Der Journalist Alican Uludağ war seit Februar in der Türkei in Haft. Ein Gericht hat seine Freilassung angeordnet, der Prozess gegen ihn soll aber fortgesetzt werden.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, voi Aktualisiert am 21. Mai 2026, 17:17 Uhr
Drei Monate nach seiner Festnahme hat ein Gericht in Ankara die Freilassung des Deutsche-Welle-Journalisten Alican Uludağ angeordnet. Dies teilte sein Anwalt Abbas Yalcin mit und fügte hinzu, dass Uludağ voraussichtlich noch am Abend aus dem Gefängniskomplex Silivri bei Istanbul entlassen werde. Der nächste Verhandlungstermin ist demnach für den 18. September angesetzt.
Das Verfahren gegen den Journalisten hatte am Nachmittag in der türkischen Hauptstadt begonnen. Aus der Anklageschrift geht hervor, dass ihm unter anderem Beleidigung des Präsidenten, die Verbreitung irreführender Informationen sowie in mehreren Fällen die Herabwürdigung der Türkei zur Last gelegt werden. Anlass sind demnach unter anderem Aussagen, die Uludağ auf X veröffentlicht haben soll.
Uludağ, der aus der Haft per Videoübertragung zur Verhandlung zugeschaltet war, bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Zum Prozessauftakt sagte er, er sei inhaftiert worden, um den Preis für seine journalistische Tätigkeit zu zahlen. »Mein Gewissen ist rein«, zitierte ihn das Nachrichtenportal T24. Er habe seinen Beruf nicht zu seinem eigenen Vorteil, sondern zum Wohle der Öffentlichkeit ausgeübt. Seine Verhaftung bezeichnete er als »Gefahr für den Journalismus«.
Die Intendantin der Deutschen Welle, Barbara Massing, sagte: »Wir fordern, dass das Verfahren umgehend eingestellt wird.« Uludağ habe lediglich seinen Job als Gerichtsreporter gemacht. »Wir stehen weiterhin uneingeschränkt hinter ihm und werden uns für seinen Freispruch einsetzen. Seine Verhaftung zeigt, wie kritische Stimmen in der Türkei gezielt eingeschüchtert und zum Schweigen gebracht werden sollen.«
Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.

vor 1 Stunde
1








English (US) ·