Ukraine: US-Topdiplomatin Julie Davis will zurücktreten

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Donald Trump muss sich nach einer neuen Geschäftsführerin der US-Botschaft in der Ukraine umschauen. Die bisherige Chargé d'affaires Julie Davis, die die Auslandsvertretung erst im Mai 2025 übernommen hatte, wird den Posten im Juni niederlegen und aus dem Auswärtigen Dienst ausscheiden, wie das US-Außenministerium bestätigte.

Zuvor hatte unter anderem die »Financial Times« über Davis' Rückzug berichtet. Dieser sei auf Meinungsverschiedenheiten mit der Politik von US-Präsident ​Trump und ihre Frustration über dessen nachlassende Unterstützung für die Ukraine ⁠zurückzuführen.

Außenministerium dementiert Dissonanzen

Das Außenministerium wies diese Darstellung jedoch als »falsch« zurück. Davis habe sich stets standhaft für die Bemühungen der Trump-Regierung eingesetzt, einen dauerhaften Frieden zwischen Russland und der Ukraine herbeizuführen, teilte ein Sprecher mit. Dies werde sie auch bis zur Aufgabe ihrer Geschäfte in Kyjiw tun.

Seit dem Beginn des Irankriegs findet die Ukraine und ihre andauernde Verteidigung gegen Russland international deutlicher weniger Beachtung, auch der US-Präsident richtet seine Aufmerksamkeit offenbar vor allem auf den Konflikt an der Straße von Hormus. Trump pflegt ohnehin eine wechselhafte Beziehung zum ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

Nach einem Eklat zwischen den beiden Staatschefs im Weißen Haus am 28. Februar 2025 hatte sich das Verhältnis zwar wieder etwas stabilisiert. Die von den USA vermittelten Waffenstillstandsgespräche sind jedoch weitgehend ins Stocken geraten. Auch pflegt Trump einen freundlicheren Kurs gegenüber Russlands Präsident Wladimir Putin, der weiterhin keine Anstalten macht, den Angriffskrieg zu beenden.

Davis ist neben ihrer Rolle als Chargé d'Affaires auch US-Botschafterin für Zypern, hat derzeit also eine Doppelfunktion inne. Während Trumps erster Amtszeit diente sie als US-Sondergesandte für Belarus.

Frühere Botschafterin trat über Differenzen mit Trump zurück

Davis' Rückzug bedeutet die nächste Rotation in der US-Vertretung in der Ukraine binnen kurzer Zeit. Die frühere Botschafterin Bridget Brink hatte ihr Amt wegen Differenzen mit Trump im April 2025 aufgegeben.

»Leider besteht die amerikanische Politik seit Beginn der Trump-Regierung darin, Druck auf das Opfer auszuüben, die Ukraine, und nicht auf den Aggressor, Russland«, schrieb Brink damals. Sie habe die Politik dieser Regierung nicht mehr guten Gewissens vertreten können und es als ihre Pflicht empfunden, zurückzutreten.

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