Ukraine: Wolodymyr Selenskyj sieht Chancen für Rüstungsexporte, Wladimir Putin kritisiert Kyjiw für Kriegsführung

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Vor mehr als vier Jahren begann Russlands Krieg gegen die Ukraine. Und inzwischen produziert die Rüstungsindustrie des angegriffenen Landes nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj teilweise mehr, als die eigenen Streitkräfte an Waffen benötigen. »Aktuell verfügen wir über Produktionsbereiche mit 50 Prozent Überkapazität«, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft.

Angesichts der großen Waffenexpertise, die das Land in vier Jahren Krieg gegen Russland gewonnen habe, ergäben sich Exportmöglichkeiten, um die Finanzen des Landes aufzubessern.

Mit einigen Regionen der Welt gibt es Selenskyj zufolge bereits eine besondere Art der Kooperation: Drohnengeschäfte. Er nannte Europa, den Nahen Osten und den Kaukasus. Nach Beginn des Irankriegs hatte Selenskyj mit mehreren Monarchien in der Golfregion Verträge über Abfangdrohnen geschlossen. Mit Deutschland wiederum baut die Ukraine gemeinsam Drohnen. Und erst vor zwei Tagen vereinbarte Selenskyj eine Rüstungskooperation mit Aserbaidschan.

  • Welche Rolle Deutschland in der Verteidigung der Ukraine mithilfe von Drohnen spielt, lesen Sie hier .

Kremlchef Wladimir Putin sprach am Dienstag ebenfalls über ukrainische Drohnen: Er beklagte eine Zunahme ukrainischer Angriffe auf zivile Ziele in Russland. »Immer häufiger werden auch mit Drohnen Schläge gegen zivile Infrastruktur geführt«, sagte Putin bei einer Sitzung zu Fragen der Sicherheit bei den bevorstehenden Duma-Wahlen im Herbst (mehr dazu hier ). Er verwies dabei auf die jüngsten Attacken gegen Ölreservoirs in der Schwarzmeerstadt Tuapse.

Rauch über Tuapse nach einem ukrainischen Drohnenangriff (am Dienstag)

Rauch über Tuapse nach einem ukrainischen Drohnenangriff (am Dienstag)

Foto:

Boris Morozov / Sputnik / IMAGO

Die Ukraine hat in den vergangenen zwei Wochen drei schwere Angriffe gegen Tuapse gestartet. Als nach der jüngsten Attacke in der Nacht zum Dienstag erneut schwere Brände ausbrachen, riefen die Behörden erstmals zur Evakuierung benachbarter Straßenzüge auf (mehr dazu hier). Grenzwerte für Benzol, Xylol und Ruß in der Luft wurden selbst nach offiziellen Angaben um das Doppelte bis Dreifache überschritten. Als es regnete, schlugen sich die Ölpartikel in der Luft in schwarzen, schmierigen Flecken nieder, die Häuser und Autos verschmutzten. Auch Menschen und Tiere litten darunter. Ölprodukte gelangten auch ins Schwarze Meer.

Putin bei der Sitzung am Dienstag

Putin bei der Sitzung am Dienstag

Foto:

Mikhail Metzel / REUTERS

Putin sprach in seiner Rede zwar von »potenziell schweren Folgen« für die Umwelt, dementierte aber, dass es derzeit ernste Gefahren für die Bewohnerinnen und Bewohner gebe. Die Behörden hätten alles im Griff, behauptete er nach einem Gespräch mit dem Gouverneur der Region Krasnodar, Wenjamin Kondratjew.

Kyjiw zielt bei seinen Attacken bewusst auf die Ölindustrie, weil Russland mit deren Einnahmen den von Putin befohlenen Krieg gegen die Ukraine finanziert. Auch Russland beschießt seit mehr als vier Jahren systematisch das Hinterland der Ukraine mit Drohnen und Raketen. Bei den russischen Attacken sterben in der Ukraine fast täglich Zivilisten, Wohnhäuser und lebenswichtige Infrastruktur werden zerstört.

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