Ukraine-Krieg: Sechs Tote und Dutzende Verletzte nach russischen Angriffen

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Wenige Tage vor einer angekündigten Feuerpause hat Russland offenbar erneut tödliche Luftangriffe gegen die Ukraine durchgeführt. Die Attacken zielten in der zentralukrainischen Region Poltawa Berichten zufolge auf Anlagen des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz sowie Eisenbahninfrastruktur.

Wie der Naftogaz-Vorstand Serhij Koretskyj auf X mitteilte, kamen durch den kombinierten russischen Drohnen- und Raketenangriff fünf Menschen ums Leben. 37 weitere wurden demnach verletzt.

Laut Koretskyj handelt es sich um drei Naftogaz-Mitarbeiter und zwei Einsatzkräfte. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj attackierte Russland nach einem ersten Schlag offenbar ein zweites Mal und traf dabei Rettungskräfte, die den Brand zu löschen versuchten.

»Wir haben erhebliche Schäden und Produktionsausfälle erlitten«, teilte Koretskyj mit. Die Gasversorgung in der Region soll für Tausende Haushalte beeinträchtigt sein.

Tote auch in Oblast Charkiw

Laut der lokalen Staatsanwaltschaft wurde auch in der Region Charkiw ein Mensch durch russischen Raketenbeschuss auf einen Industriebetrieb getötet. Zwei weitere seien verletzt worden. Bereits am Montag hatte es bei einem russischen Raketenangriff auf ​die Stadt Merefa mindestens sieben Tote und über 30 Verletzte gegeben.

Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe wurden seit Montagabend russische Angriffe in Form von elf ballistischen Raketen und 164 Drohnen registriert. Eine Rakete und 149 Drohnen seien abgeschossen oder neutralisiert worden, hieß es weiter. Acht Raketen und 14 Drohnen hätten 14 Ziele getroffen.

Bild der Zerstörung in der Stadt Merefa in der Oblast Charkiw nach einem russischen Angriff am Montag

Bild der Zerstörung in der Stadt Merefa in der Oblast Charkiw nach einem russischen Angriff am Montag

Foto: Anadolu Agency / IMAGO

Verletzt wurden nach Behördenangaben auch zwei Menschen im Gebiet Tschernihiw und drei in der Region um die Hauptstadt Kyjiw.

Die Angriffe erfolgen kurz nach der Ankündigung eine kurzzeitige Waffenruhe durch Russland für den kommenden Freitag und Samstag. An den Tagen wird in Russland der Sieg der Sowjetunion über das nationalsozialistische Deutschland im Zweiten Weltkrieg gefeiert, es ist einer der größten Feiertage im russischen Kalender. Nun scheint es, als würden die russischen Angriffe kurz vor Beginn der Feuerpause noch einmal intensiviert.

Selenskyj warf Russland auf der Plattform X angesichts der Angriffe kurz nach der Feuerpausen-Ankündigung »blanken Zynismus« vor. »Russland könnte den Beschuss jederzeit einstellen und würde damit den Krieg und unsere Reaktionen beenden«, schrieb Selenskyj. Die Ukraine werde nun entsprechend handeln.

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Die Ukraine hatte zuvor angekündigt, ihrerseits bereits in der Nacht zu Mittwoch ab 0 Uhr das Feuer zeitweise einzustellen. Ob die Feuerpause nun tatsächlich eingehalten wird, bleibt abzuwarten.

Russland meldet Angriff auf Ölraffinerie

Die russische Region Leningrad hatte am Dienstagmorgen ukrainische Angriffe gemeldet. Ziel sei eine große Ölraffinerie nahe der Stadt Kirischi gewesen, teilte ein Regionalgouverneur mit. Es habe einen Brand gegeben, der jedoch wieder eingedämmt worden sei. Verletzte habe es nicht gegeben. Die Raffinerie ist laut Reuters eine der größten des Landes.

Laut Russlands Verteidigungsministerium wurden in der Nacht auf Dienstag 289 ukrainische Drohnen zerstört. Die Angaben beider Seiten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

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