Die russische Hafenstadt und Flottenbasis Noworossijsk war in der Nacht zu Montag einem massiven ukrainischen Drohnenangriff ausgesetzt. Dabei wurden fünf Menschen verletzt und mehrere Gebäude beschädigt, wie der Gouverneur von Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, bei Telegram mitteilte. Er rief die Bürger dazu auf, weiterhin Vorsichtsmaßnahmen zu beachten.
»Die ganze Nacht über hat unser Militär einen massiven Angriff ukrainischer Drohnen abgewehrt. Der stärkste Schlag traf Noworossijsk, wo der Notstand ausgerufen wurde«, erklärte Kondratjew. Das russische Verteidigungsministerium gab an, in der Nacht 172 ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben, darunter 67 über dem Schwarzen Meer und 66 über der Region Krasnodar, in der Noworossijsk liegt.
Zudem berichtete unter anderem das unabhängige Portal »Astra« von einem Brand im Ölterminal Shekharis im Süden von Noworossijsk. Dieser sei mutmaßlich durch die Drohnenangriffe hervorgerufen worden, hieß es. Shekharis gilt als für Russland strategisch wichtiger Terminal zur Aufnahme, Lagerung und Verschiffung von Öl und Ölprodukten. Er spielt eine wichtige Rolle beim Ölexport über das Schwarze Meer. Ukrainische Drohnen haben Shekharis bereits im November 2025 bei einem Angriff auf eine Militärbasis in Hafennähe beschädigt.
Selenskyj erklärt Winter für überstanden
Derweil begrüßte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj das Ende des vierten Kriegswinters und den damit verbundenen Widerstand gegen die russischen Angriffe auf das Energiesystem seines Landes. »Heute ist der Tag, an dem jeder von uns mit Fug und Recht sagen kann: Wir haben diesen Winter überstanden, den schwierigsten seit Beginn des Krieges«, sagte Selenskyj in seiner Videoansprache am ersten Tag des meteorologischen Frühlings. »Die Russen wollten diesen Winter zur Vernichtung der Ukraine und der Ukrainer nutzen, aber die Ukraine hat nicht nachgegeben.«
In den drei Wintermonaten habe Russland demnach mit fast 19.000 Kampfdrohnen, mehr als 14.670 Gleitbomben und 738 Raketen angegriffen. »Kein Volk hat solche Prüfungen durchgemacht«, sagte Selenskyj. »Die Ukrainer haben auch das überwunden.«
Mit diesen Angriffen, die die Versorgung mit Wasser, Strom und Wärme teilweise unterbrachen, versuchten die russischen Streitkräfte, die ukrainische Zivilbevölkerung massiv unter Druck zu setzen. Durch die russischen Attacken mit Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern kam es zu stundenlangen Stromabschaltungen in verschiedenen Landesteilen, die die ukrainischen Reparaturtrupps vor schwere Aufgaben stellten.

vor 2 Stunden
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