutzt offenbar KI-Videos, um Erfolge in Kostjantyniwka vorzutäuschen.
Aktualisiert am 16. Juni 2026, 7:29 Uhr
Die russische Armee ist im Norden der Region Sumy vorgerückt. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Institute for the Study of War (ISW) hervor. Geolokalisierte Aufnahmen zeigen demnach, dass russische Soldaten bis ins Zentrum des Grenzdorfs Bessaliwka gelangt sind. Ein russischer Militärblogger behauptete, dass die Angreifer weiter östlich außerdem bis in die Außenbezirke des Grenzdorfs Welyka Rybysja gekommen seien; dafür sieht das ISW aber keine Belege.
Ansonsten kamen russische Truppen entlang der Front nicht voran. Allerdings gibt es laut dem ISW Anzeichen dafür, dass die Armee zunehmend KI-generierte Videos verbreitet, um Erfolge in und rund um die ukrainisch kontrollierte Stadt Kostjantyniwka vorzutäuschen. Erst gestern wurden demnach Aufnahmen veröffentlicht, auf denen vermeintlich zu sehen ist, wie Soldaten russische Flaggen am westlichen und südwestlichen Stadtrand von Kostjantyniwka sowie im südwestlichen Vorort Dowha Balka hochhalten. Gleichzeitig behauptete das russische Verteidigungsministerium, die Armee habe den Vorort besetzt.
Das ISW geht davon aus, dass die Videos KI-generiert sind; die Armee hat demnach auch zuvor schon KI-Aufnahmen verwendet, um Vorstöße auf dem Schlachtfeld vorzutäuschen. Auch das Verteidigungsministerium und russische Staatsmedien haben demnach Informationskampagnen gestartet, in denen Erfolge in Kostjantyniwka vorgetäuscht werden.
Laut einem ukrainischen General haben russische Kommandeure bereits an die oberste Befehlsebene gemeldet, dass sie Kostjantyniwka eingenommen hätten, und suchen nun nach Wegen, um ihre Behauptungen zu untermauern. De facto sind laut ukrainischen Beamten bisher nur 100 bis 150 russische Soldaten, meist in Kleingruppen, in die Stadt eingedrungen. Dadurch sei die Stadt zwar zunehmend schwierig zu verteidigen, sie sei jedoch noch längst nicht besetzt.
Laut dem ISW behaupten russische Quellen zudem, dass die Einnahme von Kostjantyniwka zum Fall des gesamten ukrainischen Festungsgürtels führen würde. Das ISW hält diese Darstellung, die auch bei anderen Städten wie Pokrowsk kursierte, jedoch für falsch.
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