Auf eine Wand projiziertes Tyrannosaurus-Skelett: Großer Kiefer
Foto: Jeff Mcintosh / ZUMA Press / IMAGODieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde.
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Der Tyrannosaurus war ein Riese seiner Zeit. Mehr als zehn Meter lang, oft mehr als acht Tonnen schwer. Auf zwei stabilen Beinen trug er den massigen Rumpf, den langen Schwanz und den immensen Kopf mit dem großen Maul. Alles war groß am Tyrannosaurus.
Nur seine Arme nicht. Fast sieht es aus, als würden sie zu einer anderen Art gehören. Klein, kurz und unscheinbar lagen sie an seiner Brust.
Der Tyrannosaurus war damit nicht allein, auch andere Dinosaurier hatten diese besonderen Proportionen. Forschende haben ein Muster gefunden – und eine These, warum das so ist. Für die Untersuchung, die im Fachblatt »Proceedings of the Royal Society B « veröffentlicht wurde, haben sie Daten von 82 Theropodenarten ausgewertet. Diese Dinosaurier, zu deren Gruppe auch der Tyrannosaurus gehört, waren überwiegend zweibeinige Fleischfresser.
Das Team stellte fest, dass viele der Dinos nicht nur einfach sehr kleine Arme hatten, sondern, wenn es so war, dann auch einen großen, kräftigen Kiefer und Schädel. Aber warum?
»Use it or lose it«
Es könnte an der Beute liegen, von der die Fleischfresser sich ernährten. Dazu gehörten unter anderem Sauropoden – gigantische Pflanzenfresser mit langen Hälsen und Schwänzen. Weil diese mit der Zeit immer größer wurden, mussten auch ihre Jäger darauf reagieren, so die Theorie. Praktischer als die Arme sei da wohl der Kiefer gewesen. »Einen 30 Meter langen Sauropoden mit den Klauen zu ziehen und zu packen, ist nicht ideal«, sagte Hauptautor Charlie Roger Scherer von der UCL. Mit dem Gebiss direkt anzugreifen und die Beute so festzuhalten, sei möglicherweise effektiver gewesen.
»Es ist ein Fall von ›use it or lose it‹«, sagte Scherer. Weil die Arme nicht mehr nützlich seien, hätten sie sich mit der Zeit zurückentwickelt. Insbesondere in jenen Gebieten, in denen die Sauropoden – also die pflanzenfressende Beute – besonders groß waren, hätte das Forschungsteam kleine Arme bei den fleischfressenden Zeitgenossen finden können.
Möglicherweise hätte sich eine Dynamik entwickelt, die die Forschenden als »evolutionäres Wettrüsten« beschreiben: Theropoden hätten womöglich besonders starke Schädel und Kiefer entwickelt, um die Beute besser überwältigen zu können. Entscheidend für die angepasste Jagdtechnik waren demzufolge die Proportionen, nicht die Körpergröße insgesamt. Einen starken Schädel und verkürzte Arme hätten sie etwa auch beim Majungasaurus gefunden, der nur etwa ein Fünftel des Tyrannosaurus wog.
Allerdings betont die Gruppe auch, dass es sich bei ihrer Entdeckung um eine Korrelation handelt, nicht unbedingt um Kausalität. Ob also wirklich die größere Beute zu den kleineren Armen geführt hat, lässt sich nicht eindeutig nachweisen.

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