Ukraine-Krieg: Uno meldet Höchststand ziviler Opfer

vor 17 Stunden 1

Die Uno hat in der von Russland angegriffenen Ukraine im Mai einen Höchststand an verletzten und getöteten Zivilisten innerhalb eines Monats seit April 2022 registriert. Mindestens 274 Menschen seien im Mai getötet und weitere 1763 verletzt worden, heißt es in dem Bericht des Büros des Hohen Kommissars für Menschenrechte . Das entspreche einem Anstieg um 93 Prozent im Vergleich zum Mai 2025, wo demnach 191 Tote und 865 Verletzte registriert worden waren.

Auf Angriffe mit Raketen und Drohnen gehen demnach 45 Prozent der Opfer zurück, meist in Städten fernab der Front wie Kyjiw und Dnipro. Nahe der Front seien Drohnen mit kurzer Reichweite die Hauptursache für zivile Opfer gewesen. Noch nie seit Kriegsbeginn seien damit so viele Menschen in einem Monat getötet (64) und verletzt (539) worden wie im Mai.

Auch ‌die Hauptstadt Moskau wurde offenbar angegriffen. Mehrere auf die Metropole zusteuernde Drohnen seien abgewehrt worden, erklärte Bürgermeister Sergej Sobjanin im Kurznachrichtendienst ‌Telegram. Fachleute untersuchten die Trümmerteile an den Absturzstellen. Nach einer Auswertung russischer Nachrichtenagenturen wurden in ‌Moskau 27 Drohnen zerstört.

Unabhängig lassen sich die Angaben derzeit nicht überprüfen. Die ​Ukraine hat ‌ihre Luftangriffe auf Ziele im ‌Nachbarland zuletzt ​verstärkt. Dabei nimmt sie vor allem Anlagen der Ölindustrie ins Visier.

Ukraine distanziert sich von russischer Sprache

In der Ukraine distanziert man sich nun auch von der russischen Sprache. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnete ein Gesetz, das der russischen Sprache ihren bisherigen Schutzstatus in dem Land wieder aberkennt. »Die Sprache eines Aggressorstaates kann nicht von Schutzinstrumenten profitieren, die indigenen Völkern oder nationalen Minderheiten helfen sollen«, erklärte der ukrainische Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk bei Facebook. Der Schritt sei »eine wichtige Entscheidung, um den ukrainischen Sprachraum zu schützen«.

Nach der Charta der Regional- und Minderheitensprachen, die die Ukraine unterzeichnet hat und die vom Europarat überwacht wird, genoss das Russische in der Ukraine bislang besondere Rechte. Vor Beginn des Krieges gab fast ein Drittel der Ukrainer Russisch als Muttersprache an. Umfragen zufolge ist mit dem Krieg der Anteil Russisch sprechender Ukrainer zurückgegangen.

Die Neuregelung macht Russischsprechen in der Ukraine nicht illegal. Die Behörden sind jetzt aber nicht mehr verpflichtet, Informationen oder Dienstleistungen auch auf Russisch anzubieten. Außerdem kann der Russisch-Unterricht an Schulen eingeschränkt werden.

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