Ein Flaggschiff ist zu teuer? Unser Vergleich zeigt die besten Mittelklasse-Smartphones bis 600 Euro mit guter Kamera – von Samsung, Xiaomi, Motorola & Co.
Top-Smartphones namhafter Hersteller stehen im Rampenlicht. Modelle wie das Xiaomi 17 Ultra oder Apple iPhone 17 Pro und Samsung Galaxy S26 Ultra sind reizvoll, schließlich vereinen sie aktuelle Spitzentechnik in edlem Design. Der Preis sorgt jedoch schnell für Ernüchterung: Über 1000 Euro für ein Mobilgerät, das meist nur wenige Jahre hält, ist für viele keine Option.
Zum Glück geht es günstiger. Mit etwas Recherche finden sich Mittelklasse-Handys, die technisch nahe an Flaggschiff-Handys herankommen – und dabei oft nur die Hälfte kosten. Der Begriff Mittelklasse ist weit gefasst und kann schon für Geräte ab knapp über 300 Euro herangezogen werden.
In dieser Bestenliste konzentrieren wir uns aber auf die gehobene Mittelklasse mit aktuellen Smartphones, die preislich zwischen knapp 400 Euro und rund 600 Euro angesiedelt sind. Modelle, die älter als zwei Jahre sind, berücksichtigen wir nicht. Auch aktuelle iPhones sucht man in diesem Preissegment vergeblich – deshalb liegt der Fokus hier ausschließlich auf Android-Geräten. Neben dem eigentlichen Ranking der Bestenliste bieten wir eine Kaufberatung.
Testsieger ist das Poco F8 Pro von Xiaomi ab 440 Euro. Dieses Modell bietet das beste Gesamtpaket zum fairen Preis. Dazu gehören eine hervorragende Kamera mit Teleobjektiv sowie der leistungsstärkste Prozessor im Testfeld.
Wer hingegen vorwiegend Wert auf einen starken Zoom bei der Kamera legt, greift zum Technologiesieger Xiaomi 15T Pro ab 570 Euro. Es überzeugt insbesondere mit seiner exzellenten Telekamera – die beste in der Preisklasse.
Den Titel Preis-Leistungs-Sieger sichert sich das Motorola Edge 60 Pro ab 399 Euro. Es bietet dennoch eine gute Telekamera, ein robustes Gehäuse und lange Akkulaufzeit.
Hinweis: Bei all unseren Bestenlisten sind die genannten Preise immer Momentaufnahmen.
Liegt das Budget noch niedriger, lohnt ein Blick in unsere Top 10: Das beste Smartphone bis 400 Euro im Test. Dort ist das Motorola Edge 60 Pro der Testsieger, während das Realme 14 Pro+ 5G ebenfalls eine starke Leistung zeigt. Eine günstige Alternative ist zudem das Nothing Phone 3a Pro mit Periskop-Telelinse.
In der Preisklasse bis 600 Euro sind Auflösungen unter FHD+ nicht mehr zu finden. Bei Diagonalen von etwa 6,5 Zoll ergibt FHD+ gut 400 Pixel pro Zoll (PPI) – das reicht für eine scharfe Darstellung. Die höchste Auflösung in der Bestenliste liegt bei 2772 × 1280 Pixel.
Bei der Technologie steht ein AMOLED-Display ganz oben auf der Wunschliste – was nicht heißt, dass IPS-LCDs schlecht wären. AMOLED bietet aber deutlich bessere Schwarzwerte, höhere Kontraste, kräftigere Farben und eine größere Blickwinkelstabilität. Hinzu kommt: OLED-Displays sind auch unter 600 Euro inzwischen richtig hell und in diesem Preisrahmen der Standard.
Bei der Bildwiederholrate schaffen die Panels in dieser Preisklasse üblicherweise 120 Hz, einige sogar 144 Hz. Das sorgt für eine flüssigere Darstellung. Manche Geräte setzen zusätzlich auf LTPO-Technik (Low-Temperature Polycrystalline Oxide) mit variablen Bildwiederholraten von 1 bis 120 Hz – das spart Energie. Mindestens 120 Hz bieten alle Modelle dieser Bestenliste. Mit 60 Hz sollte sich bei so viel Geld niemand mehr zufriedengeben. Wer einmal flüssig durch Menüs oder den Browser gescrollt hat, will nicht mehr zurück.
In der Mittelklasse steckt heute deutlich mehr Rechenkraft als noch vor wenigen Jahren. Viele Modelle unserer Bestenliste nutzen Chipsätze der oberen Mittelklasse wie den Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4, 7 Gen 3 oder 7s Gen 3. Im Alltag macht das kaum einen Unterschied zu teureren High-End-Prozessoren – für Aufgaben wie Surfen, Messaging oder Videostreaming reicht die Leistung locker aus.
Die höchste Leistung im Testfeld bietet das Poco F8 Pro mit Snapdragon 8 Elite. Auch das Poco X8 Pro Max liefert mit dem Mediatek Dimensity 9500s reichlich Reserven. Fürs Gaming taugen zudem Geräte mit Snapdragon 8 Gen 3 oder Mediatek Dimensity 9400+.
Einige Hersteller verbauen leicht abgespeckte Spitzenchips, wie den Snapdragon 8s Gen 3, der bei der Leistung schon nahe an die Flaggschiff-Serie heranreicht. Dazu kommen Alternativen wie der Samsung Exynos 2400. Die Mediatek-Chips Dimensity 8300-Ultra und 9300+ bieten ein hervorragendes Verhältnis aus Leistung und Effizienz.
Wer hauptsächlich anspruchsvolle 3D-Spiele spielt, ist mit echten Oberklasse-Chips der Snapdragon-8-Serie besser bedient – sie liefern die höchste CPU- und GPU-Leistung. Für den Alltag und gelegentliches Gaming reicht die Rechenleistung der hier gelisteten Smartphones aber vollkommen aus.
Viele Hersteller sparen bei der Kamera. In der gehobenen Mittelklasse bieten aber fast alle Smartphones inzwischen einen optischen Bildstabilisator (OIS). Immer mehr Modelle verfügen zudem über eine leistungsstarke Telelinse – teils sogar mit Periskop-Technik. Eine Triple-Kamera mit Haupt-, Ultraweitwinkel- und Telelinse gehört hier zum guten Ton.
In dieser Bestenliste nutzen acht von zehn Geräten eine Triple-Kamera mit Teleobjektiv. Das Xiaomi 15T Pro sowie das Nothing Phone 3a Pro und das Nothing Phone 4a Pro bieten sogar eine Periskop-Telelinse mit starkem Zoom. Einige Modelle setzen OIS für Haupt- und Telelinse ein – entsprechend besser sind die Aufnahmen, teils auch bei Nacht. Eine hervorragende Kamera mit starkem Zoom bietet zudem das Pixel 10 von Google. Das Honor 600 hat keine Telelinse, dafür aber einen Sensor mit bis zu 200-Megapixel-Auflösung.
Bei Videos sind 4K-Aufnahmen Standard, viele Geräte schaffen das auch mit 60 fps oder mehr – allerdings längst nicht alle. Bei einigen Smartphones sind in der höchsten Auflösung weiterhin nur 30 fps möglich. Dadurch wirken Schwenks leicht ruckelig. 4K mit 60 fps behebt das Problem. Frontkameras bieten heute fast immer hohe Auflösungen, schwächeln aber oft bei der Bilddynamik. Für Videochats und Social Media genügt das allemal.
Bei Android-Smartphones gelten 6 GB RAM inzwischen als absolute Untergrenze. Empfehlenswert sind mindestens 8 GB – das ist mittlerweile der Standard in der Mittelklasse. Die meisten Geräte dieser Bestenliste bieten sogar 12 GB RAM – eine Ausstattung, die bis in jüngster Vergangenheit der Oberklasse vorbehalten war.
Beim Speicher sieht es ähnlich aus: 128 GB sind höchstens das Minimum. Wir empfehlen klar 256 GB als Untergrenze, denn microSD-Steckplätze verschwinden zusehends. Technisch ist ansonsten alles an Bord, was ein modernes Smartphone auszeichnet – von 5G bis NFC.
Langsamer interner Speicher macht sich vor allem bei vielen gespeicherten Fotos und Videos bemerkbar: Die Galerie lädt Inhalte dann träger, Vorschaubilder erscheinen verzögert und auch das Öffnen von Aufnahmen kann länger dauern. Inzwischen verwenden aber alle Modelle in dieser Bestenliste schnellen UFS-Speicher – je höher die Version, desto besser.
Ein wichtiges Kaufkriterium ist der Akku. Die Spanne reicht im Testfeld von 5000 mAh bis zu üppigen 8500 mAh. Bei normaler Nutzung von Chat-Apps, Social Media oder Websurfing halten alle hier gezeigten Geräte locker einen Tag durch.
Wer länger spielt, navigiert oder Videos streamt, muss damit leben, dass das Smartphone nicht ganz bis zum Abend durchhält. Eine Ausnahme ist das Poco X8 Pro Max: Dank Silizium-Karbon-Technologie bietet es eine außergewöhnlich hohe Kapazität in schlankem Gehäuse.
Die Ladegeschwindigkeit variiert stark – von gemächlichen 25 W bis zu flotten 100 W. Interessant ist außerdem kabelloses Laden, das in dieser Preisklasse aber noch selten zu finden ist.
Bei den Update-Versprechen stehen die meisten Geräte unserer Top 10 gut da. Das Xiaomi 15T Pro bekommt fünf Android-Versionen und sechs Jahre Sicherheits-Patches. Das Honor 400 Pro und Honor 600 erhalten jeweils sechs Jahre Updates und Support. Ganz vorn liegt das Samsung Galaxy S25 FE mit sieben Jahren Android-Updates. Wichtig: Der Zeitraum zählt ab der Markteinführung des Geräts – nicht ab dem Kaufdatum.
Und wie wichtig sind KI-Funktionen? Sie halten zunehmend Einzug in den Alltag und damit auch in die Mittelklasse. Aufwendige Features wie eine intelligente Bildbearbeitung, die Gegenstände oder Personen einfügt oder entfernt, bleiben aber größtenteils den teureren Modellen vorbehalten.
5G gehört in dieser Preisklasse zum Standard – überwiegend im Sub-6-GHz-Bereich, seltener im besonders flotten mmWave-Spektrum. Auch Dual-SIM ist selbstverständlich, häufig in Kombination mit eSIM, die immer mehr Geräte unterstützen.
Mangels flächendeckenden Netzausbaus ist 5G in Deutschland bisher nicht überall verfügbar. In Städten bringt der Standard klare Vorteile bei Datendurchsatz und Latenz, auf dem Land schließt er oft Lücken im 4G-Netz. Für die Zukunftssicherheit lohnt sich der 5G-Support in jedem Fall.
Neben dem Mobilfunk spielt die WLAN-Leistung eine bedeutende Rolle: Moderne Geräte setzen auf Wi-Fi 6 oder 6E, teils schon auf Wi-Fi 7. Das sorgt für stabilere Verbindungen und höhere Geschwindigkeiten – etwa beim Streamen oder Cloud-Gaming.
Bluetooth 5.4 ist inzwischen die Regel und sorgt für niedrigere Latenzen und geringeren Energieverbrauch. Immer häufiger findet sich sogar schon Bluetooth 6.0. Für Musikfans sind die unterstützten Audio-Codecs entscheidend: aptX HD, LDAC oder AAC ermöglichen kabellosen Sound in Hi-Res-Qualität.
Beim USB-Anschluss sparen einige Hersteller leider weiterhin: Viele Modelle setzen noch auf USB 2.0 – das kann beim Übertragen großer Dateien oder im Desktop-Modus (etwa Samsung DeX) zum Flaschenhals werden. Geräte mit USB 3.1 oder 3.2 sind hier klar überlegen, da sie höhere Datenraten und bessere Kompatibilität bieten.
Ein gutes Mittelklasse-Smartphone sollte heute 5G, Wi-Fi 6 oder 6E, Bluetooth 5.4 und eSIM bieten. Wer häufig Daten überträgt oder externe Geräte anschließt, sollte zudem auf USB 3.x achten – das steigert Komfort und Zukunftssicherheit spürbar.
Eine IP-Zertifizierung gibt Aufschluss darüber, wie gut ein Smartphone gegen Staub und Wasser geschützt ist. Je höher die zweite Ziffer, desto besser der Schutz. IP54 bedeutet Spritzwasserschutz – etwa gegen Regen. IP68 schützt das Gerät zusätzlich beim kurzen Untertauchen für bis zu 30 Minuten in maximal 1,5 Meter Tiefe – allerdings nur in Süßwasser. In der Mittelklasse sind wasserdichte Smartphones nicht selbstverständlich, aber immer häufiger zu finden.
Beim Display kommt meist Gorilla Glass 5, 7i oder Victus 2 zum Einsatz und schützt vor Kratzern und Stürzen – gänzlich bruchsicher ist aber kein Glas. Als widerstandsfähiger gelten flache Displays ohne starke Krümmung. Das Motorola Edge 60 Pro ist besonders robust und bietet in dieser Preisklasse sogar eine MIL-STD-810H-Zertifizierung. Lediglich das Nothing Phone 4a Pro ist mit IP65 nicht komplett wasserdicht.
Alle Smartphones in dieser Bestenliste bieten eine Entsperrung per Fingerabdrucksensor, der überwiegend unter dem Display sitzt, seltener seitlich im Power-Button. Alternativ steht eine Gesichtserkennung über die Frontkamera zur Verfügung, die jedoch nur auf 2D-Technik basiert und daher weniger sicher gegen Täuschungsversuche ist.
Der Klang der Geräte ist für Videos, Social Media oder Spiele vollkommen ausreichend – klar, laut und teilweise sogar mit Dolby Atmos. Für längeres Musikhören fehlt den Lautsprechern allerdings häufig die Balance: Der Sound wirkt leicht schrill und höhenlastig, was im Alltag aber kaum stört.
Die Hersteller stellen uns die Geräte für einen begrenzten Zeitraum kostenfrei zur Verfügung. Über mehrere Wochen nutzen wir die Smartphones mit einer Zweit-SIM-Karte im Alltag. Ergänzend fließt unsere Praxiserfahrung in die Bewertung ein. Fotos schießen wir unter verschiedenen Lichtbedingungen und möglichst am selben Ort, um vergleichbare Ergebnisse zu erhalten.
Die Display-Helligkeit messen wir in Nits (cd/m²) und prüfen die Lesbarkeit zusätzlich bei Sonnenschein im Freien – sofern das Wetter mitspielt. Spitzenwerte oberhalb von rund 2000 Nits lassen sich mit unseren Messmethoden nur eingeschränkt erfassen. Die Performance ermitteln wir mit PCMark Work sowie 3DMark Wild Life und Wild Life Extreme.
Für die Akkulaufzeit stellen wir die Helligkeit auf 200 cd/m² und nutzen den Battery Test von PCMark. Das Tool wiederholt verschiedene Aufgaben in einer Endlosschleife, bis der Akku auf 20 Prozent fällt. Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Laufzeit – kein absoluter Wert, aber ein guter Vergleichsmaßstab.
Ergänzend tauschen wir uns regelmäßig mit den Kolleginnen und Kollegen der c't aus. Sie testen den Akku zusätzlich beim Dauerstreaming über YouTube, beim Abspielen von 4K-Videos und beim Gaming.
Es ist beachtlich, wie viel Technik man heute für 600 Euro bekommt. Der Unterschied zur absoluten Spitze ist teilweise nicht mehr groß, wenn man Preis und Gegenwert ins Verhältnis setzt. Dazu kommen Merkmale wie USB 3.x, kabelloses Laden und meistens Wasserschutz nach IP68 oder höher. Bei der Leistung spürt man – vor allem im normalen Alltag – kaum noch Unterschiede zur Oberklasse.
Die neuesten Spitzenmodelle etablierter Hersteller sind natürlich trotzdem noch einmal besser – allein schon, weil dort meist stärkere Telekameras und größere Sensoren zum Einsatz kommen.
Das derzeit beste Mittelklasse-Smartphone ist das Poco F8 Pro, dicht gefolgt vom Xiaomi 15T Pro mit der besten Kamera in dieser Klasse. Preis-Leistungs-Sieger ist das Motorola Edge 60 Pro.
Wer mit anderen Preisklassen vergleichen möchte, sollte einen Blick in unsere weiteren Bestenlisten werfen, die regelmäßig aktualisiert werden:
Übrigens: Wer zu seinem neuen Smartphone einen passenden Tarif sucht, wird vielleicht im Tarifrechner von heise.de fündig. Hier gibt es verschiedene Vergleichsrechner für Prepaid, monatlich kündbare und sogar kostenlose Tarife. Der Rechner umfasst dabei übergreifend alle Angebote, die derzeit in Deutschland verfügbar sind.
BESTENLISTE
Das Poco F8 Pro bietet Flaggschiff-Leistung mit starker Kamera samt Telelinse – und das für knapp über 500 Euro. Ist das zu gut, um wahr zu sein?
VORTEILE
- starke Performance
- gute Kamera mit Telelinse
- schickes und hochwertiges Design
- schnelles Laden
NACHTEILE
- kein kabelloses Laden
- eher schwache Ultraweitwinkellinse
Xiaomi Poco F8 Pro im Test: High-End-Smartphone zum Mittelklasse-Preis
Das Poco F8 Pro bietet Flaggschiff-Leistung mit starker Kamera samt Telelinse – und das für knapp über 500 Euro. Ist das zu gut, um wahr zu sein?
Mit der F-Reihe bietet Poco von Xiaomi vergleichsweise günstige Smartphones aus der Mittelklasse an, die mit High-End-Features aufwarten – allen voran einem starken Prozessor. Mit dem F8 Pro geht Xiaomi in diesem Jahr jedoch einen Schritt weiter. Im Kern handelt es sich um eine an den europäischen Markt angepasste Version des in Asien erhältlichen Redmi K90.
Das Smartphone bietet eine Ausstattung, die man sonst nur in der Oberklasse findet – inklusive einer Telekamera. Diese war im Vorjahr noch dem F7 Ultra vorbehalten, nun erhält auch das Pro-Modell ein echtes Zoom-Objektiv. Das Poco F8 Pro verspricht dementsprechend Top-Leistung zu einem exzellenten Preis-Leistungs-Verhältnis – ob es dennoch einen Haken gibt, klärt unser Test.
Design
Verglichen mit anderen Smartphones der oberen Mittel- und Oberklasse fällt das Poco F8 Pro relativ kompakt aus. Es positioniert sich zwischen handlichen Geräten und großen High-End-Modellen. Mit Abmessungen von 157,5 × 75,3 × 8 mm passt es problemlos in die Hosentasche, und auch die einhändige Bedienung ist – zumindest für Nutzer mit größeren Händen – gut machbar. Das Gewicht von 199 g wirkt moderat. Der Formfaktor ist für uns ein idealer Kompromiss.
Optisch erinnert das Modell an das Xiaomi 14T Pro aus dem Vorjahr – mit einem Schuss aktueller iPhone-Ästhetik. Vier runde Linsen mit Metallringen sitzen quadratisch angeordnet auf einem quaderförmigen Modul aus Kunststoff mit abgerundeten Ecken. Dort findet sich auch der Schriftzug „Sound by Bose“. Der Audio-Spezialist war an der Optimierung der Lautsprecher beteiligt.
Bei der Materialwahl zeigt sich das Poco F8 Pro erwachsen: Ein Metallrahmen und eine Glasrückseite verleihen dem Smartphone eine hochwertige Haptik. Zudem ist es nach IP68 staub- und wasserdicht. Die Verarbeitungsqualität liegt insgesamt auf Premium-Niveau.
Poco F8 Pro - Bilderstrecke
Display
Das Poco F8 Pro setzt auf ein 6,59-Zoll-Display und liegt damit größenmäßig zwischen kompakten Geräten wie dem Xiaomi 15 und größeren Ultra-Modellen des Herstellers. Das OLED-Display überzeugt mit hervorragender Bildqualität: starke Kontraste, tiefes Schwarz und lebendige, aber nicht übertrieben gesättigte Farben. Auch die Blickwinkelstabilität ist einwandfrei.
Mit einer Auflösung von 2510 × 1156 Pixeln erreicht das Panel eine hohe Schärfe von 419 PPI. Die Bildwiederholrate passt sich automatisch zwischen 60 und 120 Hz an, was flüssige Animationen ermöglicht. Die Touch-Abtastrate von 2560 Hz erlaubt zudem äußerst präzise Eingaben.
Auch die Helligkeit liegt auf Spitzenniveau. Selbst bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt die Anzeige gut ablesbar. Im HDR-Modus erreicht es laut Hersteller bis zu 3200 Nits – ein beeindruckender Wert für diese Preisklasse.
Kamera
Musste sich das Vorgänger-Modell Poco F7 Pro noch mit einer Dual-Kamera begnügen, bietet das Poco F8 Pro jetzt ein echtes Triple-Kamerasystem. Es besteht aus einer Hauptkamera mit 50 Megapixeln (f/1.88) und optischer Bildstabilisierung, einer 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera sowie einer Telelinse mit 50 Megapixeln. In der Punch-Hole-Notch auf der Front sitzt eine 20-Megapixel-Selfiekamera.
Im Test überzeugte die Hauptkamera mit detailreichen Aufnahmen und einem hohen Dynamikumfang. Farben wirken kräftig, aber natürlich. Auch bei Dunkelheit hellt die Kamera Szenen effektiv auf – das Bildrauschen ist zwar sichtbar, bleibt aber gut kontrolliert.
Die Telelinse liefert einen 2,5-fachen optischen Zoom und sorgt auch bei fünffacher Vergrößerung noch für ordentliche Ergebnisse. Bis zu 30-fach ist möglich, dann wird es allerdings sichtbar pixelig. Bei Nachtaufnahmen steigt das Rauschen, bleibt bei 2,5-fachem Zoom jedoch auf akzeptablem Niveau.
Etwas schwächer schneidet die Ultraweitwinkelkamera ab. Sie bringt es nur auf 8 Megapixel, liefert bei Tageslicht aber brauchbare Ergebnisse. Die Detailtiefe ist geringer als bei der Hauptkamera, farblich stimmt das Bild jedoch gut überein. Auf Leica-Farbmodi müssen Nutzer verzichten – sie gibt es beim Poco F8 Pro nicht.
Der Supermakromodus nutzt die Telelinse, verlangt jedoch einen Abstand von etwa 50 cm. Die Ergebnisse wirken oft etwas unscharf und weniger überzeugend. Bessere Resultate können erzielt werden, wenn man näher an das Motiv herangeht und manuell fokussiert. Bei der Schärfe ist insgesamt noch etwas Luft nach oben.
Selfies gelingen solide, setzen aber keine neuen Maßstäbe. Videos nimmt das Poco F8 Pro dank des leistungsstarken Prozessors in bis zu 8K mit 30 FPS oder in 4K mit 60 FPS auf. Die Frontkamera schafft Aufnahmen in Full-HD mit 60 FPS.
Poco F8 Pro - Originalaufnahmen
Ausstattung
Das Poco F8 Pro bietet viel Leistung. Unter der Haube arbeitet der Snapdragon 8 Elite Gen 4, einer der stärksten Qualcomm-Chips des Jahres. Der Prozessor sorgt für eine spürbare Leistungssteigerung – egal ob beim Gaming, Surfen oder Medienkonsum. Der absolute Top-Chip bleibt zwar dem Poco F8 Ultra vorbehalten, doch das Pro-Modell liefert trotzdem Oberklasse-Power.
Im Benchmark 3DMark Wild Life Extreme erreicht das F8 Pro rund 6400 Punkte und liegt damit leicht unter Geräten wie dem Galaxy S25 Ultra. Eine Schwachstelle zeigt sich bei der Effizienz: Im Stresstest von Wild Life Extreme hält das Gerät nur etwa 50 Prozent seiner Leistung dauerhaft und wird dabei spürbar warm. Bei PCMark stehen rund 20.000 Punkte zu Buche.
Zur Ausstattung gehören je nach Version 256 oder 512 GB UFS-4.1-Speicher und stets 12 GB RAM, was auch bei Multitasking für flüssige Performance sorgt. Bei der Konnektivität ist alles auf dem neuesten Stand: Wi-Fi 7, Bluetooth 5.4 (mit aptX Adaptive, LDAC, LHDC, AAC, SBC und LC3), NFC, Infrarot-Port und 5G.
Die Ortung erfolgt über GPS, Glonass, Beidou, Galileo, QZSS und Navic – mit einer Genauigkeit von etwa drei Metern. Einziger Wermutstropfen: Der USB-C-Anschluss unterstützt nur den USB-2.0-Standard und bremst damit kabelgebundene Datenübertragungen – ein häufiges Manko in dieser Preisklasse.
Die Stereo-Lautsprecher liefern soliden Klang für Videos und Spiele. Trotz Bose-Unterstützung ist der Unterschied zu anderen Xiaomi-Modellen gering. Der Fingerabdrucksensor unter dem Display arbeitet schnell und zuverlässig.
Software
Das Poco F8 Pro läuft ab Werk bereits mit Hyper OS 3 auf Basis von Android 16. Zum Testzeitpunkt Mitte Dezember war der Sicherheitspatch von November installiert – noch ausreichend aktuell. Xiaomi verspricht vier große Android-Upgrades, also Updates bis Android 20. Überdies sind sechs Jahre Sicherheitsupdates geplant, voraussichtlich bis 2031. Das ist solide, liegt aber leicht unter dem Niveau von Samsung oder Google, die inzwischen rund sieben Jahre Software-Support bieten.
Die Oberfläche wirkt aufgeräumt. Ob man einen App-Drawer nutzt oder nicht, lässt sich frei wählen. Xiaomi installiert allerdings etwas mehr Bloatware als bei seinen Geräten der Zahlenreihe, diese lässt sich jedoch problemlos entfernen. Etwas lästig ist der integrierte Xiaomi-App-Store: Beim ersten Start schlägt er zahlreiche zusätzliche Apps zur Installation vor, die man manuell abwählen muss. Auch Werbung ist im Store sehr präsent.
Akku
Trotz der vergleichsweise kompakten Bauform verbaut Poco im F8 Pro einen üppigen 6210-mAh-Akku. Möglich wird das durch moderne Carbon-Silizium-Technologie. In Kombination mit dem effizienten Snapdragon-Chip liefert das Smartphone eine beeindruckende Ausdauer. Im PCMark Battery Test erreichten wir rund 17 Stunden Laufzeit – das ist ein starker Wert in dieser Geräteklasse.
Im Alltag hält das Poco F8 Pro problemlos einen vollen Tag durch, selbst bei intensiver Nutzung. Bei moderatem Gebrauch sind auch zwei Tage ohne Nachladen realistisch. Aufgeladen wird der Akku mit bis zu 100 W, sofern man ein Xiaomi-Netzteil hat (Hypercharge). Nach etwa 45 Minuten ist der Energiespeicher wieder voll. Andere Geräte lädt das Smartphone wie eine Powerbank mit 22,5 W. Auf kabelloses Laden verzichtet Xiaomi beim Poco F8 Pro allerdings. Für dieses Feature müssen Interessenten schon zum Poco F8 Ultra greifen.
Preis
Das Poco F8 Pro startet bei 440 Euro für die Version mit 256 GB Speicher. Empfehlenswerter ist das Modell mit 512 GB, das ab 490 Euro erhältlich ist. Angesichts der Ausstattung ist das ein fairer Preis – und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis das Gerät unter die 500-Euro-Marke fällt.
Fazit
Das Poco F8 Pro bietet ein beeindruckendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer kein teures Flaggschiff benötigt, aber trotzdem Wert auf Leistung und Ausstattung legt – etwa auf einen schnellen Prozessor oder eine starke Kamera mit Telezoom – bekommt hier für etwas über 500 Euro ein rundum überzeugendes Paket. Der Bildschirm überzeugt, der mittelgroße Formfaktor gefällt, und die Akkulaufzeit ist hervorragend.
Größere Schwächen leistet sich das Gerät kaum – und die vorhandenen sind für den Preis leicht zu verschmerzen. Die Telelinse verliert bei hohen Zoomstufen und schwachem Licht etwas an Schärfe, die Weitwinkel- und Selfiekamera erreichen solides Mittelklasse-Niveau. Beim Software-Support liegt Xiaomi im guten Mittelfeld, die Konkurrenz ist hier jedoch mittlerweile etwas weiter.
Insgesamt ist das Poco F8 Pro eines der besten Smartphones seiner Preisklasse – ein stimmiger Kompromiss aus Leistung, Ausstattung und Kamera zum fairen Preis.
Das Xiaomi 15T Pro vereint Top-Kamera, starke Performance und lange Akkulaufzeit zum fairen Preis. Ist das der neue Underdog unter den Smartphones?
VORTEILE
- exzellente Kamera mit optischem 5-fach-Zoom
- schickes Design
- starke Performance
- lange Akkulaufzeit
NACHTEILE
- USB-C 2.0
- Display ohne LTPO
Xiaomi 15T Pro im Test: Dieses Smartphone ist der Geheimtipp des Jahres
Das Xiaomi 15T Pro vereint Top-Kamera, starke Performance und lange Akkulaufzeit zum fairen Preis. Ist das der neue Underdog unter den Smartphones?
Wer sagt denn, dass man über 1000 Euro auf den Tisch legen muss, um ein schnelles, stilvolles Smartphone mit Top-Kamera und ordentlichem Zoom zu bekommen? Xiaomi zeigt mit seiner T‑Serie regelmäßig, dass es auch eine Nummer bodenständiger geht – ohne langweilig zu sein.
Das neue Xiaomi 15T Pro demonstriert eindrucksvoll, wie das klappt: Im Prinzip ist es eine clever abgestimmte Mischung aus dem Xiaomi 15 und dem Ultra-Modell, behält dabei aber einen eigenständigen Charakter. Der Star ist die Kamera mit fünffachem optischem Zoom und starken Ergebnissen – und das zu einem fairen Preis. Damit stiehlt das T‑Modell der großen Ultra‑Serie fast ein wenig die Show.
Auch sonst gibt es wenig zu meckern: Der Prozessor liefert reichlich Power, auch wenn dieses Mal kein Snapdragon verbaut ist, und der Akku hält beeindruckend lange durch. Warum das Xiaomi 15T Pro vielleicht die spannendste Oberklasse-Alternative des Jahres 2025 ist, klären wir im Detail im Testbericht.
Design
Beim Design geht Xiaomi beim 15T Pro seinen eigenen Weg. Mit dem Vorgänger oder den Schwestermodellen 15 und 15 Ultra hat es stilistisch nur wenig gemeinsam. Auffälligstes Merkmal ist das große Kameraelement, das in einem Rechteck mit stark abgerundeten Ecken sitzt. Es ragt deutlich hervor und beherbergt drei Linsen plus LED-Blitz.
Das Gehäuse wirkt hochwertig und ist mit seinem Metallrahmen und der griffigen Rückseite aus Glasfaserverbundstoff wie aus einem Guss gefertigt. Anders als bei vielen Top-Smartphones verzichtet Xiaomi hier also auf eine Glasrückseite. Die Oberfläche ist dabei erfreulich unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken. Die Ecken sind deutlich abgerundet, das Format wirkt insgesamt wuchtig. Mit 162,7 × 77,9 × 8 mm übertrifft es in der Breite sogar das Ultra-Modell. Für die Einhandbedienung und kleine Hände ist es also weniger geeignet, liegt dank der sanften Form aber trotzdem gut in der Hand.
Die Verarbeitung ist erstklassig, klar auf Flaggschiff-Niveau. Xiaomi bietet drei Farben an: Schwarz, Grau und ein edles Dunkelbraun, das der Hersteller „Mocha Gold“ nennt. Dazu kommt IP68-Schutz gegen Staub und Wasser. Mit 210 g bleibt das Gewicht für diese Größe absolut im Rahmen. Das Xiaomi 15T Pro hat Stil – und eine ordentliche Portion Eleganz gleich dazu.
Xiaomi 15T Pro - Bilderstrecke
Display
Der Bildschirm des Xiaomi 15T Pro ist mit einer Diagonale von 6,83 Zoll riesig bei einem Seitenverhältnis von 19,5:9. Es zeigt eine messerscharfe Auflösung von 2772 × 1280 Pixeln und erreicht damit eine hohe Pixeldichte von 447 PPI. Das AMOLED-Panel liefert eine hervorragende Bildqualität. Mit einer Bildwiederholrate von bis zu 144 Hz wirkt das Bild beim Spielen und Scrollen besonders flüssig.
Gorilla Glass 7i schützt den Bildschirm und soll Stürze aus etwa einem Meter Höhe abfedern – wir haben es aber nicht übers Herz gebracht, das auszuprobieren. Die Anzeige leuchtet zudem äußerst hell und bleibt bei Sonnenlicht stets ablesbar. Laut Hersteller erreicht das Display bis zu 3200 Nits. Die Abtastrate von 480 Hz und die Touch-Abtastrate von 2560 Hz sind ebenfalls hoch. Eine hohe Abtastrate lässt Eingaben schneller erkennen, was die Bedienung flüssiger und direkter macht. Ein Always-On-Display steht ebenfalls zur Verfügung.
Einziger Nachteil: Das Display nutzt keine LTPO-Technologie. Diese Technik passt die Bildwiederholrate in 1-Hz-Schritten automatisch an, um Energie zu sparen. Das Xiaomi 15T Pro kann die Frequenz zwar auch anpassen, wechselt aber nur zwischen 144, 120 und 60 Hz. Am Ende ist das aber Jammern auf hohem Niveau.
Kamera
Der Star des Xiaomi 15T Pro ist die Kamera – vorrangig die Telelinse. Die Zusammenarbeit mit Leica zahlt sich erneut aus. Xiaomi verbaut ein Hauptobjektiv mit 50 Megapixeln (f/1.62) und optischer Bildstabilisierung (OIS), dazu eine Periskop-Telelinse mit ebenfalls 50 Megapixeln (f/3.0), OIS und fünffachem optischen Zoom. Ergänzt wird das Setup durch ein Ultraweitwinkelobjektiv mit 12 Megapixeln. Für Selfies gibt es eine Frontkamera mit 32 Megapixeln.
Bei Tageslicht liefert die Kamera ausgezeichnete Fotos mit hohem Detailgrad, großem Dynamikumfang und kräftigen Kontrasten. Auch bei wenig Licht entstehen richtig gute Aufnahmen mit geringem Bildrauschen, die fast an das Level des Xiaomi 15 Ultra heranreichen. Das Ultraweitwinkelobjektiv fällt bei Details und Dynamik leicht ab, bleibt aber farblich sehr nah an den übrigen Linsen.
Besonders stark ist die Telelinse mit fünffachem optischem Zoom. Selbst bei zehnfacher Vergrößerung entstehen detailreiche und verlustfreie Aufnahmen. Auch 30-fach gezoomte Bilder bleiben brauchbar. Der digitale Zoom reicht bis 100-fach, dann nimmt die Schärfe trotz KI-Unterstützung sichtbar ab – diese Stufe hat aber eher experimentellen Charakter. Kleine Schwäche: Für Zoomstufen unter dem Faktor fünf kommt nur die Hauptkamera zum Einsatz.
Nutzer können zwischen zwei Farbmodi wählen: Leica Vibrant („lebendig“) liefert kräftige Farben und starke Kontraste, während Leica Authentic („authentisch“) dezenter wirkt und eine etwas dunklere Stimmung erzeugt. Im Alltag überzeugt der lebendige Modus am meisten, auch wenn Farben oft etwas intensiv wirken. Der authentische Stil eignet sich dagegen gut für stimmungsvolle, leicht düstere Szenen.
Auch Selfies gelingen scharf und farblich ausgewogen, das Bokeh im Porträtmodus wirkt natürlich und sauber. Videos überzeugen ebenfalls mit hoher Schärfe und guter Stabilisierung. Möglich sind Aufnahmen in 4K mit bis zu 120 FPS oder sogar in 8K mit 30 FPS. Insgesamt bietet das Xiaomi 15T Pro eine hervorragende Kamera, die fast das Niveau des 15 Ultra erreicht und den Fokus klar auf die starke Telelinse legt.
Xiaomi 15T Pro - Originalaufnahmen
Ausstattung
Statt eines Snapdragon-Chips wie in den Top-Modellen setzt Xiaomi beim 15T Pro auf den Mediatek Dimensity 9400+. Er ist zwar etwas schwächer als Qualcomms aktuelles Elite-Modell, bietet aber ebenfalls enorme Leistungsreserven. Im Alltag läuft das Smartphone sehr flüssig und reagiert ohne spürbare Verzögerungen.
Beim Benchmark PCMark Work erreichten wir starke 16.500 Punkte, und auch die Grafikleistung überzeugt mit 6000 Punkten im 3DMark Wild Life Extreme – damit eignet sich das Xiaomi 15T Pro auch zum Spielen grafisch aufwendiger Titel. Unter Volllast im Stresstest wird das Gerät allerdings recht warm. Aufgrund der Wärmedrosselung erreicht es lediglich eine Effizienz von rund 60 Prozent. Das Xiaomi 15 Ultra kommt hier auf über 70 Prozent.
Der Arbeitsspeicher ist mit 12 GB RAM großzügig bemessen, dazu kommen 256 GB, 512 GB oder sogar 1 TB Speicher nach schnellem UFS-4.1-Standard. Bei den kabellosen Schnittstellen ist das Gerät auf neuestem Stand: 5G, Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, NFC und der typische Infrarot-Port von Xiaomi sind vorhanden. Auf UWB verzichtet Xiaomi allerdings.
Einen großen Schwachpunkt gibt es aber: Der USB-C-Anschluss unterstützt nur USB 2.0 – bei diesem Preis wäre USB 3.2 angemessen gewesen, da kabelgebundene Datenübertragungen so recht langsam ausfallen. Das ist schon frech für den Preis.
Die Ortung über GPS, Glonass, Beidou, Galileo, QZSS und Navic arbeitet sehr präzise. Im Test erreichten wir eine Genauigkeit von rund zwei Metern. Das Smartphone kann zwei physische SIM-Karten aufnehmen und zusätzlich bis zu zwei eSIMs unterstützen. Die Telefonqualität überzeugt, und auch das 5G im E-Netz wurde vollständig ausgereizt.
Eine Besonderheit bringt das Xiaomi 15T Pro mit: die Offline-Walkie-Talkie-Funktion „Xiaomi Astral Communication“. Sie ermöglicht Kommunikation ohne Mobilfunknetz über eine optimierte Bluetooth-Direktverbindung mit einer Reichweite von knapp 2 km zwischen zwei kompatiblen Geräten – praktisch etwa beim Wandern oder in Gebieten mit schlechtem Empfang. Aktuell unterstützen nur das Xiaomi 15T und 15T Pro die Funktion, weitere Modelle sollen folgen.
Die Stereo-Lautsprecher klingen klar und bleiben auch bei hoher Lautstärke verzerrungsfrei. Der Bass ist etwas zurückhaltend, was in dieser Klasse normal ist. Über die Dolby-Atmos-Software lässt sich der Klang leicht anpassen. Der Fingerabdruckscanner unter dem Display arbeitet zuverlässig und schnell.
Software
Das Xiaomi 15T Pro läuft mit Android 15 und der Bedienoberfläche Hyper OS 2. Der Sicherheits-Patch stammt zum Testzeitpunkt aus August, was noch in Ordnung ist. Ein Update auf Hyper OS 3 auf Basis von Android 16 soll bald folgen.
Xiaomi hat zudem seine Update-Politik verbessert: Das 15T Pro soll insgesamt fünf große Android-Upgrades und sechs Jahre Sicherheits-Updates erhalten. Das ist zwar nicht ganz auf dem Niveau von Samsung oder Google, geht aber in die richtige Richtung und dürfte für die meisten Nutzer ausreichen.
Hyper OS wirkt im Vergleich zu früheren Versionen deutlich aufgeräumter und übersichtlicher. Künstliche Intelligenz spielt hier eine geringere Rolle als bei der Konkurrenz – Xiaomi setzt hier vorwiegend auf Google Gemini.
Akku
Der Akku bietet eine stattliche Kapazität von 5500 mAh. Das ergibt in Kombination mit dem effizienten Prozessor eine lange Akkulaufzeit. Im PCMark Battery Test erreichte das Xiaomi 15T Pro einen guten Wert von 15,5 Stunden – damit liegt es fast auf Augenhöhe mit vielen anderen Top-Smartphones, auch wenn einige Geräte noch länger durchhalten. Regelt man das Display fest auf 60 Hz, hält das Smartphone gut drei Stunden länger durch.
Einen vollen Tag übersteht das Smartphone problemlos, bei sparsamer Nutzung sogar zwei. Es lässt sich mit bis zu 90 W schnell laden und ist in etwa einer halben Stunde vollständig aufgeladen – vorausgesetzt, man besitzt ein entsprechendes Ladegerät, denn ein Netzteil liegt nicht bei. Kabelloses Laden ist ebenfalls möglich. Das passende Ladegerät Xiaomi 90W Hypercharge Combo kostet rund 25 Euro.
Preis
Die UVP des Xiaomi 15T Pro liegt bei 800 Euro für die Version mit 256 GB, bei 900 Euro für 512 GB und bei 1000 Euro für 1 TB Speicher. Das ist ziemlich hoch, womit das Gerät den Preisrahmen der Mittelklasse eigentlich sprengt. Aber schon kurz nach dem Marktstart sind die Preise spürbar gefallen.
Die 256-GB-Variante kostet derzeit 570 Euro. Das Modell mit 512 GB liegt bei knapp 620 Euro. Die Version mit 1 TB kostet etwa 687 Euro.
Fazit
Das Xiaomi 15T Pro zeigt eindrucksvoll, wie gut ein Smartphone für rund 600 Euro sein kann. Die Kamera überzeugt auf ganzer Linie, besonders die starke Telelinse hat uns begeistert. Auch die Leistung ist hoch, wenn auch nicht ganz auf Flaggschiff-Niveau eines Snapdragon 8 Elite. Für den Alltag bietet das Gerät jedoch reichlich Reserven für viele Jahre. Das edle Design gefällt und verleiht dem 15T Pro einen eigenständigen Charakter. Xiaomi bietet jetzt sechs Jahre Sicherheits-Updates und fünf große Android-Upgrades, was ein klarer Fortschritt ist.
Schwächen gibt es nur wenige: LTPO wäre schön gewesen für eine noch längere Akkulaufzeit. Ärgerlich ist der veraltete USB‑2.0‑Standard des Anschlusses, obwohl die restliche Ausstattung auf Top-Niveau liegt. Bei Nachtaufnahmen erreicht die Kamera nicht ganz das Niveau von Top-Modellen wie dem Xiaomi 15 Ultra oder dem Google Pixel 10 Pro – dennoch liefert sie hervorragende Ergebnisse.
Wer ein leistungsstarkes Smartphone mit Fokus auf Fotografie sucht und sich nicht an der Größe stört, bekommt mit dem Xiaomi 15T Pro ein rundum gelungenes Paket. Man muss also nicht zum Flaggschiff für über 1000 Euro greifen, um starke Fotos und hohe Qualität zu bekommen.
Helles OLED, schickes Design, vielseitige Kamera und massenhaft Speicher: Das Motorola Edge 60 Pro bringt Premium-Flair zum fairen Preis.
VORTEILE
- tolles Display
- schickes Design
- IP69 und MIL-STD-810H
- gute Kamera mit Telelinse
- starker Akku
NACHTEILE
- nur USB 2.0
- kein microSD-Slot
- Software-Updates nur bis 2029
Motorola Edge 60 Pro im Test: Die Smartphone-Überraschung unter 400 Euro
Helles OLED, schickes Design, vielseitige Kamera und massenhaft Speicher: Das Motorola Edge 60 Pro bringt Premium-Flair zum fairen Preis.
Das Motorola Edge 60 Pro will Oberklasse-Features zum Mittelklasse-Preis bieten. Es punktet mit einem strahlend hellen OLED-Display mit 120 Hz, einem trotz des schlanken Gehäuses großzügigen 6000‑mAh‑Akku, 12 GB RAM und 512 GB internem Speicher. Hinzu kommt eine Hauptkamera mit 50 Megapixeln sowie optischer Bildstabilisierung (OIS) und eine Weitwinkelkamera mit ebenfalls 50 Megapixeln. Dazu kommt ein Teleobjektiv mit 10 Megapixeln sowie dreifachem optischem Zoom.
Gegenüber dem Edge 50 Pro (Testbericht) steigt auf dem Papier die Ausdauer deutlich, die maximale Bildwiederholrate sinkt hingegen moderat. Wir haben im Test überprüft, wie sich das hübsche Gerät abseits der Theorie in der Praxis schlägt.
Design
Eines kann Motorola: Design. Das Gehäuse des Edge 60 Pro ist extrem dünn und wirkt hochwertig sowie elegant. Mit kaum mehr als 8 mm Bautiefe ist das Gerät fast schon das Leichtgewicht unter den Oberklasse-Smartphones. Auch das Gewicht von 186 g sorgt dafür, dass es angenehm in der Hand liegt und den fast schon filigranen Eindruck verstärkt.
Sorgen müssen sich Nutzer jedoch nicht machen: Das Gerät wirkt zwar auf den ersten Blick zerbrechlich, liegt aber solide und stabil in der Hand. Die Verarbeitung ist hervorragend – die Spaltmaße stimmen, nichts knarzt. Die Tasten im Metallrahmen sitzen fest und bieten einen festen Druckpunkt. Insgesamt wirkt alles hochwertig, und wer sein Smartphone gerne einhändig bedient, profitiert von der schmalen Bauform und der griffigen Rückseite.
Ein Highlight: Das Chassis ist gegen Staub und sogar Strahlwasser abgedichtet. Motorola verweist auf Prüfungen nach IP69 und MIL-STD-810H. Das ist ungewöhnlich für ein Smartphone ohne den Zusatz „Outdoor“ – zumal es so grazil daherkommt. Allerdings ist beim Militärstandard nicht exakt festgelegt, welche Tests für die Zertifizierung tatsächlich absolviert werden müssen. Einen freiwilligen Härtetest würden wir diesem schicken Gerät daher dennoch besser nicht zumuten.
Die Rückseite ist entweder Lederoptik („veganes Leder“) oder mit texturierter Oberfläche erhältlich. Beide Varianten sehen edel aus, sorgen für guten Halt und verhindern weitgehend Fingerabdrücke. Wie gewohnt arbeitet Motorola dabei mit dem Farbspezialisten Pantone zusammen, was sich in auffälligen, aber nicht aufdringlichen Farbvarianten bemerkbar macht.
Die drei Kameralinsen sowie der LED-Blitz sitzen in einer dezenten, minimal erhöhten Fläche in der oberen linken Ecke der Rückseite. Ihre gleich großen, runden Einfassungen betonen das modulare Design, stehen leicht hervor und erinnern entfernt an einen klassischen Herd. Durch die Symmetrie und die feine Ausarbeitung wirkt das Ganze aber modern und ansprechend statt altmodisch.
Die Ränder des Displays sind sanft gekrümmt und verstärken den hochwertigen Gesamteindruck des Geräts zusätzlich. Gleichzeitig lässt das die Front schmaler wirken und verbessert die Ergonomie. Geschützt wird der Bildschirm von Corning Gorilla Glas 7i der aktuellen Generation. Zwar handelt es sich nicht um das Topglas des Herstellers, doch bietet auch 7i einen ordentlichen Schutz vor Kratzern und bei Stürzen.
Motorola Edge 60 Pro - Bilderstrecke
Display
Das knapp 6,7 Zoll große POLED-Display des Motorola Edge 60 Pro bietet eine Auflösung von 2712 × 1220 Pixeln. Damit kommt es auf knackig-scharfe 446 Pixel pro Zoll (PPI) – mehr ist in Kombination mit den tollen Kontrasten, dem hervorragenden Schwarzwert und der Pantone-getreuen Farbwiedergabe für eine herausragende Darstellung definitiv nicht nötig.
Farben wirken satt, aber im Modus „natürlich“ nicht zu knallig. Wer es kräftiger mag, stellt auf „leuchtend“ um. Weiß bleibt neutral, Hauttöne wirken stimmig. Bemerkenswert ist die Spitzenhelligkeit: Laut Hersteller sind partiell bis zu 4500 cd/m² bei HDR-Inhalten möglich, im Alltag haben wir exzellente 1480 cd/m² gemessen – das ist stark! Inhalte bleiben damit selbst im direkten Sonnenlicht einwandfrei ablesbar.
Einen Rückschritt – zumindest auf dem Papier – stellt die Bildwiederholrate von jetzt „nur noch“ 120 Hz dar. Zwar konnte der Vorgänger Edge 50 Pro mit 144 Hz noch mehr, aber nicht erst bei dem haben wir angemerkt, dass der Unterschied von 120 zu 144 Hz kaum sichtbar, stattdessen aber eher unnötig energieintensiv ist. Das sieht Motorola jetzt offenbar ähnlich.
Die seitlichen Krümmungen sehen edel aus und eventuelle Spiegelungen stören im Alltag kaum. Motorolas Palm-Rejection, also die Erkennung von versehentlichen Berührungen des Touchscreens mit den Fingerspitzen oder dem Handballen beim Halten des Geräts, arbeitet zuverlässig, sodass es bei der Nutzung nicht zu Fehlbedienungen kommt. Schade: Ein echtes Always-on-Display gibt es weiterhin nicht. Dennoch ist das Display ein Highlight des Edge 60 Pro.
Kamera
Motorola setzt beim Edge 60 Pro auf eine Triple-Cam und technische Finesse. Als Hauptkamera verwendet der Hersteller ein Modul von Sony (Lytia 700 C, basiert auf IMX896 ) mit 50 Megapixeln und lichtstarker f/1.8-Blende samt optischer Stabilisierung (OIS). Dazu kommt eine Kamera von Samsung mit 50 Megapixeln als Weitwinkel und Makro mit Autofokus. Abgerundet wird das Set von einer Tele-Kamera mit 10 Megapixeln, dreifachem optischem Zoom und OIS, die ebenfalls von Samsung stammt. Vorn steckt eine Kamera mit 50 Megapixeln und f/2.0, erneut von Samsung.
Bei Tageslicht liefert die Hauptkamera detailreiche, scharfe Fotos mit ausgeprägter Bilddynamik, guten Kontrasten und natürlichen, aber intensiven Farben. Bei wenig Licht hellt die Software nur dezent und damit natürlich auf. Dadurch wirken entsprechende Aufnahmen natürlich und bei ausreichender Beleuchtung dennoch hell genug. Bildrauschen tritt wie bei der Konkurrenz dann trotzdem etwas stärker auf. Feine Texturen und Details leiden entsprechend eher als bei den Klassenbesten, insgesamt sind aber auch Nachtaufnahmen richtig gut. Das gilt auch für das Teleobjektiv.
Schwierige Lichtsituationen wie Gegenlicht meistert die Hauptkamera ebenfalls solide, die Zusatzobjektive – vorrangig das Weitwinkel – etwas schwächer. Die Weitwinkeloptik hält dafür bei gutem Licht bei Schärfe und generellem Eindruck ordentlich mit und punktet dank Autofokus auch im Nahbereich. Das Teleobjektiv sorgt bei dreifacher Vergrößerung für stimmige Porträts und gelungene Tiefenwirkung. Die Bildqualität ist mit ausreichendem Licht ebenfalls klasse. Bis zum fünffachen Zoom ist das Ergebnis gut nutzbar, darüber sieht man zunehmend den Eingriff der Software.
Als störend empfanden wir während des Fotografierens den zu hektischen Wechsel zwischen den Objektiven bei nahen Motiven. Kaum hat man gerade ein Objekt im Fokus, springt auch schon die Ansicht um und selbst auf dem Display ist dabei häufig die Bildqualität schlechter als zuvor. Das nervt. Abhilfe schafft zum Glück das Deaktivieren der Funktion „automatisches Makro“ in den Kamera-Einstellungen.
Die Videoauflösung endet bei 4K mit 30 FPS – eine echte Enttäuschung, da Kameraschwenks so immer ruckelig wirken. Das passt nicht zur restlichen Qualität von aufgenommenen Videos, bei denen die Stabilisierung zuverlässig, wenn auch nicht spektakulär arbeitet. Auch Tonaufnahmen sind klar verständlich, der Windfilter verrichtet seine Arbeit ordentlich.
Motorola Edge 60 Pro - Originalaufnahmen
Ausstattung
Im Inneren steckt ein Mediatek Dimensity 8350, der für die obere Mittelklasse gedacht ist. Zielsetzung bei seiner Entwicklung war in erster Linie Energieeffizienz, Leistung stand erst an zweiter Stelle. Entsprechend bleibt das Edge 60 Pro in Benchmarks hinter aktuellen Spitzen-Chips wie einem Snapdragon 8 Elite deutlich zurück, liegt aber spürbar vor Geräten mit Snapdragon 7 Gen 4. In 3Dmark Wild Life Extreme erreicht das Handy etwa 3000 Punkte, in PCmark Work 3.0 knapp 20.000 Punkte.
Im Alltag geht alles flott von der Hand. Apps starten schnell, auch bei vielen offenen Apps im Hintergrund ist Multitasking dank 12 GB LPDDR5X-RAM kein Problem und selbst anfordernde Spiele laufen stabil mit hohen Details. Bei langen Sessions wird das Gerät dabei allerdings spürbar warm. Auch große Spiele und speicherintensive Dateien finden im internen Speicher problemlos Platz. 512 GB UFS-4.0-Speicher sind üppig, schnell und damit zukunftssicher.
Bluetooth 5.4, NFC, Wi-Fi 6E und 5G sind natürlich ebenfalls mit dabei. Dank Dual-SIM-Fähigkeit dürfen Nutzer zwei Nano-SIMs einlegen, hinzu kommt eSIM-Support. Eine microSD-Erweiterung gibt es nicht. Schade: Motorola verbaut beim Edge 60 Pro lediglich USB‑C 2.0. Der Standard erlaubt nur eine langsame Datenübertragung und gilt längst als nicht mehr zeitgemäß.
Die Stereo-Lautsprecher mit Dolby Atmos liefern dafür klare Stimmen und ordentlichen Druck für solch ein dünnes Handy. Der In-Display-Fingerabdrucksensor reagiert zügig und zuverlässig, ist für unseren Geschmack allerdings etwas zu weit nach unten an den Display-Rand gewandert.
Software
Ab Werk läuft Android 15 mit schlanker Motorola-Oberfläche. Das System wirkt aufgeräumt. Bloatware ist kaum vorhanden und lässt sich bei Bedarf deinstallieren. Die bekannten Moto-Gesten bleiben ein praktisches Plus: Die Taschenlampe lässt sich per doppelter Hackbewegung aktivieren, die Kamera per Drehbewegung öffnen und Screenshots per Drei-Finger-Touch aufnehmen.
Neu ist eine dedizierte AI-Taste. Sie startet Motor AI mit Funktionen wie Transkription, Zusammenfassung und Bildwerkzeugen. Notizen lassen sich automatisiert strukturieren, Googles Circle to Search zur Bildsuche ist ebenfalls integriert. Smart Connect bindet PC, Tablet und TV ein und erlaubt schnelle Übergaben von Inhalten untereinander, Benachrichtigungsspiegelung und Drag-and-drop. Für manche AI-Dienste ist ein Motorola-Konto nötig.
Das Update-Versprechen bleibt eher konservativ. Motorola nennt drei große Android-Versionen und vier Jahre Sicherheits-Patches. Damit reicht der Support nach heutigem Stand bis 2029. Das ist in Ordnung, mancher Konkurrent verspricht inzwischen aber bis zu sieben Jahre.
Akku
Trotz der schlanken Bauform des Motorola Edge 60 Pro verbaut der Hersteller einen großzügigen Akku mit 6000 mAh. Offizielle Details zur Technologie gibt es zwar nicht, doch wahrscheinlich handelt es sich um einen Lithium-Ionen-Akku mit spezieller Silizium-Kohlenstoff-Anode. Diese ermöglicht eine höhere Energiedichte als herkömmliche Grafit-Anoden – und erklärt die für ein so dünnes Smartphone beachtliche Kapazität.
Im Alltag schlägt sich das Gerät dank des großen Akkus überdurchschnittlich gut: Ein Tag intensiver Nutzung ist problemlos möglich, bei moderatem Betrieb hält es meist zwei bis drei Tage durch. Das kann sich sehen lassen – zumal man dies einem so schlanken Smartphone kaum zutrauen würde.
Aufgeladen wird kabelgebunden mit bis zu 90 W, sofern ein kompatibles Motorola-Netzteil oder ein Ladegerät mit USB Power Delivery 3.0 zur Verfügung stehen. Im Lieferumfang liegt allerdings keines bei. Bereits nach rund 15 Minuten ist der Akku etwa zur Hälfte gefüllt, nach etwa 50 Minuten vollständig. Kabelloses Laden wird mit bis zu 15 W unterstützt, kabelgebundenes Reverse Charging mit bis zu 5 W.
Preis
Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 600 Euro. Bei Drittanbietern gibt es das Gerät bereits für knapp 399 Euro. Als Farben stehen Grau, Blau und Violett zur Wahl.
Fazit
Das Motorola Edge 60 Pro überzeugt mit hochwertiger Haptik, exzellenter Verarbeitung und einem Auftritt, der an ein echtes High-End-Smartphone erinnert. Dazu passen die Ausstattungspunkte wie Schutz nach IP69 und MIL‑STD‑810H, das starke OLED‑Display, eine Kamera, die fast auf Augenhöhe mit der Smartphone-Elite agiert, sowie der großzügige Speicher. Auch der Akku weiß zu gefallen: Er hält lange durch und lässt sich schnell laden – auf Wunsch sogar kabellos. Ebenso macht die Alltags‑Performance einen rundum überzeugenden Eindruck.
Dennoch gibt es Punkte, die den vergleichsweise niedrigen Preis erklären: Software‑Updates könnten länger garantiert sein, USB 2.0 ist nicht mehr zeitgemäß, und reine Benchmark-Enthusiasten werden mit dem Edge 60 Pro kaum glücklich. Letztlich bietet das Gerät jedoch viel Oberklasse-Feeling zum fairen Preis – mit Kompromissen, die im Alltag leicht zu verschmerzen sind.
Das Honor 400 Pro mit starker Kamera, Snapdragon 8 Gen 3 und KI-Features ist beinahe ein Flaggschiff. Wie gut das Smartphone für knapp 800 Euro ist, zeigt der Test.
VORTEILE
- schnelle CPU
- lange Akkulaufzeit
- Top-Kamera mit starker Telelinse
- 6 Jahre Software-Updates
NACHTEILE
- nur USB-C 2.0
- Fotos wirken teilweise zu knallig
- viele zusätzliche Apps
Honor 400 Pro im Test: Hervorragendes Smartphone mit Top-Kamera
Das Honor 400 Pro mit starker Kamera, Snapdragon 8 Gen 3 und KI-Features ist beinahe ein Flaggschiff. Wie gut das Smartphone für knapp 800 Euro ist, zeigt der Test.
Die Number-Reihe steht bei Honor traditionell für gut ausgestattete Smartphones der Mittel- und Oberklasse. Das Pro-Modell legt dabei einmal mehr den Schwerpunkt auf die Kamera. Mit dem Honor 400 Pro bringt der Hersteller ein nahezu vollwertiges Flaggschiff auf den Markt, das nur knapp hinter den aktuellen Geräten der Magic-Serie zurückbleibt. Allerdings kratzt die UVP auch an der Premiumklasse.
Als Prozessor kommt der flotte Snapdragon 8 Gen 3 aus dem Vorjahr zum Einsatz. Die Triple-Kamera mit Teleobjektiv liefert solide Ergebnisse, ergänzt um einige spannende KI-Funktionen. Wie gut das abgespeckte Flaggschiff im Alltag wirklich abschneidet, klärt unser Test.
Design
Das Honor 400 Pro bietet ein sehr elegantes Design. Die Verarbeitung ist erstklassig: Die Tasten sitzen fest und bieten einen klar definierten Druckpunkt. Die Linienführung des Gehäuses ist sauber, ohne scharfe Kanten, und die leicht abgerundeten Ränder sowie das 2,5D-Display sorgen für eine angenehme Haptik. Es liegt gut in der Hand, verrutscht nicht so leicht und ist relativ unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken.
Die Rückseite besteht aus Glas, der Rahmen aus Metall – beides verleiht dem Gerät eine edle Anmutung. Trotz seiner wuchtigen Abmessungen von 160,8 × 76,1 × 8,1 mm liegt das Smartphone mit 205 g noch vergleichsweise leicht in der Hand. Auffällig ist das markante Kameraelement auf der Rückseite: In einem umgedrehten Trapez mit abgerundeten Kanten sind die drei Objektive samt LED-Blitz untergebracht – sehr präsent, aber stilvoll integriert.
Hervorzuheben ist die IP69-Zertifizierung. Diese Schutzklasse ist bei Smartphones noch selten und bedeutet, dass das Gerät nicht nur gegen Staub, sondern auch gegen starkes Strahlwasser und sogar Hochdruckreinigung geschützt ist – ideal für besonders anspruchsvolle Einsatzbedingungen.
Honor 400 Pro - Bilder
Display
Das Honor 400 Pro verfügt über ein 6,7 Zoll großes AMOLED-Display mit einer Auflösung von 2800 × 1280 Pixeln. Mit einer Pixeldichte von 460 PPI bietet es eine messerscharfe Darstellung. Die adaptive Bildwiederholrate liegt zwischen 60 und 120 Hz und passt sich automatisch an die jeweilige Nutzungssituation an.
Laut Hersteller erreicht das Display eine maximale Helligkeit von bis zu 5000 Nits, was auch bei direkter Sonneneinstrahlung eine einwandfreie Ablesbarkeit gewährleistet. Hohe Kontraste, satte Schwarzwerte und eine ausgewogene Farbdarstellung runden den positiven Gesamteindruck ab.
Die Frontkamera sitzt in einer etwas breiteren, ovalen Punch-Hole-Notch, da sie neben der Selfie-Kamera eine zweite Linse für eine verbesserte 3D-Gesichtserkennung integriert. Das Design erinnert in Ansätzen an Apples Dynamic Island, fällt jedoch kompakter aus. Im Android-Umfeld stellt diese Lösung eine Besonderheit dar.
Kamera
Das Honor 400 Pro ist mit einem leistungsstarken Triple-Kamera-System ausgestattet. Die Hauptkamera bietet eine Auflösung von 200 Megapixeln (f/1.9) und verfügt über optische Bildstabilisierung (OIS) sowie Phasenvergleichs-Autofokus. Ergänzt wird sie durch ein 50-Megapixel-Teleobjektiv (f/2.4) mit ebenfalls OIS und eine 12-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera (f/2.2).
Bei Tageslicht liefert die Hauptkamera exzellente Aufnahmen mit hoher Detailtreue, ausgewogener Dynamik und realistischen Farben. Auch die Telelinse überzeugt mit scharfen, kontrastreichen Bildern und ist für Porträts und entfernte Motive gut geeignet. Nachtaufnahmen gelingen ebenfalls – trotz gelegentlichem Bildrauschen bleibt die Bildqualität insgesamt überzeugend. Die Ultraweitwinkelkamera kann in puncto Schärfe, Bilddetails und Farbdynamik nicht ganz mit den beiden anderen Modulen mithalten, liefert aber dennoch brauchbare Ergebnisse.
Nutzer können zwischen drei Bildprofilen wählen: „Natürlich“, „Dynamisch“ und „Authentisch“. Diese beeinflussen Farbsättigung, Kontraste sowie die Wiedergabe von hellen und dunklen Bildbereichen. Manchmal wirken Fotos aber nicht mehr natürlich. Für Porträtaufnahmen stehen zudem drei Filter des bekannten Fotostudios Harcourt zur Verfügung, die bereits aus dem Vorgänger Honor 200 Pro bekannt sind. Eine KI-gestützte Optimierung sorgt zusätzlich für verbesserte Hauttöne und feinere Details bei Gesichtern.
Videos sind in 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde möglich. Auch HDR-Modi für kontrastreiche Szenen sind integriert. Damit bietet das Honor 400 Pro eine Kameraausstattung, die sich in der oberen Mittelklasse sehen lassen kann.
Honor 400 Pro - Originalaufnahmen
Ausstattung
Das Honor 400 Pro ist mit dem Qualcomm Snapdragon 8 Gen 3 ausgestattet, einem High-End-Prozessor aus dem Jahr 2024. Trotz der inzwischen verfügbaren Nachfolgegeneration liefert der Chip noch immer mehr als genügend Leistung für alle Aufgaben – ob im Alltag, beim Multitasking oder bei grafikintensiven Spielen. Das System reagiert im Test durchweg flüssig und verzögerungsfrei.
In den Benchmarks bestätigt das Gerät seine starke Performance: Bei PCmark erreicht es rund 18.000 Punkte, bei 3DMark Wild Life Extreme knapp 4500 Punkte – Werte, die es für die kommenden Jahre zukunftssicher machen.
Auch bei Speicher und Arbeitsspeicher zeigt sich das Honor 400 Pro großzügig. Es ist standardmäßig mit 512 GB internem Speicher ausgestattet, eine Erweiterung per microSD ist allerdings nicht möglich. Hinzu kommen 12 GB RAM, die für eine reibungslose Nutzung sorgen.
Zur biometrischen Entsperrung bietet das Honor 400 Pro zwei schnelle und zuverlässige Optionen: Dazu gehört ein im Display integrierter Fingerabdrucksensor sowie eine 3D-Gesichtserkennung, die mithilfe einer zweiten Frontkamera umgesetzt wird. Letztere ist deutlich sicherer als die herkömmliche 2D-Gesichtserkennung, wie sie bei vielen anderen Android-Smartphones zum Einsatz kommt.
Bei den Schnittstellen zeigt sich das Gerät auf der Höhe der Zeit: Wi-Fi 7, Bluetooth 5.4, NFC und 5G gehören zur Ausstattung. Die Stereo-Lautsprecher liefern einen klaren und kräftigen Klang – für ein Smartphone dieser Klasse absolut angemessen.
Ein großer Schwachpunkt bleibt jedoch: Honor setzt beim USB-Anschluss lediglich auf USB-C 2.0. Angesichts der ansonsten hochwertigen Ausstattung ist das kaum nachvollziehbar – insbesondere im Hinblick auf Datentransferraten.
Honor-Smartphones unterstützen ferner den BMW Digital Key nicht. Dieser ist ausschließlich mit bestimmten Modellen kompatibel, etwa von Herstellern wie Apple, Samsung, Google, Motorola, Oneplus oder Xiaomi.
Software
Auf dem Honor 400 Pro läuft Android 15 mit der Bedienoberfläche Magic OS in Version 9, die optisch stark an iOS und Huaweis EMUI erinnert. Der App-Drawer ist standardmäßig deaktiviert, lässt sich aber über die Startbildschirm- und Wallpaper-Einstellungen aktivieren. Das Einstellungsmenü ist zweigeteilt: Benachrichtigungen werden zentral von oben, das Kontrollzentrum vom rechten oberen Rand aufgerufen.
Zum Testzeitpunkt stammt der Sicherheits-Patch aus dem Mai und ist somit noch hinreichend aktuell. Honor verspricht sechs Jahre lang Software- und Sicherheits-Updates – ein erfreulich langer Zeitraum für ein Android-Gerät.
Magic OS bietet zudem praktische Funktionen wie eine Multi-Windows-Ansicht, eine seitliche App-Leiste für Schnellzugriffe sowie das „Magic Portal“, mit dem sich Inhalte wie Adressen oder Texte direkt in passende Apps übertragen lassen, etwa in Google Maps oder Messenger. Auch die „Knöchel-Geste“ zur Markierung von Bildausschnitten ist an Bord – ähnlich wie „Circle to Search“ von Samsung, in der Praxis aber weniger zuverlässig.
Ein Highlight ist das neue KI-Foto-Feature, das aus einem einzelnen Bild ein kurzes animiertes Video erzeugt – etwa im Stil von Stop-Motion. Besonders bei Nahaufnahmen, etwa von Miniaturfiguren, entstehen beeindruckende Effekte: Die KI simuliert sogar einen Finger, der die Figuren scheinbar bewegt. Ergänzt wird das durch weitere KI-Funktionen wie Google Gemini, einen Fotoradierer, Nachschärfung von Zoomaufnahmen und automatische Zusammenfassungen in der Notizen-App.
Es gibt jedoch eine Vielzahl vorinstallierter Honor-Apps, um die Google-Lösungen zu verdrängen. So ist etwa die hauseigene Kalender-App weniger ausgereift als das Google-Pendant, und Synchronisierungen funktionieren teilweise verzögert.
Akku
Der Silizium-Kohlenstoff-Akku des Honor 400 Pro bietet trotz des schlanken Gehäuses eine beeindruckende Kapazität von 5300 mAh – ein guter Indikator für lange Laufzeiten. Diese Technologie ermöglicht kompaktere Akkus, weil diese eine höhere Energiedichte haben und somit mehr Energie auf gleichem Raum speichern können.
Unsere Messungen bestätigen diesen Eindruck: Im PCMark Battery Test erreichte das Gerät eine Laufzeit von über 14 Stunden im simulierten Dauerbetrieb – ein ausgezeichnetes Ergebnis für ein Smartphone dieser Leistungsklasse. Einen Tag sollte es also problemlos ohne Netzteil schaffen.
Das Honor 400 Pro bietet beeindruckende Ladeleistungen: Über Kabel sind mit Honor Supercharge bis zu 100 Watt möglich, kabelloses Laden wird mit bis zu 50 Watt unterstützt (Honor Wireless Supercharge). Ein Netzteil liegt dem Gerät jedoch nicht bei – wer die volle Ladegeschwindigkeit nutzen möchte, muss entsprechendes Zubehör separat erwerben. Mit dem passenden Ladegerät ist der Akku kabelgebunden in knapp über 30 Minuten vollständig geladen, kabellos dauert es bei 50 Watt etwa eine Stunde.
Preis
Die UVP liegt – wie schon beim Vorgänger – bei stolzen 799 Euro und sprengt damit den Rahmen der gehobenen Mittelklasse. Die Preise dürften jedoch weiter fallen: Aktuell ist das Honor 400 Pro bereits ab etwa 459 Euro erhältlich. Verfügbar ist das Gerät in den Farben Anthrazit und Grau.
Fazit
Mit dem Honor 400 Pro ist dem chinesischen Hersteller ein überzeugendes Oberklasse-Smartphone gelungen. Die hochwertige Verarbeitung, die starke Triple-Kamera und die hervorragende Akkulaufzeit sprechen für sich. Auch wenn der verbaute Snapdragon 8 Gen 3 nicht mehr der neueste High-End-Chip ist, liefert er weiterhin für die nächsten Jahre mehr als genug Leistung für alle Anwendungen – vom Alltag bis zum Gaming.
Besonders gefallen haben uns die KI-Funktionen, etwa das neue Feature, das aus einem einzigen Foto animierte Kurzvideos erstellt – kreativ und beeindruckend umgesetzt. Wer nicht über 1000 Euro für ein Flaggschiff ausgeben möchte, findet im Honor 400 Pro eine attraktive Alternative für unter 800 Euro.
Abzüge gibt es für die veraltete USB-C-2.0-Schnittstelle – in diesem Preisbereich kaum nachvollziehbar. Auch die Vielzahl vorinstallierter Apps stört etwas – viele davon können qualitativ nicht mit den Google-Originalen mithalten. Perfekt ist das Honor 400 Pro also nicht, doch es bietet ein starkes Gesamtpaket und präsentiert sich als gelungenes Sub-Flaggschiff. Eine clevere Wahl für alle, die Wert auf Design, Kamera und Performance legen, ohne dafür vierstellige Beträge ausgeben zu wollen.
Das Galaxy S25 FE verspricht Flaggschiff-Technik zum Mittelklassepreis. Im Vergleich zum Vorgänger scheint sich aber nur wenig geändert zu haben.
VORTEILE
- tolle Bildqualität des AMOLED-Displays
- gute Triple-Kamera bei Tag und Nacht mit optischem Zoom
- 7 Jahre Software-Support
- hochwertige Verarbeitung
- sinkende Preise
NACHTEILE
- hohe UVP
- mäßige Akkulaufzeit
- ohne LTPO-Technologie
- niedriges PWM-Dimming
- CPU mit Schwächen bei Effizienz
Samsung Galaxy S25 FE im Test: Top-Smartphone als Kompromiss oder Mogelpackung?
Das Galaxy S25 FE verspricht Flaggschiff-Technik zum Mittelklassepreis. Im Vergleich zum Vorgänger scheint sich aber nur wenig geändert zu haben.
Zum fünften Mal bringt Samsung eine Fan-Edition seiner Galaxy‑S‑Reihe auf den Markt. Die Modelle kombinieren High-End-Features mit gezielten Abstrichen, um Flaggschiff-Technik zum Mittelklassepreis anzubieten – zumindest in der Theorie.
Auch beim Galaxy S25 FE bleibt die UVP zunächst hoch, sinkt jedoch traditionell schnell. Optisch wirkt das Smartphone hochwertig und schlanker als der Vorgänger, technisch erinnert jedoch vieles an das S24 FE. Wir klären im Test, ob die neue Fan-Edition ein gelungener Kompromiss oder eher ein lauer Aufguss ist.
Design
Das Design des Samsung Galaxy S25 FE zeigt sich vertraut – auf den ersten Blick könnte man es leicht mit dem Galaxy S25+ oder dem S24 FE verwechseln. Samsung bleibt seiner klaren, minimalistischen Formensprache treu: Auf der Rückseite finden sich drei einzeln eingefasste Kameralinsen, eingebettet in ein kantiges Gehäuse mit Metallrahmen sowie Glasrückseite.
Die Verarbeitung überzeugt durchweg. Von der früheren Kunststoffanmutung älterer FE-Modelle ist nichts mehr zu spüren – das S25 FE wirkt solide, hochwertig und elegant. Gleichzeitig ist die Optik, gerade im direkten Vergleich zu neueren Konkurrenten, etwas konservativ und nur dezent modernisiert.
Mit Abmessungen von 161,3 × 76,6 × 7,4 mm liegt das Smartphone nahezu auf dem Niveau seines Vorgängers und ist nur minimal größer als das S25+. Das Gewicht bleibt mit 190 g angenehm im Rahmen. Positiv: Die Display-Ränder sind etwas schmaler geworden, das Gehäuse ist zudem dünner, was für einen edleren Look sorgt.
Wie schon beim Vorgänger ist das Gehäuse nach IP68 zertifiziert und damit gegen Staub und Wasser geschützt – ein Detail, das man in dieser Preisklasse keineswegs als selbstverständlich ansehen kann.
Samsung Galaxy S25 FE - Bilderstrecke
Display
Das AMOLED-Display des Samsung Galaxy S25 FE wird nun durch widerstandsfähiges Gorilla Glass Victus+ geschützt, was die Alltagstauglichkeit erhöht und Kratzern besser vorbeugt. An den grundlegenden Spezifikationen hat sich gegenüber dem S24 FE allerdings wenig verändert: Die Bilddiagonale beträgt 6,7 Zoll bei einer Auflösung von 2340 × 1080 Pixeln, was eine scharfe Darstellung mit rund 385 PPI ermöglicht. Zum Vergleich: Das S25+ bietet hier eine 3K-Auflösung.
Die Screen-to-Body-Ratio liegt bei starken 89 Prozent – ein ausgezeichnetes Verhältnis. Deutliche Fortschritte zeigt Samsung bei der Displayhelligkeit: Mit bis zu 1900 Nits Spitzenwert bleibt der Bildschirm auch bei direkter Sonneneinstrahlung hervorragend ablesbar.
Auf die LTPO-Technologie der teureren S25-Modelle muss das FE allerdings verzichten. Die Bildwiederholrate erreicht zwar bis zu 120 Hz, lässt sich jedoch nicht stufenlos anpassen, sondern wechselt lediglich zwischen festen Stufen. Das PWM-Dimming liegt bei vergleichsweise niedrigen 240 Hz, was bei empfindlichen Nutzern zu Unwohlsein führen könnte.
Wie gewohnt liefert das AMOLED-Panel eine exzellente Bildqualität mit kräftigen Farben, satten Kontrasten und ausgezeichneter Blickwinkelstabilität. Insgesamt präsentiert sich der Bildschirm also als eine der klaren Stärken des Galaxy S25 FE – typisch Samsung.
Kamera
Auch beim Kamera-Setup bleibt Samsung beim Galaxy S25 FE der bisherigen Linie treu. Auf der Rückseite sitzt eine Triple-Kamera, bestehend aus einer 50-Megapixel-Hauptlinse mit optischer Bildstabilisierung (OIS), einer 12-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera sowie einer 8-Megapixel-Telelinse mit dreifachem optischem Zoom – exakt die gleiche Kombination wie beim Vorgängermodell. Dazu kommt wieder eine Frontkamera mit 12 Megapixeln.
Im Vergleich zum S25+ fällt vorwiegend die Telekamera etwas ab, da sie eine geringere Auflösung bietet. Hier hätte sich Samsung etwas mehr Innovation erlauben dürfen, beispielsweise durch die stärkere Telelinse aus dem größeren Modell. Insgesamt liefert das Kamera-Setup solide Ergebnisse, bleibt aber eher evolutionär als revolutionär – bewährt, aber ohne echte Neuerungen. Gefühlt tut sich hier seit Jahren wenig.
Dennoch liefert auch das S25 FE beeindruckende Fotos. Die Bildqualität überzeugt mit klaren Details, hohem Dynamikumfang und natürlichen Farben – auch wenn diese manchmal etwas zurückhaltend wirken. Die Telelinse bietet einen dreifachen optischen Zoom. Bis zu einer zehnfachen Vergrößerung lassen sich noch gute Ergebnisse erzielen, darüber hinaus nimmt das Bildrauschen stark zu. Bis zu 30-fach ist möglich.
Der Nachtmodus arbeitet zuverlässig: Er hellt dunkle Szenen spürbar auf und sorgt für sehenswerte Aufnahmen, ohne dass das Bildrauschen störend auffällt. Am besten schneidet hier das Hauptobjektiv ab. Die KI greift dabei gelegentlich unterstützend ein – so entstehen mit der Telelinse beeindruckende Mondaufnahmen, die jedoch softwareseitig nachbearbeitet werden.
Im direkten Vergleich zeigen vorwiegend das Galaxy S25 und S25+ bei schwierigen Lichtbedingungen und Teleaufnahmen noch einmal bessere Resultate – sie holen feinere Details heraus und rauschen weniger. Für den Alltag und die meisten Anwendungsfälle liefert das S25 FE dennoch rundum gute Fotos und ein verlässliches Kameraerlebnis. Auch Selfies sehen klasse aus, Videos sind bei 4K-Auflösung mit 60 FPS (Frames pro Sekunde) möglich oder bei 8K mit 30 FPS.
Samsung Galaxy S25 FE - Originalaufnahmen
Ausstattung
Beim Prozessor geht das Galaxy S25 FE innerhalb der neuen S25-Reihe den deutlichsten Kompromiss ein. Statt eines Qualcomm-Chips verbaut Samsung den Exynos 2400, der bereits im Galaxy S24 und S24+ zum Einsatz kam. Im Vergleich zum S24 FE mit dem leicht abgespeckten Exynos 2400e bedeutet das immerhin einen kleinen Fortschritt. Die Performance passt im Alltag: Das System läuft flüssig und stabil, Apps starten schnell, und auch anspruchsvollere Spiele sind problemlos spielbar.
In der Grafikleistung liegt das FE jedoch etwas hinter dem S25 und S25+, die mit dem stärkeren Snapdragon 8 Elite ausgestattet sind. Mit rund 4200 Punkten im 3DMark Wild Life Extreme bewegt sich das S25 FE aber weiterhin im oberen Mittelfeld – nicht ganz Flaggschiff-Niveau, aber mehr als ausreichend für die meisten Nutzer. Allerdings wird das Smartphone unter hoher Auslastung spürbar warm, dann drosselt die CPU die Leistung.
Beim Speicher stehen 128, 256 oder 512 GB zur Wahl. Da eine microSD-Erweiterung nicht möglich ist, empfiehlt sich mindestens die 256-GB-Variante. Der Arbeitsspeicher umfasst 8 GB RAM und liegt damit leicht unter dem Niveau der größeren S25-Modelle.
Die Ausstattung ist auf modernem Stand: USB-C 3.2, Wi-Fi 6E, Bluetooth 5.4, NFC und 5G sind an Bord, ebenso eSIM-Unterstützung. Der Fingerabdruckscanner unter dem Display arbeitet schnell und zuverlässig. Wi-Fi 7 wäre allerdings schön gewesen, UWB (Ultra-Wideband) fehlt.
Auch der Stereo-Sound kann überzeugen – klar, laut und ausgewogen. Zusätzlich bietet Samsung die Funktion Adapt Sound, die nach einem kurzen Hörtest die Klangwiedergabe individuell anpasst. So werden hohe Frequenzen oder leise Passagen gezielt verstärkt, was vor allem älteren oder hörgeschwächten Nutzern zugutekommt. Die Funktion wirkt jedoch nur bei der Nutzung von Kopfhörern.
Software
Eine der größten Stärken des Galaxy S25 FE bleibt – typisch für Samsung – die Software, sofern man sich mit der eigenständigen Optik von One UI anfreundet. Das Smartphone wird mit Android 16 und One UI 8 ausgeliefert. Samsung garantiert für 7 Jahre Software- und Sicherheits-Updates, was im Android-Bereich immer noch vorbildlich ist. Zum Testzeitpunkt war der Sicherheitspatch aktuell.
Das neue „Now Brief“-Widget bündelt auf dem Homescreen Wetter, Termine und Verkehrsinformationen, während die „Now Bar“ Live-Infos wie Stoppuhren oder Erinnerungen bietet. Wie gewohnt installiert Samsung zahlreiche eigene Apps neben den Google-Diensten, die sich bei Bedarf deaktivieren, aber nicht vollständig deinstallieren lassen.
Das S25 FE unterstützt die kompletten Galaxy-AI-Funktionen der S25-Serie. Statt Bixby greift Samsung dabei stärker auf Googles Gemini zurück, das mit seinen AI Agents App-übergreifende Aufgaben übernimmt – etwa die Suche nach Sport-Events mit automatischem Kalendereintrag oder die Restaurantwahl nach persönlichen Vorlieben.
Weitere KI-Features sind die sprachgesteuerte Suche in den Einstellungen, AI Select zum Zuschneiden von Bildschirminhalten und Circle to Search, das nun auch Musik erkennen kann. Der integrierte Dolmetscher übersetzt Gespräche und Telefonate in Echtzeit, wenn auch mit leichter Verzögerung. Hinzu kommen KI-gestützte Fotofunktionen wie der Radierer oder das Entfernen von Spiegelungen, die im Test erstaunlich zuverlässig arbeiten.
Akku
Der Akku des Galaxy S25 FE bietet jetzt eine Kapazität von 4900 mAh und liegt damit auf dem Niveau des S25+, was gegenüber dem Vorgänger ein kleiner Zugewinn ist. Unser üblicher Battery Test von PCMark ließ sich allerdings aufgrund von Kompatibilitätsproblemen mit One UI 8 und Android 16 nicht durchführen.
Im Praxistest zeigte sich, dass die Akkulaufzeit etwas kürzer ausfällt als beim S25+. Grund dafür ist die geringere Effizienz des Exynos-Chips. In der Regel schafft das S25 FE zwar locker einen Tag, hält aber im Durchschnitt rund zwei Stunden weniger durch als das Plus-Modell mit Qualcomm-Prozessor – einer der wenigen echten Schwachpunkte des abgespeckten Premium-Geräts.
Positiv: Samsung hat das Laden deutlich verbessert. Das S25 FE unterstützt jetzt 45 W Schnellladen – allerdings messen wir in der Praxis hier eher 30 W. Damit ist eine vollständige Ladung in etwa einer Stunde möglich. Auch kabelloses Laden mit 15 W ist möglich, ebenso wie das Reverse-Wireless-Charging anderer Geräte mit bis zu 4,5 W.
Preis
Die UVP des Galaxy S25 FE ist mit 749 Euro für 128 GB, 809 Euro für 256 GB und 929 Euro für 512 GB eindeutig zu hoch angesetzt. Inzwischen sind die Preise jedoch deutlich gefallen: Aktuell ist das Modell mit 128 GB ab etwa 470 Euro erhältlich. Empfehlenswerter ist jedoch die 256-GB-Variante, die bei rund 529 Euro liegt. Die Ausführung mit 512 GB Speicher kostet aktuell 679 Euro.
Fazit
Das Samsung Galaxy S25 FE überzeugt mit einem tollen Display, starker Performance und einer guten Kamera. Die Verarbeitung mit Metallrahmen und Glasrückseite ist wie gewohnt exzellent, optisch ist das Modell kaum vom regulären S25+ zu unterscheiden. Der Akku ist leicht gewachsen, und der Prozessor bietet im Vergleich zum S24 FE ein kleines Leistungsplus.
Allerdings wirkt es, als hätte sich Samsung in diesem Jahr etwas weniger Mühe gegeben. Das Kamera-Setup entspricht weitgehend dem der letzten FE-Generationen, und der Exynos 2400 bleibt im Hinblick auf Grafikleistung und Energieeffizienz klar hinter den Snapdragon-Chips der teureren Modelle zurück. Die Akkulaufzeit fällt entsprechend etwas kürzer aus als beim S25+.
Zum Marktstart war der Preis in unseren Augen zu hoch – ein reguläres S25+ bot kurzzeitig das bessere Gesamtpaket zum nahezu gleichen Preis. Inzwischen sind die Preise spürbar gefallen. Bald könnte die 500-Euro-Grenze in Reichweite liegen. Dann wird aus der Fan-Edition auch ein echter Preis-Leistungs-Tipp.
Wer ein möglichst komplettes Smartphone mit starker Kamera und optischem Zoom sowie langjährigem Software-Support sucht, findet im S25 FE weiterhin einen soliden Kompromiss – auch wenn der Mehrwert gegenüber dem Vorgänger kleiner ausfällt als in früheren Jahren.
Das Google Pixel 10 erhält nun eine Telelinse und schnelle Qi2-Magnetladung. Das kompakte Flaggschiff kommt zudem mit Tensor G5 und verbesserter Kamera.
VORTEILE
- exzellente Kamera mit Telelinse und 5x optischem Zoom
- helles Display mit über 2000 cd/m²
- 7 Jahre Android-Updates garantiert
NACHTEILE
- Gaming-Performance schwächer als Snapdragon-Konkurrenz
- moderate Ladegeschwindigkeiten (29 W)
- weniger Features als Pixel 10 Pro
Smartphone Google Pixel 10 im Test: Dank Triple-Kamera fast so gut wie das Pro
Das Google Pixel 10 erhält nun eine Telelinse und schnelle Qi2-Magnetladung. Das kompakte Flaggschiff kommt zudem mit Tensor G5 und verbesserter Kamera.
Das Google Pixel 10 markiert einen Wendepunkt für Googles Smartphone-Reihe. Erstmals erhält das Basis-Modell eine Telelinse mit fünffachem optischem Zoom, während das neue Pixelsnap Qi2-Laden und magnetisches Zubehör ermöglicht. Mit dem Tensor G5-Prozessor, Android 16 und verbesserter KI-Integration positioniert sich das Pixel 10 als kompakte Alternative zu Samsung Galaxy S25, iPhone 16 und Honor Magic 7 Pro. Die UVP von 899 Euro ist bereits nach weniger als 4 Wochen auf 720 Euro (Bestpreislink) gefallen. Ob die Neuerungen überzeugen und wie sich das 6,3-Zoll-Smartphone gegen die Konkurrenz schlägt, klärt dieser Test.
Design und Verarbeitung
Das Google Pixel 10 bleibt der bewährten Designsprache der Pixel-Reihe treu, bringt aber sinnvolle Neuerungen mit. Das kompakte 6,3-Zoll-Smartphone setzt auf ein flaches Actua-OLED-Display mit abgerundeten Ecken und ein robustes Aluminiumgehäuse. Verfügbar ist es in den Farben Indigo, Frost, Lemongrass und Obsidian. Auffällig ist das polierte Rückglas mit Satin-Finish, das sich vom Pixel 10 Pro unterscheidet – dieses hat mattes Glas mit poliertem Rahmen, während das Standard-Modell polierten Rahmen mit mattem Rahmen kombiniert.
Die Variante Frost zeigt sich überraschend unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken und erscheint in der Realität eher wie ein blasses Lavendel statt des auf Online-Bildern erwarteten Grautons. Eine wichtige Neuerung ist der in der Gehäuserückseite integrierte Pixelsnap-Magnetring, der kompatibles Zubehör magnetisch am Gerät hält. Diese Funktion war bisher iPhone-Nutzern vorbehalten, allerdings war sie auch schon vorher mit entsprechenden Hüllen mit Magneten nutzbar. Ebenfalls neu gestaltet sind Lautsprecher und Mikrofon, die nun symmetrisch neben dem USB-C-Port angeordnet sind.
Die Verarbeitung mit Gorilla Glass Victus 2 vorn und hinten sowie IP68-Schutz gegen Wasser und Staub entspricht Flaggschiff-Standard. Google gewährt wie beim Pixel 9 sieben Jahre Updates bis 2032. Kritikpunkt: Staub sammelt sich in den Ritzen des Kameramoduls.
Display: Wie gut ist der Bildschirm des Google Pixel 10?
Das 6,3-Zoll-Actua-OLED-Display des Pixel 10 überzeugt mit scharfer Full-HD+-Auflösung (1080 × 2424 Pixel) und flüssiger 120-Hz-Bildwiederholrate mit HDR-Support. Beeindruckend ist die Helligkeit: Tests der c't zeigen Werte von über 2000 cd/m² im HDR-Modus, punktuell sogar bis zu 2600 cd/m². Damit bleibt der Bildschirm auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar.
Im Vergleich zum Pixel 10 Pro verzichtet das Standard-Modell auf LTPO-Technik für variable Bildwiederholraten von 1 bis 120 Hz und die höhere 1,5K-Auflösung. Das Pro-Modell bietet zudem ein helleres Super Actua Display mit bis zu 3000 cd/m² HDR-Helligkeit. Für den Alltag reicht die Full-HD+-Darstellung des Standard-Modells aber völlig aus. Die neue Actua-360-Technologie verbessert die Ablesbarkeit aus verschiedenen Blickwinkeln, während die Anti-Reflex-Beschichtung störende Spiegelungen reduziert.
Kamera: Wie gut sind Fotos mit dem Google Pixel 10?
Die größte Neuerung des Pixel 10 ist die erstmals integrierte Telelinse. Das Kamera-Setup besteht aus einer 48-MP-Hauptkamera (f/1.7), einer 13-MP-Ultraweitwinkelkamera (f/2.2) und der neuen 10,8-MP-Telelinse mit fünffachem optischem Zoom (f/3.1). Für Selfies steht eine 10,5-MP-Frontkamera zur Verfügung. Alle Kameras unterstützen 4K-Videoaufnahmen mit verbesserter Stabilisierung.
Die Bildqualität setzt Maßstäbe in der Pixel-Reihe. Besonders bei Porträts überzeugen die natürlichen Hauttöne und der breite Dynamikumfang, was für viele kaufentscheidend sein dürfte. Die Hauptkamera liefert auch bei schwachem Licht exzellente Ergebnisse, während die Telelinse endlich echten optischen Zoom ermöglicht. Digital sind beim Standard-Modell bis zu 20-fache Vergrößerungen möglich, die ordentliche Ergebnisse liefern.
Das Pixel 10 Pro bietet erweiterte Funktionen wie Pro Res Zoom mit 100-fachem Zoom dank KI, Camera Coach für Fototipps und erweiterte KI-Edits in der Fotos-App. Nachtaufnahmen gehören traditionell zu den Stärken der Pixel-Kameras und überzeugen auch beim Pixel 10 mit detailreichen, rauscharmen Bildern.
Google Pixel 10 Fotos
Hardware: Wie stark ist das Google Pixel 10?
Das Google Pixel 10 setzt auf den neuen Tensor G5-Prozessor, der speziell für KI-Aufgaben und Gemini Nano optimiert wurde. Unterstützt wird der Chip von 12 GB RAM und wahlweise 128 GB oder 256 GB internem Speicher. Das Pixel 10 Pro bietet dagegen 16 GB RAM, den gleichen Chip und eine bessere Wärmeableitung. In Antutu-Benchmarks erreicht das Pixel 10 mit 3325 Punkten bessere Werte als der Vorgänger mit Tensor G4.
Für alltägliche Aufgaben bietet der Tensor G5 eine gute Alltagsleistung mit stabiler Performance. Bei anspruchsvollen Spielen kann er jedoch nicht mit aktuellen Snapdragon-Chips mithalten und bleibt schwächer als die aktuelle Konkurrenz. Die weitere Ausstattung entspricht modernen Standards: USB-C 3.2, NFC, Bluetooth 5.4 und 5G-Unterstützung sind selbstverständlich. Für die meisten Nutzer dürfte die gebotene Leistung völlig ausreichen.
Software
Das Google Pixel 10 wird als erstes Smartphone mit Android 16 ausgeliefert und profitiert von Googles Update-Garantie über sieben Jahre bis 2032. Material 3 Expressive bringt verbesserte Designs mit, während die tiefe Gemini-Integration natürliche Sprachinteraktion ermöglicht. Besonders praktisch sind Gemini Live-Integration, Magic Cue für App-übergreifende Informationen und die neue Satelliten-Kommunikation, die bereits von der Pixel Watch bekannt ist.
Das Pixel 10 Pro bietet erweiterte KI-Funktionen wie Auto Best Take und Performance Advisor, die dem Standard-Modell fehlen. Auch die Dolmetscher-Funktion, die einen in Telefonaten in seiner eigenen Stimme eine andere Sprache sprechen lässt, bleibt den Pro-Geräten vorbehalten. Die Software läuft flüssig und nutzerfreundlich. Die KI-Funktionen beschränken sich nicht nur auf die Kamera, sondern durchziehen das gesamte System und bieten echten Mehrwert im Alltag.
Akku: Wie lange hält das Google Pixel 10 durch?
Der 4970-mAh-Akku des Pixel 10 zeigt in Tests der c't solide Laufzeiten bei 200 cd/m² Helligkeit: 10,6 Stunden bei lokal gespeicherten 4K-Videos mit 120 fps, 18,5 Stunden beim YouTube-Streaming über WLAN, 13,6 Stunden über 5G und 16,6 Stunden beim Gaming mit Asphalt 8 in Dauerschleife. Diese Werte ermöglichen problemlos einen vollen Tag intensiver Nutzung.
Interessant ist der Vergleich zu den anderen Modellen: Das Pixel 10 Pro hat mit 4870 mAh weniger Kapazität, während das Pixel 10 Pro XL auf 5200 mAh kommt. Geladen wird mit bis zu 29 Watt über Kabel und 15 Watt drahtlos. Die Pixelsnap-Technik unterstützt Qi2-kabelloses Laden mit bis zu 15 Watt. Im Vergleich zur Konkurrenz sind die Ladegeschwindigkeiten moderat, für den Alltag aber ausreichend.
Preis
Das Google Pixel 10 kostet in der UVP 899 Euro. Mittlerweile ist der Preis mit 128 GB auf 520 Euro gefallen. Mit 256 GB sind es 650 Euro.
Fazit
Das Google Pixel 10 ist eine gelungene Weiterentwicklung der Pixel-Reihe. Die endlich integrierte Telelinse, die praktische Pixelsnap-Magnetfunktion und das helle Display machen es zu einem richtig guten Kompakt-Smartphone. Besonders die Kamera überzeugt mit natürlichen Farben und exzellenten Nachtaufnahmen. Android 16 und die tiefe KI-Integration setzen Software-Maßstäbe. Der starke Preisverfall von der UVP 899 Euro auf aktuell 720 Euro (Bestpreislink) nach wenigen Wochen macht es noch attraktiver.
Schwächen zeigt das Pixel 10 bei der Gaming-Performance und den Ladegeschwindigkeiten. Für Nutzer, die Wert auf Kamera-Qualität, saubere Software und lange Update-Unterstützung legen, ist es dennoch eine hervorragende Wahl.
Das Nothing Phone 3 erinnert mit minimalistischem Startbildschirm und smarter Software ans iPhone – überzeugt das Design und die Technik? Der Test zeigt es.
VORTEILE
- hervorragende Akkulaufzeit
- einzigartiges Design mit Glyph Matrix
- lange Update-Garantie
- gute Verarbeitung mit IP68-Schutz
- gute & schicke Software
NACHTEILE
- Prozessor nicht auf Flaggschiff-Niveau
- schwaches Ultraweitwinkel-Objektiv
- KI-Taste nicht frei belegbar
Nothing Phone 3 im Test: Smartphone mit iPhone-Feeling und vielen Extras
Das Nothing Phone 3 erinnert mit minimalistischem Startbildschirm und smarter Software ans iPhone – überzeugt das Design und die Technik? Der Test zeigt es.
Nothing möchte mit dem Phone 3 eine echte Alternative zu etablierten Flaggschiff-Smartphones bieten. Dafür setzt das Unternehmen auf ein puristisches Design und eine enge Verknüpfung von Hardware und Software – ähnlich wie beim Apple-Ökosystem. Das transparente, asymmetrische Rückseitendesign erinnert an ein Schiebepuzzle oder Lego-Steine und polarisiert die Meinungen. Die neue Glyph Matrix mit 489 LEDs löst die alte Glyph-Schnittstelle ab.
Design und Verarbeitung
Nothing wählt für das Phone 3 ein quadratisches, asymmetrisches Design auf der Rückseite, das an ein Schiebepuzzle erinnert. Auch das Kamera-Setup wirkt eigenwillig und unkonventionell. Die Ästhetik teilt die Gemüter: In unserem Umfeld gefällt sie nur wenigen, und wenn, dann eher Männern als Frauen. Dabei beklagen viele, dass Smartphones heutzutage alle gleich aussehen. Das Phone 3 bricht definitiv aus diesem Muster aus.
Die transparente Rückseite enthüllt nicht das Innere des Geräts, sondern gibt den Blick auf eine zusätzliche Designebene frei. Das verleiht dem Smartphone ein technisches, futuristisches Erscheinungsbild, macht es jedoch dicker und schwerer als seinen Vorgänger. Mit Maßen von 162 × 76 × 8,99 mm und einem Gewicht von 218 g zählt es zu den größeren und schwereren Modellen auf dem Markt.
Der Aluminiumrahmen sorgt für eine premiumhafte Haptik, während die dünnen, symmetrischen Display-Ränder den Bildschirm gut zur Geltung bringen. Das matte Finish in Weiß oder Schwarz widersteht Fingerabdrücken. Im Gegensatz zum Vorgänger ist das Nothing Phone 3 jetzt endlich nach IP68 zertifiziert und somit wasser- und staubresistent. Die Glyph Matrix mit ihren 489 LEDs im Dot-Matrix-Stil ersetzt die alte Glyph-Schnittstelle und bietet neue Möglichkeiten für Benachrichtigungen.
Nothing Phone 3 Bilder
Display: Wie gut ist der Bildschirm des Nothing Phone 3?
Nothing integriert ein 6,67 Zoll großes AMOLED-Display mit einer Auflösung von 1260 × 2800 Pixeln, was einer Pixeldichte von 460 PPI entspricht. Die Screen-to-Body-Ratio beträgt beeindruckende 92,9 Prozent. Dank HDR10+-Unterstützung und 10-Bit-Farbtiefe werden 1,07 Milliarden Farben dargestellt. Farbtreue und Kontrast sind exzellent. Gorilla Glass 7i schützt vor Kratzern und Stößen.
Die Bildwiederholrate von 120 Hz gewährleistet eine flüssige Darstellung, sinkt jedoch auf ein Minimum von 30 Hz. Es fehlt jedoch LTPO-Technologie für eine dynamische Anpassung von 1 bis 120 Hz – hier leisten viele Konkurrenten mehr. Die adaptive Refresh-Rate verbessert die Energieeffizienz. Die Touch-Sampling-Rate von 240 Hz ermöglicht präzise und reaktionsschnelle Eingaben.
Laut Hersteller erreicht die maximale Helligkeit bei automatischer Helligkeitsanpassung bis zu 1600 Nits, mit einem kurzzeitigen Peak von 3000 Nits. Für den Innenbereich ist das Display hervorragend geeignet, bei direkter Sonneneinstrahlung ist es meistens auch gut ablesbar.
Kamera: Wie gut sind Fotos mit dem Nothing Phone 3?
Nothing verwendet eine Triple-Kamera mit einem 50-Megapixel-Hauptsensor von Sony, einer 50-MP-Ultraweitwinkel-Linse und einer 50-Megapixel-Periskop-Telelinse mit dreifachem optischem Zoom. Die 50-Megapixel-Selfie-Kamera liefert scharfe Porträts. Videos können auf allen Linsen in 4K bei 60 FPS aufgezeichnet werden. Optische Bildstabilisierung (OIS) ist für Haupt- und Telelinse vorhanden.
Die Aufnahmen überzeugen mit natürlichen Farben und Hauttönen, wirken jedoch etwas weich und weniger scharf als bei Samsung, Google oder Apple. Die Farbdarstellung ist zurückhaltend. Praktisch: Voreinstellungen für Belichtung, Brennweite und Filter können gespeichert und über Kacheln direkt aufgerufen werden.
Nothing Phone 3 Fotos
Bei Tageslicht überzeugt der hohe Dynamikumfang. Bei schwachem Licht liefert die Hauptkamera gut ab, doch insbesondere die Ultraweitwinkel und Tele zeigen dann Schwächen in der Dunkelheit. Die Hauptkamera nutzt eine variable Blende, die sich dem Licht anpasst. Der Ultraweitwinkel ermöglicht Makro-Aufnahmen ohne Autofokus, leidet jedoch unter blassen Farben und ist die schwächste Linse.
Die Telelinse eignet sich hervorragend für Porträts, auch wenn diese nicht immer konsistent sind. Der Zoom reicht optisch bis zur dreifachen Vergrößerung, digital darüber hinaus – allerdings mit sichtbaren Qualitätseinbußen. Auf maximaler Stufe ist das Ergebnis dennoch überraschend brauchbar.
Selfies wirken ansprechend, Videos sind exzellent stabilisiert. Die Mikrofonqualität ist jedoch schwach, was sich auch bei Sprachnachrichten bemerkbar macht. Insgesamt ein einwandfreies Kamera-Setup, welches jedoch nicht ganz an Flaggschiff-Standards heranreicht.
Hardware: Wie stark ist das Nothing Phone 3?
Nothing setzt auf den Snapdragon 8s Gen 4, einem leistungsstarken Prozessor, der für die meisten Nutzer absolut ausreicht – Flaggschiffe der Konkurrenz bieten jedoch noch mehr Power. Mit 12 GB RAM oder 16 GB RAM läuft Multitasking lag-frei. Der Speicher beträgt 256 GB oder 512 GB (UFS 4.0) und ist extrem schnell, aber nicht erweiterbar.
Die Grafik übernimmt eine Adreno-GPU. Konnektivität umfasst 5G, Wi-Fi 7 und Bluetooth 6. Sensoren beinhalten einen optischen Unter-Display-Fingerabdruckscanner, der nicht ultraschallbasiert ist und daher langsamer reagiert als bei manchen Konkurrenten.
Im 3Dmark Wild Life Extreme Benchmark erzielt es 5500 Punkte – eine sehr solide Leistung. Bei intensiver Nutzung erwärmt sich das Gerät leicht. Für ein Flaggschiff-Smartphone ist der Prozessor jedoch nicht elitär genug.
Software
Nothing OS 3.5 basiert auf Android 15 und entpuppt sich als durchdachte Alternative zu etablierten Benutzeroberflächen. Der Hersteller setzt konsequent auf Minimalismus und verzichtet auf bunte, verspielte Elemente. Stattdessen dominieren klare Linien und eine reduzierte Farbpalette das Erscheinungsbild.
Die Bedienoberfläche wirkt aufgeräumt und modern. Alle App-Icons lassen sich in Schwarz-Weiß darstellen, was für ein einheitliches und ruhiges Erscheinungsbild sorgt. Nothing bietet verschiedene Schriftarten zur Auswahl, die das minimalistische Design unterstreichen. Widgets fügen sich harmonisch in das Gesamtbild ein und bieten praktische Funktionen, ohne überladen zu wirken.
Die Bedienung erfolgt selbsterklärend und flüssig. Animationen sind dezent und unterstützen das cleane Design. Nothing verzichtet bewusst auf überflüssige Effekte und konzentriert sich auf Funktionalität. Das System reagiert schnell und ohne Verzögerungen auf Eingaben.
Nothing Phone 3 Screenshots
Die Farbpalette kann man anpassen, wobei der minimalistische Ansatz erhalten bleibt. Verschiedene Themes stehen zur Verfügung, die alle dem reduzierten Design-Konzept folgen. Der Startbildschirm kann individuell organisiert werden, ohne dass das aufgeräumte Erscheinungsbild verloren geht.
Nothing integriert eine dedizierte KI-Taste, die den „Essential Space“ aktiviert. Diese Funktion dient als zentrale Sammelstelle für Screenshots, Texte und Sprachnachrichten. Der Essential Space funktioniert wie eine erweiterte Notiz-App und ermöglicht schnellen Zugriff auf wichtige Inhalte. Allerdings zeigt sich hier eine Schwäche: Die Synchronisation mit anderen Geräten fehlt. Gespeicherte Inhalte bleiben auf dem Smartphone beschränkt, was die Praktikabilität einschränkt. Zudem lässt sich die KI-Taste nicht frei belegen, schade. Ein weiteres Problem ist die häufige versehentliche Aktivierung der Taste.
Nothing zeigt sich vorbildlich bei der Update-Versorgung. Der Hersteller verspricht fünf Jahre lang Major-Updates und sieben Jahre Sicherheits-Patches.
Das System läuft stabil und ohne nennenswerte Bugs. Nothing hat Android 15 sauber implementiert und auf überflüssige Modifikationen verzichtet. Die Software belastet die Hardware minimal und trägt zur guten Akkulaufzeit bei. Abstürze oder Hänger kommen selten vor, was für eine solide Softwareentwicklung spricht.
Akku: Wie lange hält das Nothing Phone 3 durch?
Nothing stattet das Phone 3 mit einem großzügigen 5150 mAh Akku aus, der sich als eine der größten Stärken des Smartphones erweist. Diese Kapazität ermöglicht problemlos ganztägige Nutzung selbst bei intensiver Belastung durch Gaming, Videostreaming oder dauerhaftes Arbeiten. Im PCmark Battery Test erreicht das Gerät starke 14:05 Stunden Laufzeit. Über den Tag sollte es problemlos kommen.
Das kabelgebundene Laden erfolgt mit bis zu 65 Watt Leistung, wodurch der Akku in unter 20 Minuten zur Hälfte aufgeladen werden kann. Zusätzlich unterstützt das Gerät kabelloses Laden mit 15 Watt, was allerdings nicht zu den schnellsten Qi-Lösungen am Markt gehört. Ein kleiner Wermutstropfen zeigt sich beim Verzicht auf Reverse-Wireless-Charging, womit das Nothing Phone 3 andere Geräte nicht kabellos aufladen kann.
Die exzellente Akkulaufzeit kompensiert dabei teilweise die Schwächen in anderen Bereichen und stellt einen wichtigen Kaufgrund für das Gerät dar.
Preis
Das Nothing Phone 3 hat eine UVP von 799 Euro für 256 GB oder 899 Euro für 512 GB. Aktuell kostet das Modell mit 256 GB rund 559 Euro und mit 512 GB etwa 621 Euro.
Fazit
Das Nothing Phone 3 ist ein mutiger Versuch, dem Smartphone-Markt neue Impulse zu verleihen. Mit seinem polarisierenden Design aus transparenter Rückseite und asymmetrischen Elementen hebt es sich deutlich von der gleichförmigen Konkurrenz ab. Die Glyph Matrix aus 489 LEDs und das minimalistische Nothing OS 3.5 unterstreichen den Anspruch, eine eigenständige Alternative zu etablierten Herstellern zu schaffen.
Besonders die hervorragende Akkulaufzeit und die vorbildliche Update-Politik mit fünf Jahren Major-Updates sprechen für das Gerät. Die hochwertige Verarbeitung mit IP68-Schutz und die durchdachte Software-Erfahrung zeigen, dass Nothing das Potenzial für ein überzeugendes Smartphone-Konzept besitzt.
Allerdings offenbart der Test auch klare Schwächen, die den Flaggschiff-Anspruch des 799 Euro teuren Geräts infrage stellen. Der Snapdragon 8s Gen 4 Prozessor kann nicht mit der Elite-Performance echter Flaggschiffe mithalten. Das Kamera-System liefert zwar gute Ergebnisse bei Tageslicht, erreicht aber nicht die Qualität von Samsung, Apple oder Google. Besonders das schwache Ultraweitwinkel-Objektiv und die nur durchschnittliche Low-Light-Performance enttäuschen in dieser Preisklasse. Die nicht frei belegbare KI-Taste und die fehlende Synchronisation des Essential Space zeigen zudem, dass manche Software-Features nicht ausgereift sind.
Letztlich ist das Nothing Phone 3 ein interessantes Smartphone für Nutzer, die Wert auf einzigartiges Design und lange Akkulaufzeit legen. Es eignet sich für alle, die sich vom Mainstream abheben möchten und bereit sind, Kompromisse bei Performance und Kamera zu akzeptieren. Als echtes Flaggschiff kann es jedoch nicht überzeugen – dafür sind die technischen Defizite zu offensichtlich.
Nothing zeigt mit dem Phone 3 vielversprechende Ansätze, muss aber bei der nächsten Generation nachlegen, um wirklich mit den Marktführern konkurrieren zu können. Für Experimentierfreudige und Design-Liebhaber ist es dennoch eine überlegenswerte Alternative im oberen Mittelfeld.
Mit 8500-mAh-Akku, tollem OLED und starkem Mediatek-Chip möchte das Poco X8 Pro Max die Mittelklasse aufmischen. Der Test zeigt, ob das gelingt.
VORTEILE
- gute Hauptkamera
- starke Performance
- grandiose Akkulaufzeit
- schick, dünn & IP68
NACHTEILE
- kein Teleobjektiv
- viel Bloatware
- kein Qi
Xiaomi Poco X8 Pro Max im Test: Dauerläufer-Smartphone zum fairen Preis
Mit 8500-mAh-Akku, tollem OLED und starkem Mediatek-Chip möchte das Poco X8 Pro Max die Mittelklasse aufmischen. Der Test zeigt, ob das gelingt.
Mit der X-Reihe hat sich die Xiaomi-Submarke Poco einen festen Platz unter den Smartphones mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis erarbeitet. Die Geräte bieten starke Prozessoren, lange Akkulaufzeiten und ein schlankes Gehäuse – zu Preisen, bei denen die etablierte Konkurrenz schlucken dürfte. Einziger echter Wermutstropfen bislang: die fehlende Telelinse.
Beim neuen Poco X8 Pro Max legt der Hersteller noch eine Schippe drauf. Erstmals gibt es eine Variante mit besonders großem Akku – was man dem schlanken Gehäuse auf den ersten Blick nicht ansieht. Ist das der Geheimtipp des Jahres unter den günstigen Mittelklasse-Smartphones?
Design: erstaunlich schlank & IP68
Das Poco X8 Pro Max setzt auf ein schlichtes, aber elegantes Design. Mit dem kantigen Gehäuse und den zwei dezent in einer Ellipse angeordneten Linsen erinnert es entfernt an die A-Modelle der Pixel-Reihe. Die Kamera ragt nur minimal hervor – auf dem Tisch kippelt das Smartphone kaum.
Die stark abgerundeten Gehäuseecken nennt Xiaomi „Squircles“ – mathematisch berechnete Kurven für fließende Übergänge zwischen Kante und Rundung. In der Hand zahlt sich das aus: Die Rundungen schmiegen sich an die Handfläche, die flachen Seiten geben sicheren Halt.
Der Druckpunkt der Tasten ist knackig, Spaltmaße sucht man vergebens – das wirkt insgesamt hochwertig verarbeitet. Besonders schick ist ein dezenter roter Rand um die Power-Taste. Der Rahmen besteht aus Metall, die Rückseite aus hochwertigen Glasfasern. Dank IP68-Zertifizierung ist das Smartphone zudem gut gegen Wasser geschützt.
Mit 8,2 mm Dicke wirkt das Gerät erstaunlich schlank für den gigantischen Akku. Bei Abmessungen von 162,9 × 77,9 mm und einem Gewicht von 218 g zählt es allerdings zu den wuchtigeren Smartphones – einhändige Bedienung ist kaum möglich, und auch in der Hosentasche macht sich das Gewicht bemerkbar.
Xiaomi Poco X8 Pro Max - Bilder
Display: hohe Auflösung und 120 Hz
Das riesige 6,83-Zoll-OLED-Display spielt bei der Auflösung auf Flaggschiff-Niveau: 2772 × 1280 Pixel sorgen bei 447 ppi für ein messerscharfes Bild. Die Bildqualität ist exzellent – mit gut abgestimmten Kontrasten, kräftigen, aber natürlichen Farben und tiefem Schwarz. Auch die Blickwinkelstabilität überzeugt.
Die Bildwiederholrate beträgt maximal 120 Hz und lässt sich wahlweise fest auf 60 oder 120 Hz einstellen oder dynamisch je nach Bedarf umschalten. Dank hoher Helligkeit bleibt das Display auch bei Sonnenschein im Freien gut ablesbar – die üblichen Spiegelungen nerven dann zwar etwas, beeinträchtigen die Lesbarkeit aber kaum. Laut Xiaomi sind kurzzeitige Spitzenwerte im HDR-Modus von bis zu 3500 cd/m² möglich.
Kamera: Fokus auf das Wesentliche
Das Kamera-Setup ist gewohnt schlicht gehalten: Die Hauptlinse löst mit 50 Megapixeln (f/1.5) auf und verfügt über eine optische Bildstabilisierung (OIS), dazu kommt eine Ultraweitwinkellinse mit 8 Megapixeln (f/2.2). Ein Teleobjektiv fehlt ganz Poco-typisch. Für Selfies ist eine Frontkamera mit 20 Megapixeln (f/2.2) an Bord.
Bei Tageslicht knipst das Poco X8 Pro Max mit der Hauptkamera schöne, detailreiche Fotos. Bildschärfe und Dynamikumfang überzeugen, die Farben wirken natürlich. Per Digitalzoom sind Aufnahmen bei zweifacher Vergrößerung nahezu verlustfrei, darüber hinaus werden sie zunehmend grobkörnig – bei zehnfachem Zoom ist Schluss.
Bei Dunkelheit hellt die Hauptkamera die Bilder ordentlich auf, allerdings auf Kosten der Schärfe. Mit Smartphones der gehobenen Klasse kann das Poco hier erwartungsgemäß nicht mithalten – für die Preisklasse ist das Ergebnis aber alles andere als schlecht.
Aufnahmen mit der Ultraweitwinkelkamera liefern aufgrund der geringeren Auflösung weniger Details, zudem wirken die Ränder leicht verzerrt. Erfreulich: Farblich weichen die Bilder kaum von denen der Hauptkamera ab. Bei Dunkelheit stößt die Linse allerdings schnell an ihre Grenzen. Auch die Selfie-Kamera überzeugt mit scharfen Aufnahmen samt gelungenem Bokeh im Porträtmodus.
Videos sehen ebenfalls gut aus – mit gelungener Stabilisierung, hoher Bildschärfe und kräftigen Farben. Die Hauptkamera filmt sogar in 4K bei 60 fps, die Frontkamera immerhin in Full-HD mit 60 fps.
Xiaomi Poco X8 Pro Max - Originalaufnahmen
Ausstattung: Top-Performance
Dank des Mediatek Dimensity 9500s liefert das Poco X8 Pro Max enorme Leistung für seine Preisklasse. Der Chip ist eine abgespeckte Variante des Flaggschiff-Prozessors aus Taiwan und tritt damit in direkte Konkurrenz zum Qualcomm Snapdragon 8 Gen 5.
Die Performance ist exzellent und liegt nur knapp hinter den aktuellen High-End-Chips. Im Alltag läuft das System flüssig und geschmeidig – das belegen auch die starken 17.300 Punkte im PCMark-Benchmark. Auch grafisch kann sich das Smartphone sehen lassen: 5400 Punkte im 3DMark Wild Life Extreme bedeuten volle Spieltauglichkeit.
Unter Volllast neigt der Prozessor allerdings zum Drosseln – im Stresstest kamen wir nur auf eine Effizienz von rund 53 Prozent. Das Gerät wurde dabei spürbar warm, aber nicht so heiß, dass man sich die Finger verbrennt.
Üppig dimensioniert ist der Arbeitsspeicher mit 12 GB RAM. Beim internen Speicher stehen 256 GB oder 512 GB zur Wahl – beide nach dem schnellen UFS-4.1-Standard. Eine Erweiterung per microSD-Karte ist allerdings nicht möglich.
Eher gemächlich geht es bei der Datenübertragung per Kabel zu, das nur USB-C 2.0 beherrscht – in dieser Preisklasse zwar gängige Praxis, zeitgemäß ist das aber nicht. Dafür sind die aktuellen Standards Wi-Fi 7 und Bluetooth 6.0 schon an Bord, ebenso NFC und ein Infrarot-Port. Zur Ortung nutzt das Poco GPS, Glonass, Beidou, Galileo, QZSS und NavIC – die Genauigkeit liegt laut GPS-Test bei rund zwei Metern.
Der Fingerabdrucksensor unterm Display arbeitet schnell und zuverlässig. Auch der Klang der Lautsprecher überzeugt – lediglich bei hoher Lautstärke neigen sie zum Übersteuern. Für kurze Video-Clips reicht das allemal.
Software: viel Bloatware, aber 6 Jahre Updates
Das Poco X8 Pro Max läuft mit Android 16 und Xiaomis Bedienoberfläche HyperOS 3. Beim Wisch von oben erscheinen links die Benachrichtigungen, rechts die Schnelleinstellungen. Optional lässt sich ein App-Drawer aktivieren – zur Navigation stehen wahlweise Android-Gesten oder klassische Icons bereit.
Schon beim Einrichten bietet das System eine Fülle an Bloatware-Apps an – vornehmlich Spiele. Wenigstens fragt das System vorher nach, sodass man die Auswahl abwählen kann – auch wenn man nach dem ersten Aktivieren dennoch reichlich Bloatware vorfindet. Immerhin lassen sich Apps nachträglich deinstallieren.
Xiaomi gewährt vier Jahre Android-Updates und sechs Jahre Sicherheitspatches. Zum Testzeitpunkt stammte der Patch aus Februar 2026 – nicht mehr ganz frisch, aber noch im Rahmen. Anders als bei den Top-Smartphones von Xiaomi erscheinen die Updates hier nur im 90-Tage-Rhythmus.
Akku: extrem lange Akkulaufzeit
Der eigentliche Star des Poco X8 Pro Max ist aber nicht der flotte Chipsatz, sondern der potente Akku. Dank Silizium-Karbon-Technologie presst Xiaomi im kompakten Format eine üppige Kapazität von über 8500 mAh ins Gehäuse – das sind rund 40 Prozent mehr, als Samsung bei einem vergleichbaren Gerät der Galaxy-A-Klasse unterbringt.
Entsprechend wenig überraschend stellt das Poco X8 Pro Max im Battery-Test von PCMark einen neuen Rekord für Mittelklasse-Smartphones auf: Knapp 21 Stunden Laufzeit erinnern schon fast an ein Outdoor-Handy. Der Test simuliert verschiedene Aufgaben in einer Dauerschleife bei fest eingestellter Helligkeit von 200 cd/m². In der Praxis dürfte das Gerät damit locker zwei Tage durchhalten.
Geladen wird mit bis zu 100 W – sofern ein kompatibles Ladegerät vorliegt. Ein vollständiger Ladevorgang dauert dennoch über eine Stunde, nach einer halben Stunde ist der Akku immerhin halb gefüllt. Als Powerbank versorgt das Smartphone andere Geräte mit 27 W. Kabelloses Laden per Qi bietet das Poco hingegen nicht.
Preis: schon ab 420 Euro zu haben
Die UVP für das Poco X8 Pro Max startet bei 530 Euro für die Variante mit 256 GB, mit 512 GB sind es 580 Euro. Die Straßenpreise sind allerdings bereits deutlich gesunken: Das Modell mit 256 GB gibt es schon für rund 403 Euro, für die Variante mit doppeltem Speicher werden 449 Euro fällig. Weitere Speichervarianten bietet Xiaomi nicht an, als Farben stehen Schwarz, Weiß und Hellblau zur Auswahl.
Fazit
Mit dem Poco X8 Pro Max schnürt Xiaomi erneut ein starkes Preis-Leistungs-Paket. Die Verarbeitung erreicht dank Glas und Metall ein neues Level für die Poco-X-Serie. Dazu kommt ein überaus potenter Chipsatz, der das Smartphone auch spieletauglich macht. Größte Stärke bleibt aber der gigantische Akku, mit dem das Gerät im Alltag problemlos zwei Tage durchhält. Auch die Kamera liefert bei Tageslicht richtig schöne Bilder.
Abstriche gibt es dennoch: Wie alle bisherigen Modelle der Reihe verzichtet auch das Poco X8 Pro Max auf eine Telelinse, und bei Nacht schwächelt die Hauptkamera spürbar. Hinzu kommen vorinstallierte Bloatware-Apps sowie der voraussichtlich nur vierteljährliche Update-Rhythmus.
Wer ein flottes, preiswertes Android-Smartphone mit Marathon-Akku sucht und auf eine Telelinse verzichten kann, bekommt mit dem Poco X8 Pro Max derzeit eine der besten Optionen zum fairen Preis auf dem Markt.
Mit starker Kamera und iPhone-Look zeigt sich das Honor 600 im Test als spannender Kompromiss. Dem Rotstift fällt jedoch das Teleobjektiv zum Opfer.
VORTEILE
- starke Hauptkamera
- lange Akkulaufzeit
- 6 Jahre Updates
- IP69K
NACHTEILE
- keine Telelinse
- mäßige Weitwinkellinse
- kein Wireless-Charging
- nur USB-C 2.0
Honor 600 im Test: 200-MP-Kamera für knapp 500 Euro – aber reicht das?
Mit starker Kamera und iPhone-Look zeigt sich das Honor 600 im Test als spannender Kompromiss. Dem Rotstift fällt jedoch das Teleobjektiv zum Opfer.
Das Honor 600 positioniert sich als günstige Alternative zum Honor 600 Pro für knapp 500 Euro. Die Hauptkamera mit 200 Megapixeln ist die gleiche. Doch das Teleobjektiv hat Honor gestrichen. Ähnlich macht es Apple beim iPhone ohne Pro-Zusatz. Auch der Chip ist schwächer.
Ist das Honor 600 trotzdem ein guter Kompromiss? Oder eher eine Mogelpackung? Das klären wir in diesem Test. Auch die Kollegen der c't haben das Honor 600 geprüft. Wir gleichen unsere Erkenntnisse mit ihren ab. Der vollständige Test der Kollegen findet sich hier: Zweieiige Zwillinge – Honor 600 und 600 Pro im Vergleichstest (Heise+).
Design
Wie schon das Honor 600 Pro orientiert sich auch das Honor 600 verdächtig nah am berühmten Handy mit dem Apfel-Logo. Statt drei Linsen zieren nur zwei Objektive die Rückseite – genau wie beim iPhone 17. An der Stelle des Teleobjektivs sitzen der LED-Blitz und eine winzige Linse für die Tiefenschärfe.
Bei Abmessungen und Formgebung sind beide Honor-600-Modelle nahezu identisch: 156 × 74,7 × 7,8 mm bei einem Gewicht von 190 g. Die Ecken sind stark abgerundet. So schmiegt sich das Smartphone angenehm in die Hand. Bei der Größe geht Honor einen Kompromiss ein: kein riesiges Flaggschiff, aber auch kein kleines Handy. Für die einhändige Bedienung ist es wegen der Breite trotzdem zu groß.
An der Seite mit Power-Button und Lautstärkewippe sitzt der neue KI-Button. Ein Metallrahmen schließt kantig an die beiden Glasseiten an. Die Rückseite ist matt gehalten, lediglich das Kamera-Modul glänzt. Dort sammeln sich Fingerabdrücke und feiner Schmutz besonders schnell. Die Verarbeitung hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Dazu kommt die Schutzklasse IP69K. Das Smartphone widersteht damit sogar einem Hochdruckreiniger mit heißem Wasser.
Display
Das AMOLED-Panel des Honor 600 misst 6,57 Zoll in der Diagonale und ist damit nahezu identisch mit dem des Pro-Modells. Eine erfreuliche Entscheidung, denn sonst sparen Hersteller bei den günstigeren Varianten gerne am Bildschirm. Dank extrem schmaler Ränder bleibt die nutzbare Bildfläche großzügig. Mit dieser Größe positioniert sich das Smartphone zwischen den großen Flaggschiffen und den kompakten Modellen.
Der Bildschirm liefert die gewohnt exzellente Bildqualität: ausgeprägte Kontraste, stabile Blickwinkel und mit 2728 × 1264 Pixeln (457 ppi) eine gestochen scharfe Darstellung. Die Bildwiederholrate liegt bei bis zu 120 Hz. Sie lässt sich fest einstellen oder automatisch zwischen 60 und 120 Hz regeln.
Selbst bei Sonnenschein bleibt das Display gut ablesbar. Im Vergleich zum Pro-Modell muss das Honor 600 jedoch Federn lassen: Die Kollegen der c't maßen hier nur 1100 statt 1700 cd/m². In direktem Sonnenlicht wird es damit etwas schwieriger.
Kamera
Das Setup ist bis auf die nicht vorhandene Telelinse identisch mit dem 600 Pro: Eine 200-Megapixel-Kamera mit optischer Bildstabilisierung und großem Sensor sowie ein Weitwinkelobjektiv mit 12 Megapixeln (f/2.2). Für Selfies dient eine Kamera mit 50 Megapixeln.
Die Hauptkamera überzeugt bei Tag wie bei Nacht: Sie liefert scharfe, korrekt belichtete Fotos mit naturnahen Farben und gutem Dynamikumfang. Feine Strukturen zeigen zwar gelegentlich chromatische Aberrationen, das fällt im Gesamteindruck aber kaum auf. Wer die vollen 200 Megapixel nutzt, reduziert diese Artefakte – muss dafür aber rund 35 MB pro Bild einkalkulieren.
Selbst der zweifache Zoom arbeitet nahezu verlustfrei, auch bei vierfacher Vergrößerung sehen die Bilder noch mehr als ordentlich aus. Bis zu 30-fache Vergrößerung ist möglich – die Bilder wirken dann allerdings recht pixelig, das Motiv bleibt aber noch erkennbar. Im Dunkeln hellt die Kamera Szenen auch ohne Blitz wirksam auf, das Bildrauschen bleibt im Rahmen.
Die Ultraweitwinkellinse ist deutlich schwächer: Die Fotos wirken weich, Details verwaschen und die Belichtung fällt zu hell aus. Immerhin macht sie ordentliche Makroaufnahmen – der Modus springt automatisch an, sobald man näher an ein Objekt geht.
Ein kleiner Wermutstropfen: Zwischen Auslöserdruck und Aufnahme vergeht manchmal ein Augenblick zu viel. Bei bewegten Motiven ist der perfekte Schnappschuss damit schnell dahin.
Wieder mit dabei sind die Porträtfilter, die Honor gemeinsam mit dem Pariser Fotostudio Harcourt entwickelt hat. Sie sehen erneut klasse aus: „Dynamisch“ liefert lebendige Aufnahmen, „Farbe“ erzeugt einen Vintage-Look mit kräftigen Kontrasten, und „Klassisch“ zaubert Schwarz-Weiß-Bilder wie aus alten Zeiten.
Selfies gelingen gut, auch Videos sehen ordentlich aus und sind solide stabilisiert – beachtlich für die Preisklasse, wenn auch nicht auf iPhone-Niveau. In 4K sind nur 30 FPS möglich, 60 FPS gibt es ausschließlich in Full-HD.
Honor 600 - Originalaufnahmen
Ausstattung
Beim Chipsatz hat Honor abgespeckt. Statt des Snapdragon 8 Elite aus dem Pro-Modell kommt hier der Snapdragon 7 Gen 4 zum Einsatz. Für den Alltag reicht die Leistung locker, an die Spitze des Pro-Modells kommt das Honor 600 aber nicht heran. Im PCMark-Benchmark erreicht das Smartphone dennoch starke 15.000 Punkte.
Schwächer fällt die Grafikleistung aus: Im 3DMark Wild Life Extreme sind es nur rund 2000 Punkte. Gelegenheitsspieler kommen damit gut zurecht, anspruchsvolle Games mit hohen Details bringen den Chip jedoch an seine Grenzen.
Der Arbeitsspeicher fällt mit 8 GB RAM ebenfalls etwas knapper aus als beim Pro-Modell. Als interner Speicher stehen 256 GB oder 512 GB zur Wahl, eine Erweiterung per Speicherkarte ist nicht vorgesehen. Beim Multiband-GNSS unterstützt das Smartphone GPS, Glonass, Beidou, NavIC und QZSS – im GPS-Test ortet es uns präzise auf rund drei Meter genau.
Die neue KI-Taste an der rechten Gehäuseseite sitzt genau richtig – sowohl im Quer- als auch im Hochformat lässt sie sich bequem erreichen. Eine Zwischenstufe zum Fixieren des Fokus wie bei einer „echten“ Kamera fehlt allerdings. Als Auslöser eignet sie sich vor allem für Selfies, für klassische Fotos weniger.
In den Systemeinstellungen lässt sich die Taste dreifach belegen: Kurzer Druck, langer Druck und Doppeldruck starten jeweils eine andere Aktion. Zur Auswahl stehen neben der Kamera und Google Lens auch die KI-Funktionen von Honor: Bildschirmvorschläge, Einstellungsagent, Foto-Agent oder KI-Erinnerungen. Wer die Taste gar nicht benötigt, kann sie auch komplett deaktivieren.
An Funkstandards bietet das Honor 600 Wi-Fi 6, Bluetooth 5.4 und NFC. Der USB-C-Port arbeitet nur mit USB 2.0, auch Wi‑Fi 7 fehlt. Über den eingebauten Infrarotsender lässt sich das Honor 600 als Universalfernbedienung für Fernseher, Klimaanlage und Co. nutzen. Der Fingerabdrucksensor unter dem Display arbeitet flott. Die Stereolautsprecher liefern einen klaren, sauberen Klang.
Software
Auf dem Honor 600 läuft ab Werk Magic OS 10, das auf Android 16 aufsetzt. Der Sicherheitspatch stammte zum Testzeitpunkt aus dem März – noch ausreichend aktuell. Honor garantiert sechs Jahre lang Sicherheits-Patches und neue Android-Versionen. Das ist ein ordentliches Versprechen in dieser Preisklasse. Allerdings gibt es Updates nur quartalsweise.
Die wichtigste Neuerung von Magic OS 10 ist ein KI-Agent. Er passt Systemeinstellungen per Sprachbefehl oder Kontext an – das mühsame Klicken durch verschachtelte Menüs entfällt. Dazu kommen praktische Helfer wie Multi-Window, die seitliche „Magic Sidebar“ und das „Magic Portal“: Markierte Inhalte wie Adressen lassen sich damit direkt an passende Apps übergeben. Mit einer Kreisbewegung des Fingerknöchels startet außerdem Honors Pendant zu Samsungs „Circle to Search“.
Die übrigen KI-Funktionen – etwa Fotoradierer, Übersetzungen oder Zusammenfassungen in der Notizen-App – basieren weitgehend auf Google Gemini. Einige Dienste sind langfristig kostenpflichtig und an die Google-Tarife gebunden.
Wie üblich packt Honor zahlreiche eigene Apps als Google-Alternativen aufs Smartphone, darunter ein eigener Kalender und ein App-Store. Hinzu kommen elf Drittanbieter-Apps ab Werk – darunter drei Spiele sowie die übliche Mischung aus Shopping-, Reise- und Social-Media-Anwendungen. Nicht alle kann man deinstallieren.
Besonders der Kalender sorgt für Probleme: Er unterstützt zwar Exchange, synchronisiert im Test aber nur verzögert mit dem Google-Kalender. Deaktivieren ist möglich, löschen aber nicht. Die Folge: Sportuhren von Amazfit oder Huawei greifen mitunter auf den lokalen Telefonkalender zu und ignorieren den parallel installierten Google-Kalender.
Akku
Wie das Pro-Modell bringt auch das Honor 600 einen üppigen Akku mit 6400 mAh mit. Die Laufzeit überzeugt – ganz an das Pro reicht sie aber nicht heran. Hier zeigt sich, dass der Snapdragon 7 Gen 4 etwas weniger effizient arbeitet als der Chip im 600 Pro.
Im PCMark-Battery-Test hält das Smartphone 16 Stunden durch – rund eine halbe Stunde weniger als das Pro-Modell. Das ist immer noch ein guter Wert. Einen Tag übersteht das Honor 600 problemlos, meist bleiben sogar Reserven für den Folgetag. Beim WLAN-Streaming-Test der Kollegen von der c't waren es 22 Stunden – drei Stunden weniger als beim Pro-Modell.
Auf kabelloses Laden hat Honor verzichtet. Per Kabel lädt das Smartphone dafür mit bis zu 80 Watt. So ist der Akku in unter einer Stunde wieder voll.
Preis
Die UVP des Honor 600 liegt bei 650 Euro für die Variante mit 256 GB Speicher. Für die 512-GB-Version werden 700 Euro fällig. Das ist ein satter Preisvorteil von 350 Euro gegenüber dem Pro-Modell.
Inzwischen sind die Straßenpreise stark gefallen: Die 256-GB-Variante gibt es bereits ab 499 Euro, für 512 GB sind 530 Euro fällig. Zur Auswahl stehen die Farben Weiß, Schwarz und Orange.
Fazit
Das Honor 600 liefert eine ordentliche Alltagsleistung, eine hervorragende Hauptkamera und eine lange Akkulaufzeit. Das Design wirkt schick und hochwertig verarbeitet – wenn auch stark von Apple inspiriert. Gegenüber dem 600 Pro winkt aktuell ein satter Preisvorteil von rund 200 Euro beim Straßenpreis.
Die Chip-Performance liegt allerdings spürbar unter dem Pro-Modell. Wer gerne zockt, dürfte das spüren – für den Alltag reicht die Leistung aber locker aus. Auch die Ultraweitwinkellinse fällt gegenüber dem Hauptobjektiv merklich ab, und die fehlende Telelinse vermissen wir. Kabelloses Laden gibt es ebenfalls nicht. Der Bildschirm bleibt top, ist aber etwas weniger hell als beim Pro.
Wer keinen großen Wert auf einen Zoom legt, findet im Honor 600 eine gute Mittelklasse-Alternative – mit langer Update-Garantie, hochwertiger Verarbeitung und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Alu statt Plastik, Retro-LEDs und Periskop-Telelinse für unter 500 Euro: Das Nothing Phone 4a Pro wagt im Test wieder viel. Ob das Konzept aufgeht?
VORTEILE
- gute Kamera mit Periskop-Telelinse
- stylish und edel
- lange Akkulaufzeit
NACHTEILE
- mäßige Display-Helligkeit
- Kamera schwächelt bei Dunkelheit
- nur IP65
Nothing Phone 4a Pro im Test: Schönes Design trifft auf starke Kamera
Alu statt Plastik, Retro-LEDs und Periskop-Telelinse für unter 500 Euro: Das Nothing Phone 4a Pro wagt im Test wieder viel. Ob das Konzept aufgeht?
Ein Nothing Phone fällt definitiv auf. Es bietet relativ viel Technologie zum vergleichsweise fairen Preis – in der Regel. Mit der 4a-Reihe schickt Nothing zwei optisch ungleiche Brüder ins Rennen: Während das Nothing Phone 4a in der transparenten, futuristischen Old-School-Optik mit viel Plastik kommt, setzt das Phone 4a Pro auf Aluminium wie aus einem Guss. Eine Periskop-Telelinse verspricht wieder potenziell starke Zoomaufnahmen. Neu beim 4a Pro ist zudem das runde LED-Display auf der Rückseite – eine Anlehnung an das Nothing Phone 3.
Ob uns Nothing wieder so positiv überrascht wie beim Vorgänger, klärt dieser Testbericht. Die Kollegen von der c't haben sich das Nothing Phone 4a sowie das 4a Pro ebenfalls im Test näher angesehen. Wir gleichen unsere Eindrücke mit den Ergebnissen der Kollegen ab. Den vollständigen Artikel gibt es hier. Billiger ist besser – Nothing Phone (4a) und (4a) Pro im Test (Heise+).
Design
Bekannt für auffällige Designs aus transparenten Kunststoffelementen, geht Nothing beim Phone 4a Pro einen anderen Weg: Statt auf Glas setzt das Unternehmen beim Gehäuse auf einen Aluminium-Unibody – ein nostalgischer Gruß aus der HTC-One-Ära. Vorteil: Kein Glas auf der Rückseite, das zerspringen kann. Nachteil: Aluminium kann verbeulen und mit der Zeit verkratzen – auch wenn im Test beides nicht passiert ist.
Weil das Metall zudem Funkstrahlen abschirmt, finden sich am Rahmen und an den Rändern der Rückseite dünne Kunststoffelemente. Transparente Akzente beschränken sich auf das auffällige Kameramodul: ein großes Rechteck mit stark abgerundeten Ecken, in dem drei Linsen sitzen – zwei davon in einer gemeinsamen Ellipse.
Nothing Phone 4a Pro - Bilder
Die wohl größte Neuerung ist die Abkehr von den leuchtenden Streifen, die Nothings bisherige A-Modelle geprägt haben. An ihre Stelle tritt ein runder Bildschirm im Kameramodul mit bewusst grober Auflösung, die an Pixel-Art erinnert. Die runde LED-Fläche kennen wir vom Nothing Phone 3. Sie zeigt Benachrichtigungen an, visualisiert laufende Timer und soll mit der Zeit noch deutlich mehr können – dazu später mehr. Darunter sitzt eine rechteckige, rote LED, die bei Videoaufnahmen blinkt – wie bei den guten alten Camcordern aus den 90ern.
Nothing hört auf die Klagen der Kundschaft: Der KI-Button wandert auf die linke Seite und sitzt nun weit genug oben, um nicht mehr versehentlich auszulösen. Eine Schwachstelle bleibt: Das Phone 4a Pro ist nicht wirklich wasserdicht. IP65 bedeutet Schutz gegen Strahlwasser und Staub – mehr nicht. Nothing gibt aber an, das Handy würde 20 Minuten in 25 cm Wassertiefe überstehen.
Die Verarbeitung ist hochwertig: keine sichtbaren Spaltmaße, fester Druckpunkt bei allen Tasten – nichts zu meckern. Mit 163,6 × 76,6 × 7,9 mm und 210 g gehört das 4a Pro zu den größeren Handys. Einhändig bedienen lässt es sich kaum.
Nothing Phone 4a Pro Teardown
Display
Das 6,83-Zoll-Display mit AMOLED-Panel ist groß und breit – an der Bildschirmfläche mangelt es nicht. 2800 × 1260 Pixel ergeben knackscharfe 450 ppi, Gorilla Glass 7i schützt die Anzeige. Die Bildwiederholrate reicht bis zu 144 Hz, wobei das System je nach Szenario dynamisch zwischen 60, 120 und 144 Hz wechselt. Gerade bei Animationen und Spielen läuft alles geschmeidig. Die Bildqualität ist insgesamt top.
Bei der Helligkeit fällt das Urteil allerdings gemischter aus: Nothing gibt zwar eine kurzzeitige Spitzenhelligkeit einzelner Bereiche von bis zu 5000 cd/m² an, im Alltag sind solche Werte aber wenig relevant. Bei automatischer Helligkeitsregelung konnten wir und die Kollegen der c't nur rund 840 cd/m² feststellen – da ist noch Luft nach oben. Im Freien bleibt das Display grundsätzlich ablesbar, bei direktem Sonnenschein kämpft es aber sichtbar gegen Spiegelungen und wirkt nicht so leuchtstark wie manche Konkurrenten.
Kamera
Das Triple-Kamera-System ist nahezu identisch mit dem des Nothing Phone 4a: eine 50-Megapixel-Hauptkamera von Samsung (f/1.88) mit optischer Bildstabilisierung (OIS), ein Periskop-Teleobjektiv ebenfalls von Samsung mit 3,5-fachem optischen Zoom und OIS (f/2.88) sowie eine Ultraweitwinkellinse von Sony mit 8 Megapixeln (f/2.2). Selfies übernimmt eine Frontkamera mit 32 Megapixeln (f/2.2).
Am Tag schießt die Hauptkamera richtig schöne Aufnahmen mit natürlicher Farbgebung und weitem Dynamikumfang. Die Bildschärfe ist ausgezeichnet und liefert detailreiche Ergebnisse – wenn auch mit recht viel HDR-Effekt. Auch mit 48 mm Brennweite bei zweifachem Zoom sehen Aufnahmen gut aus. Bei Dunkelheit hellt die Linse Motive wirkungsvoll auf, allerdings kommt es dann zu Bildrauschen. Motive wirken dadurch leicht unscharf.
Wirklich klasse ist die Periskop-Telelinse – zumindest am Tag. Sie bietet 3,5-fachen optischen Zoom ohne Einbußen. Selbst bei siebenfacher Vergrößerung sehen Motive noch nahezu verlustfrei, scharf, detailreich und ausgewogen aus. Digital sind aberwitzige Zoomstufen von bis zu 140-fach möglich – eine reine Spielerei, die eher für pixellastige Bilder sorgt. Aber Aufnahmen mit 20-facher Vergrößerung sind etwa noch gut erkennbar. Bei Dunkelheit versagt die Telelinse allerdings: Es entstehen zu dunkle Aufnahmen, auf denen wenig Details zu erkennen sind.
Etwas abgeschlagen ist die Weitwinkellinse, die deutlich weniger Auflösung bietet. Das zeigt sich unter anderem an weniger Bilddetails, zudem wirken Aufnahmen etwas dunkler und farbärmer. Bei Dunkelheit ist auch diese Linse nicht zu empfehlen. Einen dedizierten Makromodus gibt es nicht.
Selfies sehen dagegen richtig gut aus, bieten eine hohe Bildschärfe und natürliche Farbgebung. Das Bokeh im Porträtmodus ist sauber um das Profil gezogen. Videos nimmt die Hauptkamera in 4K bei 30 FPS oder Full HD bei 60 FPS auf. Die Bildqualität der Videos ist ausgesprochen gut, mit ordentlicher Stabilisierung, lebendigen Farben und hoher Bildschärfe. Das gilt auch für die Selfiekamera – diese filmt allerdings nicht in 4K.
Nothing Phone 4a Pro - Originalaufnahmen
Ausstattung
Den Smartphone-Alltag bewältigt das Nothing Phone 4a Pro dank Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4 spielend leicht: flüssige Animationen, schnelle App-Starts, keine spürbaren Ruckler. An die Spitzenmodelle reichen die Benchmarks naturgemäß nicht heran – 13.000 Punkte bei PCMark, 4200 bei 3DMark Wild Life und 1100 bei Wild Life Extreme sind solide Mittelklasse. Aktuelle Spiele laufen aber weitgehend problemlos, für die große Mehrheit der Nutzer reicht diese Performance also locker.
Nothing hat uns die Variante mit 12 GB RAM und 256 GB Speicher (UFS 3.1) zur Verfügung gestellt – das Modell mit 8 GB und 128 GB könnte etwas weniger geschmeidig laufen. Mehr als 256 GB gibt es nicht, eine Erweiterung mittels microSD-Karte ist nicht möglich. Selbst mit 256 GB bleiben die Reserven also überschaubar – von der 128-GB-Variante raten wir eher ab.
Die Ausstattung ist typisch für die Mittelklasse: solide, aber nicht überall auf dem neuesten Stand. WLAN liefert Wi-Fi 6, der USB-C-Anschluss arbeitet aber nur mit USB 2.0 – wie bei den meisten Konkurrenten in der Preisklasse. Dazu kommen 5G, Bluetooth und NFC. Anders als das Nothing Phone 4a unterstützt das Pro-Modell auch eine eSIM. Zur Ortung nutzt das Smartphone GPS, Glonass, Beidou, Galileo und QZSS mit einer soliden Genauigkeit von rund 4 Metern laut GPS-Test.
Die Essential-Taste hat Nothing an die linke obere Seite verlegt. Ein kurzer Druck erstellt eine Notiz oder speichert einen Screenshot, langes Drücken startet eine Audioaufnahme, ein Doppeldruck öffnet den Essential Space. Klingt praktisch – im Alltag nutzt man es aber seltener als gedacht.
Der Fingerabdrucksensor sitzt unter dem Display und arbeitet zuverlässig. Die Stereolautsprecher liefern klaren Klang bei solidem Volumen und bleiben auch bei hohem Pegel weitgehend verzerrungsfrei.
Software
Das Nothing Phone 4a Pro läuft mit Android 16 und der Nutzeroberfläche Nothing OS 4.1. Die ist erfrischend minimalistisch und orientiert sich ansonsten nah an Stock-Android. Wer will, taucht den Homescreen in das markante Monochrom-Design – sieht cool aus, macht die Navigation im Dickicht der dunklen Comic-Icons aber stellenweise unübersichtlich. Immerhin bleiben die Icons im App-Drawer bunt, und wer den Look gar nicht mag, wechselt einfach zum klassischen Android-Design.
Mit Bloatware hält sich Nothing spürbar zurück. Bei der Update-Politik gibt es Licht und Schatten: Drei Jahre große OS-Updates (bis Android 19) sind nicht mehr zeitgemäß, die Konkurrenz bietet deutlich mehr. Immerhin liefert Nothing sechs Jahre lang Sicherheitspatches – auf dem Testgerät war dieser auch aktuell und stammte zum Testzeitpunkt im April aus dem März.
Viele Funktionen stecken fest im System: der Glyph-Timer etwa oder „Essential Voice“ für Sprache-zu-Text. Den KI-Werkzeugkasten nennt Nothing „Essential AI“. Herzstück ist der „Essential Space“ – ein durchsuchbares digitales Tagebuch für Notizen, Screenshots und Sprachmemos mit KI-Transkription.
Für Bastler spannend: der „Essential Playground“. Über ein Webtool lassen sich per Text-Prompt eigene Widgets und kleine Web-Apps bauen – Nothing nennt sie „Essential Apps“. Das Ganze steckt noch in der Beta, in der Community-Börse finden sich aber bereits etliche Mini-Anwendungen, vom simplen Spiel über Daten-Visualisierungen bis zum Workout-Tracker. Weitere Features hat Nothing angekündigt – sobald sie verfügbar sind, testen wir nach und aktualisieren den Artikel.
Akku
Mit rund 5080 mAh fällt der Akku des Nothing Phone 4a Pro nicht gerade üppig aus – das erinnert eher an Samsung als an die chinesische Konkurrenz, wo es mittlerweile deutlich größere Kapazitäten gibt.
Dennoch kann sich die Laufzeit sehen lassen: Im simulierten Dauerbetrieb des PCMark Battery Test bei 200 cd/m² erreichte das Gerät knapp 17,5 Stunden – ein ziemlich guter Wert für diese Kapazität und Preisklasse. Die Kollegen der c't kamen beim Dauerstreaming von Videos auf 18 Stunden. Im Praxistest hielt das Nothing Phone 4a Pro locker eineinhalb Tage durch, bevor es wieder an die Steckdose musste.
Der vollständige Ladevorgang dauert etwas mehr als eine Stunde, nach einer halben ist das Gerät auf rund 60 Prozent. Per Kabel sind maximal 50 W möglich, kabelloses Laden gibt es nicht.
Preis
Die UVP liegt zum Marktstart bei 479 Euro für das Modell mit 8/128 GB und 549 Euro für die Variante mit 12/256 GB. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorgänger – und auch spürbar teurer als das technisch in vielen Punkten fast gleichwertige Nothing Phone 4a (Testbericht). Als Farben stehen Silber, Schwarz und ein zartes Pink zur Auswahl. Die Straßenpreise bewegen sich derzeit noch auf UVP-Niveau.
Fazit
Das Nothing Phone 4a Pro kommt mit stark überarbeitetem Design und greift auf Elemente des teureren Nothing Phone 3 zurück – stylish, edel und mit der neuen runden Glyph-Leuchte erfrischend anders, auch wenn deren Alltagsnutzen überschaubar bleibt.
Am Tag überzeugt das Kamerasystem: Hauptkamera und Periskop-Telelinse liefern gute Aufnahmen mit nahezu verlustfreien Motiven auch bei siebenfachem Zoom. Bei Dunkelheit schwächelt die Kamera aber weiterhin, insbesondere die Telelinse.
Das OLED-Display ist wirklich toll, bei starkem Sonnenschein aber nicht so hell wie erhofft. Komplett wasserdicht ist das Gerät nicht, ein Missgeschick mit Wasser dürfte es aber überstehen. Sechs Jahre Sicherheitspatches sind lobenswert – nur drei geplante Android-Upgrades wirken dagegen mager.
Letztlich ist das Nothing Phone 4a Pro eine gute Wahl für alle, die ein Smartphone wollen, das auffällt und am Tag starke Zoomaufnahmen liefert. Wegen des noch recht hohen Preises dürfte in vielen Fällen aber das Nothing Phone 4a die bessere Wahl sein.
ZUSÄTZLICH GETESTET
Google Pixel 10a
Starkes Display, langer Support, solide Kamera: Das Pixel 10a macht vieles richtig. Doch im Vergleich zum Vorgänger und Pixel 10 wird es schnell eng.
VORTEILE
- lange Akkulaufzeit
- gute Hauptkamera bei Tag
- 7 Jahre Software-Support
NACHTEILE
- keine Telelinse
- Bildwiederholrate ist nicht adaptiv
- CPU aus Vorjahr
Google Pixel 10a im Test: Kleines Kamera-Handy vor dem Dilemma
Starkes Display, langer Support, solide Kamera: Das Pixel 10a macht vieles richtig. Doch im Vergleich zum Vorgänger und Pixel 10 wird es schnell eng.
Die A-Reihe ist Googles günstiger Einstieg in die Pixel-Welt. Hohe Performance oder ein Teleobjektiv fehlen – dafür bekommt man ein kompaktes Smartphone mit guter Kamera und langem Software-Support.
In diesem Jahr hat sich allerdings kaum etwas getan: Das Pixel 10a wirkt technisch fast identisch mit dem Vorgänger Pixel 9a. Ob es trotzdem Neuerungen gibt und sich der Kauf lohnt, klärt dieser Test. Auch die Kollegen der c't haben das Smartphone geprüft – wir gleichen unsere Eindrücke mit den Ergebnissen der Kollegen ab. Der Testbericht ist hier zu finden: Google Pixel 10a im Test (Heise+)
Design
Optisch zieht das Pixel 10a die Designlinie des 9a fast unverändert weiter – Unterschiede muss man mit der Lupe suchen. Das 6,3-Zoll-Display sitzt in einem Aluminiumrahmen, überzogen mit seidenmattem Kunststoff. Das wirkt aufgeräumt und fühlt sich hochwertig an.
Auch bei den kompakten Abmessungen bleibt alles beim Alten: 153,9 × 73 × 9 mm bei 183 Gramm Gewicht. Abweichungen zum Vorgänger bewegen sich im Zehntelmillimeter und fallen erst beim Nachmessen auf. Gegen Wasser ist das Gerät wieder nach IP68 geschützt – ein Schutz, der mit der Zeit nachlässt, wie bei allen Smartphones.
Deutlich sichtbar ist dagegen eine andere Änderung – und sie gehört zu den klarsten Fortschritten: Der Kamerabuckel ist Geschichte. Die Objektive schließen bündig mit der Rückseite ab. Das Pixel 10a liegt damit ruhig auf dem Tisch, auch ohne Hülle wackelt nichts mehr beim Tippen. Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen will, kann optional eine Silikonhülle dazukaufen – passend zum Gerät in knalligen Farben.
Google Pixel 10a - Bilder
Display
Das OLED-Display misst wieder 6,3 Zoll und löst mit 2424 × 1080 Bildpunkten auf – bei 420 PPI sieht alles gestochen scharf aus. Die Spitzenhelligkeit erreicht kurzzeitig 2600 cd/m², die normale Regelung läuft zwischen 1,6 und 2200 cd/m². Heißt: Im Dunkeln blendet nichts, in der Mittagssonne bleibt der Bildschirm gut ablesbar. Damit zieht das Pixel 10a deutlich am Vorgänger vorbei.
Die Bildqualität ist gewohnt gut, mit ausgewogenen Kontrasten und lebendigen Farben. Auch 120 Hertz sind an Bord und sorgen für flüssiges Scrollen, Gaming und Video. Allerdings nicht ab Werk: Weil die hohe Bildrate am Akku zehrt, muss man sie einmalig in den Einstellungen aktivieren. Eine dynamische Anpassung wie beim Pixel 10 spart sich Google beim Budget-Modell.
Kamera
Bei der Kamera-Hardware setzt Google auf Bewährtes aus dem Pixel 9a: Auf der Rückseite arbeiten zwei Sensoren: 48 Megapixel mit Weitwinkel, 13 Megapixel mit Ultraweitwinkel. Ein Teleobjektiv gibt es nicht – das bleibt den Pixel-10er-Modellen ohne „a“ vorbehalten. Für Selfies sorgt eine 13-Megapixel-Frontkamera. Optisch stabilisiert ist nur die Hauptkamera; nach softwareseitiger Aufbereitung landen stets 12-Megapixel-Fotos im Speicher.
Den eigentlichen Unterschied macht bei Pixel-Phones traditionell die Bildverarbeitung – und die ist auch beim Pixel 10a stark. Bei Tageslicht überzeugen die Aufnahmen mit kräftigen, aber natürlich abgestimmten Farben und sauber aufgelösten Details. Künstliches Überschärfen, das anderswo gerne hässliche Kanten erzeugt, leistet sich Google nicht.
Bis zum zweifachen Zoom bleibt die Qualität auf hohem Niveau. In der Dämmerung wird das Bildrauschen allerdings deutlich sichtbar – für Lowlight ist das Pixel 10a eher nicht gemacht. Auch das Ultraweitwinkelobjektiv hinkt der Hauptkamera hinterher: weniger Details, leicht verschobene Farben.
Bei Videos macht das Pixel 10a ebenfalls eine ordentliche Figur. Die Hauptkamera filmt in 4K mit bis zu 60 FPS, sauber stabilisiert und mit ansprechender Farbgebung. Die Frontkamera bleibt in 4K auf 30 FPS limitiert – wer 60 FPS will, muss auf Full HD herunterschalten.
Bei den Software-Spielereien zeigt sich das Pixel 10a großzügig. „Mich hinzufügen“ löst das ewige Gruppenbild-Problem: zuerst die anderen ablichten, dann selbst vor die Linse – den Rest erledigt die KI. „Best Shot“ kombiniert mehrere Aufnahmen zu einem Foto, auf dem niemand blinzelt oder grimassiert. Frisch dazugekommen ist der „Kamera-Coach“, den Google mit dem Pixel 10 eingeführt hat: Er blendet im Sucher Vorschläge zu Motiv, Ausschnitt, Komposition und Brennweite ein.
Google Pixel 10a - Originalaufnahmen
Ausstattung
Pixel-Fans könnte enttäuschen, dass nicht der aktuelle Tensor-Chip verbaut ist, sondern die Vorjahres-Generation. In der Praxis fällt das kaum auf – die Leistungsunterschiede zwischen den Generationen bleiben überschaubar. Wer auf Benchmark-Spitzenwerte schielt, greift ohnehin lieber zu Geräten mit Snapdragon Elite.
Letztlich liefert das Pixel 10a eine solide Mittelklasse-Performance, die für die meisten Szenarien ausreicht. Im PCMark erzielt es rund 13.300 Punkte und landet damit im Mittelfeld. Bei der Grafikleistung zieht der Tensor G4 sogar leicht am Snapdragon 7 Gen 4 vorbei: Im 3DMark Wild Life Extreme sind es rund 2500 Punkte. Für gelegentliches Zocken genügt das. Wer hohe Details will, sollte sich nach einem stärkeren Chip umsehen.
Bei den Schnittstellen macht Google einen guten Job – genau dort, wo die chinesische Konkurrenz in dieser Preisklasse gerne spart. An Bord sind USB-C 3.2 mit DisplayPort, Wi-Fi 6E, 5G, Bluetooth 6.0 und NFC. Auch die Stereo-Lautsprecher klingen ordentlich.
Software
Auf dem Pixel 10a läuft ab Werk Android 16. Spannend wird es im Frühsommer 2026: Dann rollt Android 17 aus – und das Pixel 10a dürfte zu den ersten Geräten gehören, die es bekommen. Sieben Jahre Update-Garantie sind ohnehin Pflichtprogramm bei Google, womit rechnerisch sogar Android 23 noch auf dem Gerät landen könnte. Sicherheits- und Feature-Patches zwischendurch gibt es monatlich ebenfalls für sieben Jahre.
Letztere sind kein bloßes Beiwerk: Mit den Pixel Drops schiebt Google regelmäßig exklusive Funktionen nach. Beim 10a sind ab Start unter anderem Geminis Live-Modus, die Live-Übersetzung und Circle-to-Search dabei. Sonst gibt es Pixel-typisch ein aufgeräumtes Android – ohne Bloatware, ohne aufgepfropfte Hersteller-Oberfläche.
Akku
Die Akkukapazität liegt mit 5100 mAh auf Vorgängerniveau. Unser üblicher Battery Test von PCMark wollte auf dem Gerät leider nicht durchlaufen. Da Prozessor und Akku identisch sind, dürften die Werte aber ähnlich ausfallen wie beim 9a – und die konnten sich sehen lassen: 17 Stunden bei 120 Hz und 21 Stunden bei 60 Hz. Beides liegt an der Spitze des Testfelds.
Die c't-Kollegen bestätigen sogar eine leicht verbesserte Laufzeit: Google holt das Plus per Software-Optimierung heraus. Beim Gaming hält das Pixel 10a rund 14,5 Stunden durch – knapp vor dem 9a und nur eine gute Stunde hinter dem Pixel 10. Bei lokaler 4K-Wiedergabe sind es ebenfalls rund 14,5 Stunden, womit es beide Geschwister hinter sich lässt. Im YouTube-Streaming hält es zwei Stunden länger durch als 9a und Pixel 10.
Beim Laden hat Google die Geschwindigkeit leicht angezogen: 30 Watt am Kabel (passendes Netzteil vorausgesetzt), 10 Watt drahtlos auf Qi-Ladegeräten. Auf den Magneten für Googles MagSafe-Pendant Pixel Snap muss das Pixel 10a allerdings verzichten – der bleibt den regulären 10er-Modellen vorbehalten.
Preis
Die UVP bleibt mit 549 Euro für 128 GB und 649 Euro für 256 GB auf Vorgängerniveau. Angesichts steigender Speicherpreise erklärt sich vielleicht auch, warum erneut der Tensor G4 verbaut ist und nicht der Nachfolger.
Inzwischen sind die Straßenpreise gefallen, liegen aber weiterhin deutlich über denen des Pixel 9a: Rund 440 Euro kostet das Pixel 10a mit 128 GB, ab 540 Euro die 256-GB-Version – zu Letzterer würden wir tendenziell raten. Erhältlich ist das Smartphone in vier Farben: Lavender (helles Blau-Violett), Berry (kräftiges Pink), Fog (helles Graugrün) und Obsidian (Mattschwarz).
Fazit
Das Google Pixel 10a hinterlässt einen zwiegespaltenen Eindruck. Im Detail ist es trotz nahezu identischer Hardware besser geworden: Das Display leuchtet für die Preisklasse außergewöhnlich hell, die ohnehin starke Akkulaufzeit hat noch einmal zugelegt, und die Kamera liefert bei Tageslicht überzeugende Aufnahmen samt smarter KI-Funktionen – auf einen Zoom muss man verzichten. Auch die Performance reicht für die meisten Szenarien locker aus. Tadellos ist der Software-Support: Bis zu sieben Jahre Updates, wahrscheinlich inklusive frühem Zugang zu Android 17.
Trotzdem bleibt das Gefühl, dass Google sich dieses Mal wenig angestrengt hat. Das Vorgängermodell gibt es rund 100 Euro günstiger und es unterscheidet sich praktisch nur durch ein Jahr kürzeren Software-Support. Und nach oben drängt sich das Google Pixel 10 (Testbericht) auf: für knapp 515 Euro nur etwas teurer, dafür mit Teleobjektiv, besserem Kamerasystem und Pixel Snap.
Wer bereits ein Pixel 9a besitzt, hat wenig Grund zum Wechsel – sinnvoller ist es, auf fallende Preise zu warten. Wer Wert auf einen Telezoom legt, greift besser zum Pixel 10. Allen anderen, die ein kompaktes Smartphone mit reinem Android, langem Support und einer guten Kamera für den Alltag suchen, bietet das Pixel 10a eine solide Wahl im Android-Kosmos.
Motorola Edge 70
Extrem flach, dennoch ausdauernd – und mit guter Kamera: Das Motorola Edge 70 erweist sich als gelungenes Mittelklasse-Smartphone. Mehr im Test.
VORTEILE
- flach und leicht
- robust nach MIL-STD-810H und IP69
- ordentliche Kamera
- exzellente Verarbeitung
NACHTEILE
- ohne Telelinse
- keine Top-Performance
- teurer als gleichwertige Geräte
- potenziell kürzere Update-Versorgung
Motorola Edge 70 im Test: Endlich ein gutes flaches Smartphone
Extrem flach, dennoch ausdauernd – und mit guter Kamera: Das Motorola Edge 70 erweist sich als gelungenes Mittelklasse-Smartphone. Mehr im Test.
So angenehm sich die dünnen Geräte anfühlen, haben sie klare Nachteile: Wegen des knappen Platzes schrumpfen meist die Akkus, zudem fehlt oft eine Telelinse. Günstig sind die schlanken Smartphones ebenfalls nicht. Inzwischen scheint der Trend wieder abzuflauen – die Zukunft von „Edge“ und „Air“ ist ungewiss.
Unbeeindruckt davon zeigt Motorola mit dem Edge 70, wie sich das Konzept umsetzen lässt. Wir haben das Smartphone getestet und teilen unsere Eindrücke – auch im Vergleich zu den Erfahrungen der c’t-Kollegen. Deren ausführlicher Test ist als Plus-Artikel verfügbar: Android-Smartphone Motorola Edge 70 im Test.
Design
Motorola setzt beim Edge 70 auf eine neue, kantige Designsprache. Vier runde Linsen sitzen auf der Rückseite in einem dezent hervorstehenden Kameramodul – die Zeiten stark gebogener Curved-Displays sind vorbei.
Mit einer Gehäusedicke von 6 mm – ohne Kameramodul – ist das Edge 70 fast so dünn wie ein aufgeklapptes Foldable. Trotz seiner Größe von 159 × 74 mm wiegt es lediglich 159 g und ist damit ungewöhnlich leicht. Für die einhändige Bedienung ist es jedoch etwas zu groß.
Metallrahmen und griffige Soft-Touch-Rückseite verleihen dem Smartphone eine schlanke, hochwertige Anmutung. Der filigrane Eindruck täuscht jedoch: Das Gerät ist robuster, als es aussieht. Dank IP69 ist es gegen Staub, Untertauchen und starkes Strahlwasser geschützt, zudem hat es ausgewählte Prüfungen nach MIL-STD 810H bestanden. Stürze aus bis zu 1,8 Metern soll es unbeschadet überstehen – im Test funktionierte das problemlos, weitere Härteproben haben wir ihm jedoch erspart.
Eine separate Taste links startet mit einem langen Druck die Moto AI mit Bild-, Text- und Transkriptionsfunktionen. Zusätzlich sind Microsoft Copilot, Perplexity und Googles Gemini integriert. Letzteres ruft man durch längeres Drücken des Einschaltknopfes auf.
Motorola Edge 70 - Bilder
Display
Das 6,7-Zoll-OLED zählt zu den größeren Smartphone-Displays und arbeitet mit bis zu 120 Hz, optional auf 60 Hz gedrosselt. Drei Farbmodi stehen zur Wahl – von kräftig bis natürlich. Die Bildqualität ist hervorragend: Mit einer Auflösung von 2712 × 1220 Pixeln liefert das Panel eine sehr scharfe Darstellung.
Die versprochene Spitzenhelligkeit von 4500 cd/m² erreicht es punktuell, im Alltag maßen die Kollegen der c’t bis zu 1240 cd/m². Das genügt für eine gute Ablesbarkeit, auch bei hellem Umgebungslicht.
Kamera
Hinten sitzen drei Kameraringe, nutzbar sind jedoch nur zwei: Haupt- und Ultraweitwinkel mit jeweils 50 Megapixeln. Das dritte Modul ist ein 3-in-1-Lichtsensor zur Optimierung der Bildqualität. Die Frontkamera im Display löst ebenfalls mit bis zu 50 Megapixeln auf. Eine Telelinse mit optischem Zoom fehlt leider auch hier.
Die Fotos überzeugen dennoch mit hoher Schärfe bis in die Ränder und natürlichen Farben. Beim starken Hineinzoomen wirken feine Details teils etwas weich. Übertriebenes Nachschärfen bleibt aus. Bei geringer digitaler Vergrößerung bleiben Motive dennoch ordentlich dargestellt. Im Nachtmodus gehen einzelne Details verloren, insgesamt liefert das Edge 70 aber stimmige, ausgewogene Aufnahmen.
Motorola Edge 70 - Originalaufnahmen
Ausstattung
Im Edge 70 arbeitet Qualcomms Snapdragon 7 Gen 4 statt eines High-End-SoC. Der Achtkerner verzichtet auf einen Prime-Core, der schnellste Kern taktet mit bis zu 2,8 GHz. Die Leistung liegt damit unter Top-Modellen, reicht für die meisten Anwendungen aber problemlos aus.
Bei 3DMark Work erzielte das Gerät rund 15.000 Punkte, bei 3DMark Wild Life Extreme etwa 2000 Punkte. Für Spiele mit maximalen Details kann das knapp werden, insgesamt ist das Edge 70 jedoch Gaming-tauglich – gegebenenfalls mit reduzierten Grafikdetails. Im Alltag fehlte es im Test an nichts.
Mit 12 GB RAM und 512 GB Speicher ist die Ausstattung großzügig, ein Slot für microSD-Karten fehlt aber. Des Weiteren verfügt das Smartphone über Wi-Fi 6E, Bluetooth 5.4 inklusive aptX HD, NFC sowie GNSS mit GPS, Glonass und Galileo. Der USB-C-Port unterstützt allerdings nur USB 2.0.
Software
Ab Werk läuft Android 16, allerdings nicht mehr ganz so schlank wie früher: Sieben Spiele, zehn Apps aus Social Media, Shopping und Streaming sowie einige Motorola-Apps sind vorinstalliert. Von den 512 GB Speicher sind bereits 58 GB belegt. Benachrichtigungen und Schnelleinstellungen werden gemeinsam angezeigt.
Motorola verspricht vier große Android-Updates und fünf Jahre Support. Wie belastbar das ist, bleibt abzuwarten: Bei anderen Modellen interpretiert der Hersteller die EU-Update-Pflicht eher zurückhaltend und plant teils kürzere Updatezeiträume.
Über Smart Connect koppelt sich das Edge 70 mit TV, Monitor, PC und weiteren Geräten. Es unterstützt Miracast, lässt sich mit Tastatur und Maus nutzen und sogar vom Windows-PC aus steuern. Auch iPhone oder VR-Headset können eingebunden werden.
Akku
Mit 4800 mAh fällt der Silizium-Kohlenstoff-Akku deutlich größer aus als etwa beim Galaxy S25 Edge – das macht sich bemerkbar. Im Alltag kommt das flache Smartphone in der Regel problemlos durch den Tag, was bei besonders dünnen Modellen wie iPhone Air oder Galaxy S25 Edge nicht immer gelingt.
Im PCMark Battery Test erreichte das Edge solide 11,5 Stunden. Das ist kein Spitzenwert, aber ein gutes Niveau. Die c’t ermittelte ebenfalls ordentliche Laufzeiten: rund 19 Stunden Video-Streaming über WLAN, 17 Stunden über 5G und etwa 14 Stunden beim Gaming. Geladen wird mit bis zu 68 Watt, womit der Akku in rund 45 Minuten voll ist. Kabellos via Qi sind bis zu 15 Watt möglich.
Preis
Die UVP von 800 Euro liegt deutlich unter iPhone Air und Galaxy S25 Edge, ist für ein Mittelklasse‑Smartphone aber ambitioniert. Inzwischen ist der Preis auf knapp über 600 Euro gefallen, zeitweise war es sogar schon für etwa 520 Euro zu haben. In Deutschland gibt es nur eine Speichervariante mit 12/512 GB. Zur Wahl stehen drei Farben: Gadget Grey (Grau), Bronze Green (Grün) und Lily Pad (Blaugrün).
Fazit
Das Motorola Edge 70 zeigt, dass ein besonders flaches Smartphone weder schlecht noch unbezahlbar sein muss. Verarbeitung und Design überzeugen, die Kamera liefert gute Ergebnisse und die Leistung reicht für den Alltag völlig aus. Auch die Akkulaufzeit fällt dank des vergleichsweise großen Energiespeichers erfreulich ordentlich aus.
Schwächen hat das dünne Gerät dennoch: Eine Telelinse fehlt auch hier. Zwar ist es günstiger als die flachen Modelle von Samsung oder Apple, angesichts der Ausstattung aber kein Schnäppchen. Wer ein möglichst schlankes und leichtes Smartphone sucht und auf eine Telekamera verzichten kann, findet im Edge 70 derzeit eine der besten Optionen unter den besonders dünnen Geräten.
Poco F7 Pro
Snapdragon 8 Gen 3, 90-Watt-Laden und 3K-OLED – das Poco F7 Pro bietet Oberklasse-Technik zum fairen Preis. Der Test zeigt, ob es der Mittelklasse-König ist.
VORTEILE
- starke Prozessorleistung
- fairer Preis
- gute Verarbeitung & IP68
- ordentliche Hauptkamera
- Top-Display
NACHTEILE
- keine Telelinse
- kein Qi
- ohne eSIM
- nur USB-C 2.0
- mäßige Weitwinkellinse
Xiaomi Poco F7 Pro im Test: Leistung wie ein Top-Smartphone
Snapdragon 8 Gen 3, 90-Watt-Laden und 3K-OLED – das Poco F7 Pro bietet Oberklasse-Technik zum fairen Preis. Der Test zeigt, ob es der Mittelklasse-König ist.
Poco steht seit Jahren für starke Technik zum fairen Preis – vorrangig bei der F-Reihe, die traditionell auf Leistung getrimmt ist. Mit dem F7 Pro bringt die Submarke von Xiaomi ein Smartphone mit dem Snapdragon 8 Gen 3, einem strahlend hellen 3K-OLED-Display und flachem, schickem Design auf den Markt.
Nur bei der Kameraausstattung, etwa durch den Verzicht auf eine Telelinse, zeigt sich die Mittelklasse. Wie sich das F7 Pro im Alltag und unter Last schlägt, klärt unser Test.
Design
Optisch hebt sich das Poco F7 Pro von typischer Mittelklasseware ab. Der kantige Look erinnert an aktuelle iPhones, das flache Gehäuse wirkt elegant und hochwertig. Die Verarbeitung ist tadellos: Ein Rahmen aus Metall trifft auf eine Rückseite aus Glas – erstmals in der F-Reihe sogar mit IP68-Zertifizierung gegen Wasser und Staub.
Mit 8,1 mm Bautiefe zählt das F7 Pro zu den schlanken Vertretern seiner Klasse. Die Abmessungen von 160,3 × 75 × 8,1 mm und das Gewicht von g machen es zwar nicht zum Kompaktgerät, doch für seine Größe wirkt es angenehm leicht. Einhändige Bedienung ist dennoch kaum praktikabel.
Auffällig ist das große, runde Kameraelement mit zwei Linsen und LED – es sorgt für einen gewissen Wiedererkennungswert, lässt das Gerät aber auf dem Tisch leicht kippeln. Die Tasten sitzen sauber im Gehäuse und bieten einen klar definierten Druckpunkt. Eine transparente Schutzhülle legt Poco gleich bei.
Xiaomi Poco F7 Pro – Bilder
Display
Das Poco F7 Pro bietet ein beeindruckendes AMOLED-Display, das sich nicht hinter deutlich teureren Geräten verstecken muss und sich auf Flaggschiff-Niveau bewegt. Die hohe Auflösung von 3200 × 1440 Pixeln sorgt bei einer Diagonale von 6,67 Zoll für eine gestochen scharfe Darstellung mit 526 PPI. Farben wirken kräftig und Kontraste sind mit tiefstem Schwarz ausgeprägt – typisch OLED.
Mit einer maximalen Helligkeit von bis zu 3200 Nits bleibt der Bildschirm selbst bei direkter Sonneneinstrahlung ablesbar. Die variable Bildwiederholrate von 60 bis 120 Hz sorgt für flüssige Darstellungen, etwa beim Scrollen oder Gaming. Die Touch-Abtastrate liegt bei schnellen 480 Hz – das kommt primär schnellen Reaktionen in Spielen zugute. Geschützt wird das Panel durch Gorilla Glass 7i, die Frontkamera sitzt unauffällig in einer kleinen Punch-Hole-Notch.
Kamera
Bei der Kamera zeigt das Poco F7 Pro seine Mittelklasse-Herkunft. Statt vielseitigem Triple-Setup verbaut der Hersteller eine Dual-Kamera auf der Rückseite – mit starker Haupt- und schwächerer Weitwinkellinse.
Die 50-Megapixel-Hauptkamera (f/1.6) mit optischer Bildstabilisierung (OIS) liefert bei Tageslicht detailreiche Aufnahmen mit natürlicher Farbwiedergabe und guter Dynamik. Per Software lassen sich Farbstil und Kontrast auf Wunsch anpassen. Selbst digitaler Zoom bei vierfacher Vergrößerung funktioniert mit nur geringen Qualitätseinbußen, bis zehnfach sind die Bilder noch brauchbar. Bei Nacht überrascht das Poco mit hellen, gut abgestimmten Fotos – das Rauschen ist zwar sichtbar, bleibt in dieser Preisklasse aber im Rahmen.
Weniger überzeugt die 8-Megapixel-Weitwinkelkamera (f/2.2). Die Bilddynamik ist eingeschränkt, Details wirken schnell verwaschen. Einen dedizierten Makromodus gibt es nicht. Die 20-Megapixel-Frontkamera schießt hingegen scharfe Selfies und erzeugt im Porträtmodus ein natürliches Bokeh.
Videos nimmt das F7 Pro mit der Hauptkamera in bis zu 4K bei FPS auf – stabilisiert, detailreich und farbtreu. Die Frontkamera filmt maximal in Full-HD mit 60 FPS, liefert aber ebenfalls solide Ergebnisse.
Unterm Strich: Die Kameraausstattung reicht für Alltag und soziale Medien völlig aus, ambitionierte Fotografen müssen aber auf Telezoom und mehr Flexibilität verzichten.
Xiaomi Poco F7 Pro – Originalaufnahmen
Ausstattung
Im Poco F7 Pro arbeitet Qualcomms Top-Prozessor aus 2024 - der Snapdragon 8 Gen 3. Die Leistung reicht problemlos für alle Aufgaben, vom Alltag hin zu anspruchsvollem Gaming. Damit positioniert sich das Gerät an der oberen Grenze der Mittelklasse.
Im Benchmark überzeugt das F7 Pro mit starken Ergebnissen: Über 17.000 Punkte bei PCmark und rund 4200 Punkte im 3Dmark Wild Life Extreme belegen das. Im Stresstest blieb die Performance relativ stabil bei rund 68 Prozent.
Zur Seite stehen 12 GB RAM sowie wahlweise 256 GB oder 512 GB Speicher nach dem schnellen Standard UFS 4.1. Eine Erweiterung per microSD-Karte ist allerdings nicht vorgesehen. Dual-SIM wird unterstützt (zweimal Nano-SIM). Support für eine eSIM gibt es aber nicht.
Auch bei den Schnittstellen zeigt sich das F7 Pro gut ausgestattet: Wifi 7, Bluetooth 5.4, NFC und ein Infrarot-Port sind mit an Bord. Einziger Wermutstropfen: Der USB-C-Port unterstützt nur USB 2.0, was zu langsameren Datenübertragungen führt – in dieser Preisklasse aber noch üblich.
Die Stereo-Lautsprecher liefern einen guten Klang bei der Medienwiedergabe. Die akustische Qualität beim Telefonieren überzeugt ebenfalls. Der Fingerabdrucksensor ist ins Display integriert und reagiert zuverlässig.
Software
Auf dem Poco F7 Pro läuft Hyper OS 2, Xiaomis Bedienoberfläche auf Basis von Android 15. Bei der Einrichtung lässt sich zwischen App-Drawer und klassischem Startbildschirm wählen, ebenso zwischen Gestensteuerung und Navigationstasten. Die grafische Oberfläche wirkt aufgeräumt, allerdings ist werksseitig recht viel Bloatware vorinstalliert, die sich aber entfernen lässt. Praktisch: Xiaomi integriert einige KI-Funktionen zur Bildbearbeitung, darunter einen intelligenten Radierer oder eine Entspiegelung.
Zum Testzeitpunkt war der Sicherheits-Patch vom 1. April 2025 installiert – nicht mehr ganz aktuell, aber noch im grünen Bereich. Positiv: Xiaomi hat bei der Update-Politik stark nachgebessert. Sicherheits-Updates soll es nun ganze sechs Jahre lang geben, also bis 2031. Neue Android-Versionen sind für vier Jahre zugesichert – bis einschließlich Android 19. Das ist in dieser Preisklasse bislang eine Seltenheit.
Akku
Trotz des schlanken Gehäuses verbaut Poco im F7 Pro einen kräftigen 6000-mAh-Akku. Damit hat das Smartphone mehr als genug Reserven. Im Battery Test von PCmark erzielte das Gerät einen hervorragenden Wert von knapp 14,5 Stunden – genug für einen langen Tag, bei moderater Nutzung sind sogar bis zu zwei Tage drin.
Auch beim Laden zeigt sich das Poco F7 Pro von der schnellen Seite: Mit dem beiliegenden 90-Watt-Netzteil springt der Akkustand in nur 10 Minuten von 20 auf 40 Prozent. Die vollständige Ladung von 20 auf 100 Prozent dauert knapp 30 Minuten, ein kompletter Ladevorgang ist in rund 40 Minuten erledigt. Einziger Wermutstropfen: Kabelloses Laden wird nicht unterstützt.
Preis
Das Poco F7 Pro startete mit einer UVP von 600 Euro für die Variante mit 12/256 GB Speicher, das Modell mit 12/512 GB lag zum Marktstart bei 650 Euro. Inzwischen sind die Preise deutlich gesunken: Die Version mit 256 GB ist ab rund 419 Euro erhältlich, für die 512-GB-Variante werden etwa 510 Euro fällig. Zur Auswahl stehen die Farben Silber, Schwarz und Blau.
Fazit
Das Poco F7 Pro bietet ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist somit ein echter No-Brainer. Die Performance liegt auf Flaggschiff-Niveau von 2024. Das schlanke Gehäuse ist hochwertig verarbeitet, der große Akku sorgt zudem für starke Laufzeiten. Hinzu kommt ein erstklassiges OLED-Display, das kaum Wünsche offenlässt.
Wer auf eine Telekamera verzichten kann und nicht den höchsten Wert auf Fotografie legt, erhält mit dem Poco F7 Pro ein äußerst leistungsstarkes Smartphone für unter 500 Euro – ein echter Geheimtipp. Der König der Mittelklasse ist es zwar nicht wegen der fehlenden Telelinse – aber so etwas wie ein Sportwagen unter den erschwinglichen Smartphones.
Redmagic 11 Air
Das Redmagic 11 Air ist ein dünnes Smartphone mit 144-Hz-OLED, aktivem Lüfter und großem Akku. Schultertasten und starke Leistung sichern flüssiges Gaming.
VORTEILE
- sehr schneller Chipsatz + Gamingchip
- viel Speicher
- schick und sehr dünn
- gute Kühlung und Schultertasten
- tolles Display mit versteckter Selfiecam
- hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
NACHTEILE
- Kameras insgesamt bestenfalls Durchschnitt
- kein Tele, Wireless Charging und nur USB 2.0
Redmagic 11 Air im Test: Flaches Gaming-Smartphone mit Ausdauer, RGB und Lüfter
Das Redmagic 11 Air ist ein dünnes Smartphone mit 144-Hz-OLED, aktivem Lüfter und großem Akku. Schultertasten und starke Leistung sichern flüssiges Gaming.
Das Redmagic 11 Air ist ein Allrounder, der jedem gefallen will – nicht nur Gamern. Es kombiniert einen Snapdragon 8 Elite mit aktiver Kühlung, seitlichen Schultertasten und einem großen Akku mit satten 7000 mAh. Dazu kommt ein nahezu randloses OLED-Display mit 144 Hz und die Frontkamera, die unter dem Screen versteckt ist. Vorn und hinten gibt es viel Glas und zumindest auf den ersten Blick schauen den Interessenten vier Kameraobjektive an. Ist das alles nur Show oder taugt das schicke Gerät auch im Alltag? Das zeigt unser Test.
Design
Schon beim ersten Anfassen merkt man, dass das 11 Air anders ist als die meisten Smartphones. Trotz des großen Akkus ist das Gehäuse nur knapp 8 mm dick, dabei sehr kantig und wirkt besonders auf der Rückseite bewusst technisch. Unter der dortigen Glasabdeckung bringt Redmagic eine Zeichnung an, die auf den ersten Blick Leiterbahnen zu zeigen scheint, und gibt zugleich den Blick auf einen großen, RGB-beleuchteten Lüfter frei.
Vorn kommt Gorilla Glass 7i zum Einsatz, hinten Gorilla Glass 5. Trotz des seitlich offenen Lüfters ist das Gerät nach IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt – ungewöhnlich, denn der Lüfter muss Luft in das Gehäuse hinein- und wieder herausführen und benötigt dafür zwangsläufig eine Öffnung. Die Materialwahl verleiht dem Smartphone ein hochwertiges Finish, allerdings ist das Gerät schnell mit Fingerabdrücken übersät und manchem dürfte es zu rutschig sein. Die Verarbeitung ist dafür hervorragend.
Das Kameramodul passt zum auffälligen Design: Es steht sichtbar hervor und macht Eindruck, ist aber vergleichsweise schlicht bestückt. Von den vermeintlich vier Linsen sind nur zwei echt. Mehr High End gibt es vorn: Die Frontkamera kommt komplett ohne Notch aus und sitzt unter dem nahezu formatfüllenden Display. In der Praxis wirkt das sehr modern – vor allem beim Spielen und beim Schauen von Videos, da kein Ausschnitt den Gesamteindruck trübt. Dafür muss man mit den bekannten Nachteilen einer Kamera unter dem Display leben: Es gelangt etwas weniger Licht zum Sensor.
Bilderstrecke – Redmagic 11 Air
Display
Das 6,8 Zoll messende OLED-Panel gehört zu den Stärken des Geräts. Es löst mit 2688 × 1216 Pixeln auf und erreicht bis zu 144 Hz. Die Touch-Abtastrate von bis zu 2500 Hz richtet sich klar an Gamer.
Im Alltag überzeugt das Display mit gleichmäßig schmalen Rändern und hoher Helligkeit. Messungen lagen bei knapp 1500 cd/m², waren aber nicht reproduzierbar. Subjektiv ist die Ablesbarkeit im Freien gut. Die unter dem Display versteckte Frontkamera bleibt im Betrieb praktisch unsichtbar. Gerade beim Spielen ist das ein echter Vorteil. Ein Always-on-Display ist ebenfalls vorhanden.
Kamera
Bei der Hauptkamera beschränkt sich Redmagic auf das Nötigste: Auf der Rückseite sitzen ein 50-Megapixel-Sensor (Omnivision OV50E) mit optischer Bildstabilisierung sowie eine 8-Megapixel-Weitwinkelkamera. Eine Telekamera fehlt – für ein Gaming-Smartphone ist das üblich, angesichts des Preises wäre sie aber drin gewesen. Die Blenden liegen bei f/1.89 für die Haupt- und f/2.2 für die Weitwinkeloptik.
In der Praxis liefert die Hauptkamera solide, wenn auch keine herausragenden Ergebnisse – für ein Gaming-Smartphone ist das überdurchschnittlich, für die Preisklasse insgesamt in Ordnung. Bei gutem Licht gelingen klare, scharfe Aufnahmen, die Nachbearbeitung greift allerdings recht aggressiv ein. Die Weitwinkelkamera fällt deutlich ab: Ihre Bilder wirken kühler, zeigen schneller Bildrauschen und halten weniger Details fest als die der Hauptoptik. Für Social-Media-Posts reicht das, mehr sollte man aber nicht erwarten.
Die Frontkamera mit 16 Megapixeln sitzt unter dem Display. Diese ungewöhnliche Platzierung erkauft sich Redmagic mit eher weichen Selfies, die anschließend per Software geglättet werden – Farben und Flächen wirken dadurch schnell unnatürlich. Bei guten Lichtverhältnissen ist das Ergebnis dennoch akzeptabel.
Bei Videos sind mit der Hauptkamera maximal 8K (4320p) mit 30 Bildern pro Sekunde möglich. Praxisgerechter und gerade bei seitlichen Schwenks sinnvoller sind allerdings 4K mit 60 fps. Die Qualität ist in beiden Fällen gut. Die Frontkamera nimmt mit 1080p bei 60 fps auf und liefert für Videochats absolut ausreichende Ergebnisse.
Testfotos – Redmagic 11 Air
Ausstattung
Im Inneren des Redmagic 11 Air arbeitet Qualcomms Snapdragon 8 Elite. Zwar handelt es sich dabei nicht um den aktuellen, sondern um den Chipsatz der vorherigen Generation, dennoch liefert er weiterhin eine sehr hohe Rechenleistung – insbesondere bei Spielen. Je nach Variante stehen 12 oder 16 GB RAM sowie 256 oder 512 GB interner UFS-4.1-Speicher zur Verfügung. Einen microSD-Slot gibt es nicht.
Im Alltag überzeugt das Smartphone durch schnelle Reaktionszeiten und eine insgesamt sehr flüssige Performance. In unseren Benchmarks erreicht das Gerät im PCMark Work 3.0 rund 25.800 Punkte, im 3DMark Wild Life Extreme sind es 6850 Punkte. Die Ergebnisse unterstreichen die starke Gaming-Ausrichtung: Neben dem Hauptprozessor kommt ein zusätzlicher Redcore-R4-Chip zum Einsatz, der für stabilere Bildraten und geringere Latenzen sorgen soll – auch in anspruchsvollen Titeln.
Eine weitere Besonderheit des Redmagic 11 Air ist die Kühlung, denn die ist bei diesem Modell aktiv ausgelegt. Der kleine Kühler soll bis zu 24.000 Umdrehungen pro Minute leisten und wird mit einer Vapor Chamber und weiteren Schichten zur Wärmeverteilung kombiniert. Im Alltag springt der allerdings in erster Linie in Games und Benchmarks an – und das ist auch gut so, denn das Rauschen des Lüfters ist in direkter Nähe deutlich zu hören. Zwar kommt Wärme bei längeren Benchmark-Sessions trotz aktiven Lüfters an der Rückseite an, bleibt aber zumindest moderat und hilft spürbar, Maximalleistung länger zu halten.
Das hilft auch beim Dauerzocken. Seitlich sitzen dafür kapazitive Schultertasten, die mit einer Abtastrate von 520 Hz arbeiten und im Test verlässlich funktionierten. Die Touch-Tasten fallen ansonsten im Alltag kaum auf und stören daher nicht, sind in Games, die sie unterstützen, aber ein echter Mehrwert.
Etwas schade ist – in Anbetracht der restlichen Ausstattung des Oberklasse-Phones – die Geschwindigkeit des USB-C-Anschlusses. Sie ist mit USB 2.0 angegeben und entsprechend langsam. Beim Funk bleibt das 11 Air ebenfalls eher konservativ, mit Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.4. Positiv sind hingegen NFC und ein Infrarot-Port zur Steuerung von Haushaltsgeräten, den viele aktuelle Flaggschiffe nicht mehr bieten.
Der Fingerabdrucksensor ist zwar gut platziert, zeigte sich im Test aber anfangs nicht immer beim ersten Mal „freigiebig“. Allerdings legte sich das nach einem weiteren Firmware-Update, der optische Sensor reagierte dann zuverlässig. Die Stereo-Lautsprecher sind kräftig und müssen sich in dieser Preisklasse nicht verstecken.
Software
Auf dem 11 Air läuft ab Werk Redmagic OS 11, das auf Android 16 basiert. Zentral ist der Game Space, der ab Werk per Seitentaste (der „Magic Key“ lässt sich aber auch anders belegen, etwa mit der Taschenlampenfunktion) gestartet wird und dann aus dem Smartphone eine Konsole macht – inklusive Leistungsprofilen, Overlays und einem KI-Trainer, der beim Zocken Tipps gibt.
Rund um die Oberfläche baut Redmagic zusätzliche KI-Funktionen ein. Dazu gehören etwa Objekterkennung über die Kamera, Suche direkt vom Bildschirm sowie ein Tactical Coach, der aus Spieldaten Hinweise ableiten soll. Außerdem gibt es die Redmagic KI+ mit Funktionen wie Live-Übersetzer, KI-Transkript und KI-Notizblock.
Bei der Updateversorgung steckt der Hersteller hinter der Pixel- oder Galaxy-Konkurrenz von Google und Samsung kaum mehr zurück. Redmagic nennt für das 11 Air und neuere Modelle fünf Generationen an Android-Versionsupdates sowie Sicherheitsupdates ab Marktstart – wenn der Hersteller das so umsetzt, ist das stark! Da das 11 Air mit Android 16 startet, wären theoretisch Versionen bis Android 21 abgedeckt.
Akku
Der Akku ist ein echtes Statement: 7000 mAh in einem derart schlanken Gaming-Smartphone sind selten – auch in höheren Preisklassen. Im Praxistest hielt das Smartphone rund zwei Tage durch. Im normalen Alltag dürften für die meisten Nutzer gut drei Tage drin sein – ein hervorragender Wert, gerade angesichts der flachen Bauform. Wer viel zockt, muss allerdings damit rechnen, dass schon nach wenigen Stunden Schicht im Schacht ist.
Auch das Aufladen geht zügig vonstatten. In Ankündigungen war teils von 120 Watt die Rede, im Lieferumfang findet sich allerdings ein 80-Watt-Netzteil. Damit dauert eine vollständige Ladung knapp über eine Stunde – für 7000 mAh ein angenehm kurzer Wert. Interessant für Spieler ist der Bypass-Modus: Er leitet den Strom beim Spielen direkt an die Hardware, soll so den Akku entlasten und die Hitzeentwicklung weiter senken. Im Test war dieser Vorteil allerdings bestenfalls messbar, aber kaum spürbar. Einzig kabelloses Laden fehlt.
Preis
Das Redmagic 11 Air gibt es in zwei Speichervarianten. Die Version mit 12/256 GB kostet direkt beim Hersteller 499 Euro. Bei Amazon bekommt man es für 529 Euro. Die Version mit 16/512 GB liegt direkt beim Hersteller bei 599 Euro. Auf Amazon sind es rund 619 Euro. Als Farben gibt es Phantom (Schwarz/transparent), Prism (Weiß/transparent) und ganz neu auch Trace (Orange/transparent)
Fazit
Das Redmagic 11 Air ist eigentlich ein Spezialist – aber einer, der trotz vergleichsweise niedrigem Preis fast alles kann. Aktiver Lüfter, Schultertasten, großes OLED-Display mit hohen Abtastraten, eine unter dem Screen versteckte Selfiecam, viel Speicher, ein enorm schneller Chipsatz und obendrein ein 7000-mAh-Akku: Diese Kombination findet man im klassischen Smartphone-Markt kaum.
Im Gegenzug ist die Hauptkamera zwar in Ordnung, letztlich aber nur Mittelmaß. Die Weitwinkeloptik fällt noch deutlicher ab, und eine Telekamera fehlt komplett. Auch kabelloses Laden wäre die Kirsche auf der Sahnetorte gewesen – Fehlanzeige. Hinzu kommt der USB-C-Anschluss, der lediglich nach 2.0-Standard arbeitet und den ansonsten hervorragenden Eindruck des dünnen und sehr schicken Smartphones zusätzlich trübt. Verschmerzbare Punkte sind das aber allesamt: Das Redmagic 11 Air ist ein richtig gutes Smartphone mit fantastischem Preis-Leistungs-Verhältnis – nur Hobbyfotografen kommen nicht voll auf ihre Kosten.
Redmagic 10 Air
Das Redmagic 10 Air will Gaming-Performance mit einem leichten, dünnen Design kombinieren. Unser Test wird zeigen, wie gut das funktioniert.
VORTEILE
- starke Performance
- schlankes, leichtes Design (für ein Gaming-Smartphone)
- viele tolle Gaming-Features
- schnelles 80-W-Laden
- Display ohne Notch
NACHTEILE
- schwache Akkulaufzeit
- mittelmäßige Kamera
- nur IP54-Schutzklasse
- ohne eSIM-Unterstützung
- kein kabelloses Laden
Redmagic 10 Air im Test: Ein ultradünnes Gaming-Smartphone
Das Redmagic 10 Air will Gaming-Performance mit einem leichten, dünnen Design kombinieren. Unser Test wird zeigen, wie gut das funktioniert.
Smartphone-Hersteller Nubia erweitert seine speziell auf Gaming ausgerichtete Redmagic-Reihe um ein neues Modell: das Redmagic 10 Air. Es ist weniger leistungsstark und opulent als die beiden Flaggschiffe Redmagic 10 Pro (Testbericht) und 10S Pro, dafür aber deutlich schlanker, leichter und günstiger. Für eine UVP von 499 Euro zielt das Redmagic 10 Air auf die Mittelklasse – als kompaktes Gaming-Smartphone, das mit seinem schlichten Design kaum als solches erkennbar ist. Ein spannender Ansatz, der sich im Test beweisen muss.
Design
So wie die aktuellen Redmagic-Pro-Modelle bleibt auch das Redmagic 10 Air der kantigen Designsprache treu und weckt bei manchen Erinnerungen an frühere Sony-Xperia- oder Galaxy-Note-Modelle. Optisch gefällt uns das richtig gut. Hinzu kommt das – für ein Gaming-Smartphone – überraschend schlichte Design, das in unserer schwarzen Testvariante nur durch eine rote „Magic-Key“-Taste an der linken Seite Akzente setzt. Diese dient standardmäßig als Shortcut für das Gaming-Center.
Durch die kantige Bauweise liegt das Smartphone allerdings nicht ganz so geschmeidig in der Hand wie Modelle mit stärker abgerundeten Rändern – Geschmackssache. Bei der Haptik punktet das Air-Modell mit einem matten Finish, das sich angenehm anfühlt und Fingerabdrücken kaum Chancen lässt. Besonders gelungen ist die Rückseite aus Glas, die täuschend echt wie gebürstetes Metall wirkt.
Mit seinen Maßen von 164,3 × 76,6 × 7,85 mm und einem Gewicht von nur 205 g ist das Redmagic 10 Air deutlich leichter und rund einen Millimeter dünner als die Pro-Modelle. Zum Vergleich: Diese bringen 229 g auf die Waage und messen 8,9 mm in der Tiefe. Das Air-Prädikat hat sich unser Testkandidat im eigenen Haus also verdient – auch wenn er nicht zu den leichtesten Smartphones auf dem Markt gehört. Das Samsung Galaxy S25 Edge (Testbericht) wiegt nur 163 g. Mit Blick auf die aktuellen Gaming-Smartphones am Markt darf man beim Redmagic 10 Air dennoch von einem Leichtgewicht sprechen.
Bei der Verarbeitungsqualität zeigt das Redmagic 10 Air keine echten Schwächen. Der Mittelrahmen besteht aus leichtem Aluminium in Luftfahrtqualität, die Vorder- und Rückseite aus Glas – das sorgt insgesamt für einen hochwertigen Eindruck.
Enttäuschend ist jedoch die Zertifizierung nach IP54: Das Smartphone ist damit nur eingeschränkt gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Während das bei den Pro-Modellen aufgrund des offenen Lüftersystems noch nachvollziehbar ist, hätte Nubia beim Redmagic 10 Air mehr Schutz bieten können – zumal hier eine passive Flüssigmetallkühlung zum Einsatz kommt und der 3,5-mm-Klinkenanschluss entfällt.
Redmagic 10 Air - Bilder
Display
Das 6,8-Zoll-AMOLED-Display des Redmagic 10 Air löst mit 2480 × 1116 Pixeln auf und bietet eine Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz. Im Vergleich zu den hauseigenen Pro-Modellen ist das zwar etwas abgespeckt, überzeugt trotzdem mit starker Darstellung. Mit rund 400 ppi wirkt das Bild knackscharf, zeigt kräftige Kontraste, natürliche Farben und ein tiefes Schwarz.
Die maximale Helligkeit von 1600 Nits reicht aus, um Inhalte auch bei Tageslicht gut zu erkennen. Unter direkter Sonne wird es allerdings etwas schwieriger – Geräte mit 2000 Nits und mehr, wie die Pro-Varianten, sind hier klar im Vorteil. Erfreulich: Die Frontkamera sitzt unauffällig unter dem Display – ohne störende Notch.
Kamera
Das Dual-Kamerasystem auf der Rückseite des Redmagic 10 Air besteht aus zwei 50-Megapixel-Sensoren von Omnivision. Die Hauptkamera bietet eine Brennweite von 24 mm, eine f/1.88-Blende und eine optische Bildstabilisierung (OIS). Die Ultraweitwinkelkamera arbeitet mit 14 mm Brennweite und einer f/2.05-Blende. Auf die 2-Megapixel-Telelinse der Pro-Modelle wurde verzichtet, dafür kommt auf der Vorderseite die gleiche 16-Megapixel-Kamera mit f/2.0-Blende und KI-Unterstützung zum Einsatz. Einen optischen Zoom gibt es nicht, digital lässt sich aber bis zu zehnfach vergrößern.
In der Mittelklasse um 500 Euro liefert das Redmagic 10 Air solide Ergebnisse. Bei Tageslicht überzeugen die Aufnahmen mit guter Schärfe und natürlicher Farbwiedergabe. Bei Dämmerung, Nachtaufnahmen oder starkem Zoom nimmt die Bildqualität allerdings merklich ab – hier sind Modelle von Samsung, Google oder Xiaomi klar überlegen.
Die Frontkamera liefert ordentliche Fotos, schwächelt aber ebenfalls bei wenig Licht. Positiv hingegen: Die Hauptkamera nimmt Videos in 4K mit 60 Bildern pro Sekunde und sogar in 8K mit 30 FPS auf. Bis 4K lässt sich zudem eine digitale Stabilisierung aktivieren, die für ruhige und saubere Aufnahmen sorgt.
Redmagic 10 Air - Originalaufnahmen
Ausstattung
Wie bereits erwähnt, fällt das Redmagic 10 Air in puncto Hardware etwas weniger leistungsstark aus als die Pro-Modelle. Statt des Snapdragon 8 Elite verbaut Nubia den Snapdragon 8 Gen 3 von Qualcomm – ein Chip, der dennoch mehr als genug Power für alltägliche Anwendungen und anspruchsvolles Gaming bietet. Unterstützt wird er vom hauseigenen Red Core R3-Chip, der speziell für optimiertes Gaming-Tuning und bessere Reaktionszeiten entwickelt wurde.
Das Gerät ist wahlweise mit 12 GB LPDDR5X-RAM und 256 GB UFS-4.0-Speicher (Testgerät) oder 16 GB RAM und 512 GB Speicher erhältlich.
Statt der typischen aktiven Lüfterkühlung, für die Redmagic bekannt ist, setzt das Air-Modell auf ein passives ICE-X-Kühlsystem. Dieses nutzt eine Kombination aus Flüssigmetall und einer 6100 mm² großen Dampfkammer, um die Abwärme effizient zu verteilen. In der Praxis bleibt das Smartphone selbst bei langen Gaming-Sessions angenehm kühl – nur bei sehr hohen Umgebungstemperaturen oder direkter Sonneneinstrahlung stößt das System an seine Grenzen.
Zur tatsächlichen Performance: Das Redmagic 10 Air schafft es im Benchmark „PCMark Work 3.0“ auf sehr starke 18.000 Punkte. Das Smartphone arbeitet stets geschmeidig und ohne spürbare Ladezeiten. Zum Vergleich: Den bisherigen Rekord schaffte das Redmagic 10 Pro (Testbericht) mit 25.000 Punkten. Im Benchmark „Wild Life Extreme“ von 3DMark erreicht das 10 Air mit insgesamt 4700 Punkten ebenfalls einen starken Wert und ist damit voll Gaming-tauglich. Auch hier liegt der Rekord mit 7.000 Punkten beim Redmagic 10 Pro. Im Stresstest bei hoher Dauerbelastung wird das Air-Modell spürbar warm und die Effizienz sinkt auf 80 Prozent. Für ein so leistungsfähiges Gerät ist das ebenfalls ein guter Wert!
Im Hinblick auf Anschlüsse und Konnektivität muss sich das Redmagic 10 Air einige Kritik gefallen lassen. Der verbaute USB-2.0-Port wirkt nicht mehr zeitgemäß, eSIM-Unterstützung fehlt, und auch der 3,5-mm-Klinkenanschluss wurde gestrichen.
Abseits davon ist die Ausstattung aber solide: Bluetooth 5.4, Wi-Fi 7 (ohne HBS), Dual-GPS, NFC, 5G und Platz für zwei Nano-SIM-Karten sorgen für eine moderne Grundausstattung. Der optische Fingerabdrucksensor unter dem Display reagiert zuverlässig und schnell.
Ein Highlight für Gamer sind die Touch-Schultertasten an der rechten Seite mit 520 Hz Abtastrate – sie bieten im Querformat spürbare Vorteile beim Spielen. Die DTS-X-zertifizierten Stereo-Lautsprecher liefern einen klaren und kräftigen Klang, neigen bei maximaler Lautstärke jedoch leicht zum Übersteuern.
Software
Das Redmagic 10 Air läuft mit dem hauseigenen Redmagic OS 10, das auf Android 15 basiert. Nubia verspricht fünf Jahre Software-Support, einschließlich wichtiger Android-Updates – ein starkes Zeichen für ein Gaming-Smartphone der Mittelklasse. Die Bedienoberfläche wirkt modern, aufgeräumt und bietet viele Anpassungsmöglichkeiten. Etwas störend ist allerdings die Menge an Bloatware, also vorinstallierten Apps, die man aber problemlos deinstallieren kann. Weiterhin fallen teils unsaubere Übersetzungen im Menü auf – besonders im Gaming-Center. So verbirgt sich hinter dem Punkt „Spiel Raum Tapete“ schlicht die Option, das Hintergrundbild zu ändern. Das sorgt gelegentlich für Verwirrung.
Bei den KI-Funktionen greift das Redmagic 10 Air größtenteils auf die bekannten Google-AI-Features inklusive Gemini zurück. Ergänzend integriert Nubia eigene Werkzeuge unter dem Label Redmagic AI+. Dazu zählen etwa eine Echtzeit-Sprachübersetzung für Gespräche oder eine intelligente Antennensteuerung, die die Signalqualität verbessern soll. Eine zusätzliche Shortcut-Seitenleiste wird ebenfalls als KI-Funktion geführt – warum, bleibt allerdings unklar. Nützlich ist sie dennoch, etwa für den Schnellzugriff auf häufig genutzte Tools.
Das Herzstück der Oberfläche bildet das Gaming-Center X-Gravity, das über die „Magic-Key“-Taste oder per Shortcut geöffnet wird. Hier lassen sich zahlreiche spielrelevante Einstellungen vornehmen: von der individuellen Performance-Anpassung über Makro-Funktionen hin zu Bildfiltern, die Gegner in dunklen Szenen besser sichtbar machen. Auch die Schultertasten können hier frei belegt und konfiguriert werden – ein klarer Pluspunkt für ambitionierte Mobile-Gamer.
Akku
Im Redmagic 10 Air verbaut Nubia einen 6000-mAh-Akku – deutlich kleiner als der 7050-mAh-Energiespeicher der Pro-Modelle. Irgendwo musste das geringere Gewicht schließlich herkommen. Im „Battery Test“ von PCMark erreicht das Smartphone damit jedoch nur etwa 9 Stunden Laufzeit.
Zum Vergleich: Die meisten Geräte dieser Klasse schaffen 10 bis 12 Stunden, Spitzenmodelle sogar bis zu 14 Stunden. Im Alltag heißt das: Das Redmagic 10 Air hält bei normaler Nutzung knapp einen Tag durch – wer viel spielt, dürfte bereits nach rund vier Stunden an die Steckdose müssen.
Positiv: Das 80-W-Schnellladen funktioniert zuverlässig. In nur etwa 52 Minuten ist der Akku wieder komplett voll. Eine Option für kabelloses Laden bietet das Gerät jedoch nicht.
Preis
Direkt beim Hersteller kostet das Redmagic 10 Air mit 12/256 GB etwa 449 Euro. Damit positioniert sich das Redmagic 10 Air klar in der Mittelklasse. Mit 16/512 GB sind es 549 Euro.
Beide Speicher-Varianten sind in den Farben Twilight (Schwarz) und Hailstone (Weiß) erhältlich. Eine deutlich auffälligere Sonderedition namens Flare in Orange und Schwarz, die den Gaming-Charakter durch zusätzliche Designakzente betont, gibt es ausschließlich in der größten Speicherausführung.
Fazit
Das Redmagic 10 Air richtet sich an Nutzer, die ein voll spieletaugliches Gaming-Smartphone suchen, das zugleich kompakt und alltagstauglich bleibt. Diesen Spagat hat Nubia weitgehend überzeugend gemeistert. Besonders gefallen das schlanke Design, das Notch-freie Display, die starke Performance, die zahlreichen Gaming-Funktionen und nicht zuletzt der deutlich günstigere Preis im Vergleich zu den Pro-Modellen.
Für das schlanke Gehäuse waren allerdings Kompromisse nötig: Die schwache Akkulaufzeit dürfte für viele der größte Kritikpunkt sein. Das mittelmäßige Kamerasystem und kleine Abstriche bei der Ausstattung fallen im Alltag hingegen weniger ins Gewicht. Schlussendlich positioniert sich das Redmagic 10 Air mit solidem Preis-Leistungs-Verhältnis in einer Mittelklasse-Nische, in der echte Gaming-Smartphones bislang rar sind.
Sony Xperia 10 VII
Kompakt und ausdauernd: Das neue Xperia 10 VII bietet 6,1-Zoll-OLED, eine bessere Kamera, lange Akkulaufzeit und längere Update-Garantie – reicht das zum Erfolg?
VORTEILE
- gute Akkulaufzeit
- Klinkenanschluss und microSD-Erweiterbarkeit
- gute Update-Versorgung
- IP68
NACHTEILE
- wenig Speicher
- kein Teleobjektiv
- altbackenes Design
- zu teuer
Sony Xperia 10 VII im Test: Kleines Smartphone mit guter Kamera
Kompakt und ausdauernd: Das neue Xperia 10 VII bietet 6,1-Zoll-OLED, eine bessere Kamera, lange Akkulaufzeit und längere Update-Garantie – reicht das zum Erfolg?
Mit dem Xperia 10 VII frischt Sony trotz schrumpfender Marktanteile seine Mittelklasse erneut auf. Statt des extrem schmalen 21:9-Formats früherer Modelle setzt der Hersteller dieses Mal mit 6,1-Zoll-Display auf ein handlicheres Design im 19,5:9-Verhältnis und endlich 120 Hertz. Neu sind auch der überarbeitete Kamerabalken, eine 50-Megapixel-Hauptkamera und ein 5000-mAh-Akku. Wie gewohnt gibt es einen dedizierten Kameraauslöser und einen Klinkenanschluss.
Im Inneren arbeitet ein Snapdragon 6 Gen 3 mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher, der sich – selten in dieser Preisklasse über 300 Euro – per microSD erweitern lässt. Zusammen mit dem langen Update-Versprechen soll das Xperia 10 VII attraktiver sein als sein Vorgänger Xperia 10 VI. Ob das gelingt, klärt der Test.
Design
Optisch bricht das Xperia 10 VII an zwei Punkten mit der bisherigen Designsprache der Serie: Die bisher vertikal angeordnete Kamera weicht einem breiten, pillenförmigen Kamerabalken, der sich fast über die gesamte Rückseite zieht – optisch klar an Googles aktuellen Pixel-Modellen angelehnt. Trotz der hervorstehenden Kameraeinheit liegt das Smartphone eben auf dem Tisch, ohne zu wackeln. Die matte Kunststoffrückseite mit leicht weicher, griffiger Oberfläche verhindert Fingerabdrücke, wirkt aber etwas weniger hochwertig als Glas oder Metall – vorrangig angesichts des Preises.
Das Design bleibt Sony-typisch kantig, wirkt aber durch den abgerundeten Rahmen angenehm handlich. Auf der rechten Seite sitzen Lautstärkewippe, Power-Taste mit integriertem Fingerabdrucksensor und der markentypische Kameraauslöser. Mit 153 × 72 × 8,3 mm und 168 g bleibt das Xperia 10 VII kompakt und auffallend leicht – gerade im Vergleich zu größeren Mittelklassemodellen. Gorilla Glass Victus 2 schützt die Front, IP68-Zertifizierung bietet Schutz gegen Staub und zeitweiliges Untertauchen. Dennoch weist Sony auf seiner Website wieder einmal darauf hin, dass „das Gerät […] nicht vollständig in Wasser eingetaucht werden“ dürfe – ein unnötiger Widerspruch.
Auf eine Notch verzichtet Sony weiterhin. Stattdessen behält das Xperia die typischen, etwas breiteren Ränder ober- und unterhalb des Displays. Das mag altmodisch wirken, hat aber praktische Vorteile: Die Frontlautsprecher strahlen direkt nach vorn, und es gibt keine störende Aussparung in Videos oder Spielen. Insgesamt überzeugt das Design durch Eigenständigkeit – es polarisiert, dürfte aber gerade eingefleischte Xperia-Fans ansprechen.
Sony Xperia 10 VII - Bilder
Display
Sony verbaut im Xperia 10 VII ein HDR-fähiges OLED-Display mit 6,1 Zoll und einer Auflösung von 2340 × 1080 Pixeln. Das neue Format im Verhältnis 19,5:9 liegt deutlich näher am Standard als das extrem schmale 21:9 des Vorgängers. Inhalte wirken mit über 420 PPI gestochen scharf, das Panel überzeugt mit kräftigen, aber natürlichen Farben und starken Kontrasten. Eine zentrale Verbesserung gegenüber dem Xperia 10 VI ist die Bildwiederholrate: Statt 60 Hertz bietet das Panel jetzt bis zu 120 Hertz. Das sorgt für spürbar flüssigeres Scrollen, weichere Animationen und ein insgesamt moderneres Bediengefühl.
Die maximale Helligkeit von bis zu 890 cd/m² reicht aus, um den Screen im Freien gut ablesbar zu halten, solange keine direkte Sonneneinstrahlung vorliegt. Insgesamt ist die Display-Qualität deutlich besser, als es die breiten Ränder vermuten lassen – sie wirken auf den ersten Blick etwas altmodisch. Ein echtes Always-on-Display bietet Sony weiterhin nicht.
Kamera
Die Kameras des Xperia 10 VII wurden im Vergleich zum Vorgänger leicht verbessert. Die Hauptkamera bietet jetzt 50 statt 48 Megapixel, allerdings mit einer minimal kleineren Blende von f/1.9 statt f/1.8. Ebenso bleibt die optische Bildstabilisierung (OIS) erhalten sowie der Phasenautofokus und die 4K-Videoaufnahme – allerdings weiterhin nur mit 30 Bildern pro Sekunde. Die zweite Kamera liefert 13 statt zuvor 8 Megapixel und dient als Weitwinkel. Einen optischen Zoom gibt es leider nicht.
Im Alltag entstehen mit der Hauptkamera detailreiche Aufnahmen mit natürlicher Farbwiedergabe. Dynamikumfang und Belichtungsautomatik liegen auf ausgeprägtem Mittelklasseniveau, auch Gegenlicht begegnet die Software mit zuverlässig arbeitendem Auto-HDR. Bei schwachem Licht hilft die OIS, Verwacklungen zu minimieren. Das Bildrauschen wird effektiv unterdrückt, teils aber zu aggressiv, wodurch feine Details verloren gehen. Insgesamt positioniert sich die Kamera im oberen Mittelfeld der Mittelklasse – von Sony als Kamerapionier dürfte man dennoch etwas mehr erwarten.
Die Weitwinkelkamera liefert bei Tageslicht ordentliche Ergebnisse, zeigt jedoch weniger Schärfe und Details als die Hauptkamera. An den Rändern sind leichte Unschärfen sichtbar, bei schwierigem Licht nimmt die Qualität deutlich ab. Für gelegentliche Landschafts- oder Gruppenaufnahmen reicht sie aus, für mehr nicht. Die 8-Megapixel-Frontkamera ist solide und liefert bei gutem Licht ansprechende Selfies sowie klare Bilder für Videoanrufe.
Die Kamera-App präsentiert sich im gewohnten Sony-Stil: übersichtlich im Automatikmodus, mit umfangreichen Optionen in den Pro-Modi und separaten Foto-Apps. Features wie Fokus-Peaking und manuelle Einstellungen bieten Fotoenthusiasten mehr Kontrolle als bei vielen Konkurrenten. Hier zeigt Sony seine Kamera-Expertise – schade nur, dass die Bildqualität, vorwiegend bei schwachem Licht, nicht ganz diesem Anspruch gerecht wird. Videos wirken insgesamt gut, allerdings führen die auf 30 FPS in 4K begrenzte Bildrate und daraus resultierende Ruckler bei Schwenks zu Abzügen.
Sony Xperia 10 VII - Originalaufnahmen
Ausstattung
Im Inneren des Xperia 10 VII arbeitet Qualcomms Snapdragon 6 Gen 3, ein aktueller Mittelklasse-Chip mit acht Kernen, gefertigt im 4-Nanometer-Verfahren. Dazu kommen 8 GB RAM und 128 GB interner Speicher – angesichts einer UVP von über 400 Euro eher knapp bemessen. Immerhin lässt sich der Speicher per microSD-Karte um bis zu 2 TB erweitern. Dual-SIM-Betrieb mit eSIM und einer physischen Nano-SIM ist ebenfalls möglich – ein inzwischen seltenes Feature.
Im Alltag reicht die Leistung für typische Aufgaben wie Social Media, Streaming und alltägliche Apps problemlos aus. Die Bedienung läuft flüssig, doch bei grafisch anspruchsvollen Spielen müssen die Nutzer Details reduzieren, um stabile Bildraten zu erzielen. In 3DMark Wild Life Extreme erreicht das Xperia 10 VII 870 Punkte, im PCMark Work 3.0 rund 10.675 Punkte.
Im Vergleich zum Vorgänger Xperia 10 VI mit Snapdragon 6 Gen 1 arbeitet der neue Chip spürbar schneller und effizienter. Im Benchmark-Vergleich bleibt das Smartphone aber weiterhin im unteren Bereich der aktuellen Mittelklasse – bei einem gemessen am Leistungsniveau recht hohen Preis.
Bei der Konnektivität zeigt sich Sony großzügig: 5G, Wi-Fi 6E, Bluetooth 5.4 mit aptX Adaptive und LDAC, NFC sowie GPS mit Glonass, Galileo, Beidou und QZSS sind an Bord. Dazu kommen ein klassischer 3,5-mm-Klinkenanschluss und USB-C, allerdings nur in der Version 2.0. Die nach vorn gerichteten Stereo-Lautsprecher klingen klar und werden ausreichend laut, allerdings mit wenig Bass. Dank der Ausrichtung profitieren Sprachverständlichkeit und Medienwiedergabe. Der seitlich integrierte Fingerabdrucksensor in der Power-Taste reagiert zuverlässig und schnell – ein Sensor im Display würde aber moderner wirken.
Software
Auf dem Xperia 10 VII läuft ab Werk Android 15 mit Sonys gewohnt schlanker Bedienoberfläche. Optisch bleibt vieles nah an reinem Android, ergänzt um typische Xperia-Elemente wie spezielle Kamera-Apps, Audio-Optimierungen und Komfortfeatures wie das Seitenleisten-Menü. Neu hinzukommen KI-Funktionen wie Circle to Search und die Integration von Google Gemini. Überflüssige Drittanbieter-Apps sind erfreulicherweise kaum vorinstalliert.
Ein großes Plus ist die Update-Politik: Sony garantiert vier große Android-Upgrades und sechs Jahre Sicherheits-Patches. Damit dürfte das Xperia 10 VII voraussichtlich bis etwa 2031 mit Updates versorgt werden – ein starkes Versprechen für ein Mittelklassemodell und auf Augenhöhe mit den Update-Vorreitern der Branche.
Angesichts der seit Jahren schrumpfenden Marktanteile von Sony im Smartphone-Geschäft bleibt jedoch die Frage, was länger Bestand hat: das zugesagte Software-Versprechen oder Sonys Engagement im Mobilmarkt selbst. Gerüchte über einen möglichen Rückzug kursieren schon länger – besonders nach den Problemen rund um das Xperia 1 VII.
Preis
Sony ruft für das Xperia 10 VII eine unverbindliche Preisempfehlung von 449 Euro auf. Im Rahmen des Black Friday liegt der aktuelle Straßenpreis bei 379 Euro. Erhältlich ist das Gerät in drei Farbvarianten: Schwarz, Weiß und Türkis. Alle Ausführungen bieten die gleiche Speicherausstattung.
Fazit
Das Sony Xperia 10 VII ist ein eigenständiges Mittelklasse-Smartphone, das bewusst nicht jedem gefallen will. Es punktet mit kompaktem, kantigem Design, klassisch breiten Display-Rändern, microSD-Slot, IP68-Schutz, Kopfhörerbuchse und dediziertem Kameraauslöser. Positiv fallen die gute Akkulaufzeit und das neue, lange Update-Versprechen auf, mit dem Sony endlich zur Konkurrenz aufschließt. Wirklich neu ist allerdings nur der quer verlaufende Kamerabalken – etwas wenig für eine neue Generation.
Die Ausstattung ist solide, gemessen am Preis jedoch teils knapp. Das 6,1-Zoll-OLED-Display mit 120 Hertz und kräftigen Farben überzeugt, dürfte aber heller sein. Die Hauptkamera mit optischer Stabilisierung liefert bei Tageslicht gute Bilder, schwächelt jedoch bei wenig Licht, während der Weitwinkel kaum zu gebrauchen ist. Ein Teleobjektiv fehlt, und 4K-Videos mit nur 30 fps sind in dieser Preisklasse zu wenig – dem Snapdragon-Chip geschuldet, der eher der unteren Mittelklasse entspricht. Seine Leistung genügt im Alltag, wirkt aber angesichts des Preises schwach. Auch das rein kabelgebundene, langsame Laden passt 2025 nicht mehr ganz in die Zeit – zumal weder Netzteil noch Kabel beiliegen.
Im Endeffekt richtet sich das Xperia 10 VII an eine kleine Zielgruppe, die klassische Anschlüsse, microSD-Erweiterung und flexible Kamerasteuerung schätzt. Wer mehr Leistung, ein Teleobjektiv oder ein rundum stärkeres Gesamtpaket sucht, wird bei der Konkurrenz leichter fündig.
Xiaomi 14T Pro
Ein Smartphone wie ein Flagship, ohne eines zu sein? Das neue Xiaomi 14T Pro verspricht starke Hardware zum vergleichsweise niedrigen Preis. Ob das gelingt, zeigt der Test.
VORTEILE
- lädt rasant
- tolle Kamera
- hervorragendes Display
- gute Akkulaufzeit
Xiaomi 14T Pro im Test: Top-Smartphone lädt in 25 Minuten
Ein Smartphone wie ein Flagship, ohne eines zu sein? Das neue Xiaomi 14T Pro verspricht starke Hardware zum vergleichsweise niedrigen Preis. Ob das gelingt, zeigt der Test.
Das neue Xiaomi 14T Pro folgt auf das Xiaomi 13T Pro. Mit der T-Reihe bietet Xiaomi jährlich je zwei Modelle, die man als abgespeckte oder zumindest überarbeitete Varianten seiner aktuellen Flagship-Smartphones betrachtet. Diese bieten dennoch hochwertige Technologie, schnelle Prozessoren und Telelinsen zu einem vergleichsweise niedrigen Preis.
Auf den ersten Blick verspricht das Gerät einige Highlights: eine 50-Megapixel-Telelinse, einen starken Prozessor, IP68 und ein ansprechendes Design. Damit bietet es Flagship-Features zum vergleichsweise niedrigen Preis. Ob es hält, was es verspricht, zeigt dieser Testbericht.
Design: Ist das Xiaomi 14T Pro wasserdicht?
Das Xiaomi 14T Pro gehört mit Abmessungen von 160,4 × 75,1 × 8,4 mm bei einem Gewicht von 209 g zu den größeren Smartphones. Einhändiges Bedienen ist hier nicht drin. Die Verarbeitung mit Metallrahmen und Glasrückseite wirkt sehr hochwertig und folgt einem klassischen sowie eleganten Design. Das Kameramodul mit seinen präsenten Ringen rund um die drei Linsen und dem LED-Blitz verbreitet Vintage-Charme. An die Eleganz der Top-Modelle Xiaomi 14 sowie Xiaomi 14 Ultra reicht die T-Reihe jedoch nicht heran.
Trotz der Größe liegt es gut in der Hand. Die Oberfläche ist recht unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken. Eine etwas schnöde, dunkelgraue Schutzhülle legt Xiaomi von Haus aus bei. Gegen Wasser ist das Xiaomi 14T Pro effektiv nach IP68 geschützt. Damit übersteht das Smartphone den Aufenthalt in Süßwasser für 30 Minuten in knapp einem Meter Tiefe.
Display: Wie hell ist der Bildschirm des Xiaomi 14T Pro?
In der Diagonale misst der Bildschirm wie beim Vorgänger 6,67 Zoll. Das OLED-Panel löst messerscharf mit 2712 × 1220 Pixel auf und zaubert dabei eine tolle Bildqualität auf die Anzeige. Farben wirken sehr lebendig, Kontraste sind ausgeprägt und Schwarzwerte tief wie die Nacht. Die Blickwinkelstabilität ist zudem aus allen Lagen gegeben.
Beachtlich ist die Aktualisierungsrate von 30 bis 144 Hz. Das liefert ein äußert geschmeidiges Bild ab, was besonders bei Spielen von Vorteil ist, aber auch beim Scrollen. Strahlend hell wird das Display – Xiaomi spricht hier von bis zu 4000 Nits im HDR-Modus bei aktiver Helligkeitsanpassung. Im Test konnten wir die Anzeige im Freien immer ablesen – auch bei Sonnenschein. Damit ist der Bildschirm absolut Flagship-tauglich.
Kamera: Wie gut sind Fotos mit dem Xiaomi 14T Pro
Neben der Hauptlinse mit 50 Megapixeln und f/1.6-Blende sowie optischer Bildstabilisierung (OIS) kommt eine Telelinse mit ebenfalls 50 Megapixeln und f/1.9-Blende sowie ein Ultraweitwinkelobjektiv mit 12 Megapixeln und f/2.2 zum Einsatz. Die Selfie-Kamera in der Punch-Hole-Notch vorn löst mit 32 Megapixeln auf.
Es stehen grundsätzlich zwei Modi zur Auswahl: Leica Authentic und Leica Lebendig. Die erste Variante wirkt natürlicher und weniger kräftig bei den Farben. Der lebendige Modus bietet höhere Kontraste und sattere Farben mit stärkerer Sättigung. Im Porträtmodus wiederum emuliert die Kamera-App vier Festbrennweiten von Leica (35, 50, 75 und 90 mm). Dazu kommen noch zahlreiche Farbfilter von Leica, die man über die Bilder legen kann. Zudem gibt es viele Einstellungsmöglichkeiten für Experten.
Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Das Xiaomi 14T Pro schießt richtig gute Fotos mit der Hauptkamera, bei Tag wie bei Nacht. Bilddetails sind ausgeprägt, der Dynamikumfang hoch. Selbst Aufnahmen mit zweifachem digitalem Zoom sehen noch sehr detailliert aus. Bei Dunkelheit hilft der Nachtmodus – zudem macht sich dann der OIS positiv bemerkbar.
Die Telelinse bietet einen 2,6-fachen optischen Zoom, der detaillierte Bilder hervorzaubert. Bei Dunkelheit lässt dieser jedoch deutlich nach, da die Blende nicht lichtempfindlich genug ist. Das Ultraweitwinkelobjektiv fällt da nicht nur bei der Auflösung etwas zurück, sondern weicht farblich etwas ab im Vergleich zur Hauptlinse. Selfies sehen ebenfalls sehr detailreich und scharf, zudem gelingt das Bokeh im Porträtmodus hervorragend.
Videos sind mit der Hauptkamera mit 8K bei 30 FPS oder 4K bei 60 FPS möglich. Die Selfie-Kamera schafft hier 4K mit 30 FPS oder Full-HD mit 60 FPS.
Xiaomi 14T Pro - Originalaufnahmen
Ausstattung: Wie stark ist der Prozessor des Xiaomi 14T Pro?
Einer der größeren Unterschiede der T-Reihe ist der Prozessor. Statt Snapdragon 8 Gen 3 von Qualcomm gibt es den Dimensity 9300+ von Mediatek. Dieser liefert starke Leistung, kann aber nicht ganz mit dem Pendant von Qualcomm mithalten. Bei PCmark kommen wir auf starke 15.500 Punkte, bei Wild Life Extreme von 3Dmark auf 3700 Punkte. Damit entspricht die Performance etwa dem Stand eines Snapdragon 8 Gen 2. Das ist für die meisten Anwendungsfälle, inklusive Gaming, auch mehr als genug. Der Prozessor zeigt sich erfreulich resilient und erreicht beim Stresstest von Wild Life Extreme hohe Stabilität von 69 Prozent.
Serienmäßig hat das 14T Pro 12 GB RAM und wird mit internem Speicher zu je 256 GB, 512 GB sowie 1 TB angeboten. Nachrüsten per microSD-Karte ist nicht möglich, bei der Menge an internem Speicher aber auch nicht unbedingt nötig. Die Schnittstellen für kabellose Konnektivität sind auf dem neuesten Stand: 5G, Wi-Fi 7 sowie Bluetooth 5.4 (LDAC, LHDC, AAC), NFC und Infrarot-Port. Zwei Schwachstellen fallen aber auf, die in der Reizblase wirklich nicht sein müssen: Der Anschluss bietet nur langsames USB-C 2.0, Ultra Wide Band (UWB) fehlt.
Die Navigation per Multiband-Funktion erfolgt mittels GPS, Glonass, Beidou, Galileo und Navic. Die Genauigkeit ist mit knapp zwei Metern laut GPS-Test sehr gut. Der Fingerabdruckleser sitzt unten im Display und arbeitet flott und verlässlich. Die Lautsprecher liefern zudem einen klaren und deutlichen Klang.
Software: Wie lange gibt es Updates?
Das Xiaomi 14T Pro kommt mit Android 14 und der Bedienoberfläche Hyper OS zum Kunden, diese erinnert stark an iOS oder EMUI. Einen App-Drawer kann man auf Wunsch aktivieren sowie auf Gesten-Steuerung oder klassische Android-Icons setzen. Käufer können mit vier Android-Updates und für fünf Jahre Sicherheits-Patches rechnen. Zum Testzeitpunkt (27.09.2024) stammt der Patch aus September – das ist auf dem neuesten Stand.
Akku: Wie lange läuft das Xiaomi 14T Pro?
Zum Einsatz kommt ein üppiger Akku mit rund 5000 mAh. Wir erreichen im Battery Test von PCmark im simulierten Betrieb bei 200 cd/m² Helligkeit rund 13 Stunden. Das ist ein starker Wert. Über einen Tag kommt man mit dem Xiaomi 14T Pro gut – bei spärlicher Nutzung sind auch zwei Tage drin. Letzten Endes hängt die Akkulaufzeit immer stark von der Nutzung ab. Wer zockt, bei Sonnenschein das Gerät nutzt oder viel navigiert, verkürzt die Laufzeit deutlich.
Richtig flott kann das Xiaomi 14T Pro laden. Bis 120 Watt sind mit PD+ möglich. Damit ist das Smartphone in 25 Minuten vollständig aufgeladen. Nach 10 Minuten hat man bereits rund 50 Prozent nachgeladen. Allerdings legt Xiaomi kein Ladegerät bei. Natürlich kann man mit jedem Netzteil laden, wer aber dieses Tempo nutzen möchte, benötigt ein passendes und kompatibles Gerät dafür. Im Test klappte das einwandfrei mit einem 120-Watt-Netzteil mit PD+ von Ulefone. Mit anderen Ladegeräten vergingen aber fast zwei Stunden, bis der Akku voll war.
Immerhin kann man das Netzteil direkt bei Xiaomi für einen symbolischen Preis von einem Euro ordern. Da wirkt der Hinweis auf Müllvermeidung gleich glaubhafter, als wenn man den vollen Preis aufrufen würde. Eine große Verbesserung zum Vorgänger: Induktives Laden per Qi ist jetzt möglich – und zwar mit bis zu 50 Watt.
Preis: Wie viel kostet das Xiaomi 14T Pro?
Die UVP liegt bei 800 Euro. Das Xiaomi 14T Pro mit 512 GB kostet mittlerweile 476 Euro. Mit 1 TB sind es 600 Euro. Erhältlich ist es jeweils in den Farben: Schwarz, Grau und Blau.
Fazit: Lohnt sich der Kauf?
Mit dem Xiaomi 14T Pro bringen die Chinesen einen richtig starken Nachfolger des Pro-Modells der T-Reihe. Das Gerät ist nicht nur deutlich schicker, sondern auch schneller und schießt richtig gute Fotos – eigentlich wie ein Flagship, ohne eins zu sein.
Schwächen hat das Smartphone wenige: Klar, Geräte mit aktuellem Snapdragon-Chip sind noch performanter, aber der Mediatek-Chip des Xiaomi 14T Pro liefert genug Reserven auch für die Zukunft. Nicht ganz überzeugt sind wir von der Bedienoberfläche, die Bloatware und teils Werbung mit sich bringt. USB-C 2.0 in dieser Preisklasse darf ebenfalls nicht mehr sein. Dennoch, wer Top-Technik bei Android sucht, ohne in den vierstelligen Preisbereich gehen zu müssen, wird beim Xiaomi 14T Pro fündig. Das Gerät ist sehr nah am Flagship-Niveau.









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