Türkische Gemeinde in Deutschland: Ärger über Merz-Aussage

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Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) übt scharfe Kritik an einer Einlassung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu Gewalt gegen Frauen. „Mit seinen gestrigen Äußerungen hat Herr Merz bewiesen, dass es ihm nicht um den Schutz von Frauen geht, sondern um politische Instrumentalisierung“, sagte die TGD-Bundesvorsitzende Mehtap Caglar der Deutschen Presse-Agentur.  Merz hatte am Mittwoch im Bundestag gesagt: „Wir haben eine explodierende Gewalt in unserer Gesellschaft, und zwar im analogen wie im digitalen Raum, und dagegen müssen wir gemeinsam etwas tun.“ Man müsse dann aber auch darüber sprechen, wo diese Gewalt herkomme, sagte er unter Beifall von Abgeordneten der Union und der AfD. Merz fügte hinzu: „Und dann müssen wir auch ansprechen, dass ein beachtlicher Teil dieser Gewalt aus den Gruppen der Zuwanderer in die Bundesrepublik Deutschland kommt.“ Auch das gehöre zur Vollständigkeit des Bildes dazu, sagte er, was von Abgeordneten der Linksfraktion und der Grünen mit verärgerten Zwischenrufen quittiert wurde.

Wenn ein Politiker wie Merz angesichts drastischer Fälle sexualisierter Gewalt - auch im digitalen Raum - mit „Aber die Ausländer“ reagiere, grenze dies an unterlassene Hilfeleistung, sagt die Co-Vorsitzende der TGD. „Wer Gewalt nur dann thematisiert, wenn er sie Migranten zuschreiben kann, lässt jede einzelne Frau in Deutschland im Stich, die Schutz vor patriarchaler Gewalt braucht - egal, woher der Täter kommt.“ Die TGD ist ein Dachverband, der die Interessen von Menschen mit türkischem Migrationshintergrund in Deutschland vertritt. Der Verband wurde 1995 gegründet – auch als Reaktion auf rassistische Ausschreitungen und Morde wie in Mölln und Solingen.

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