Tesla Cybercab: Tests in Austin ohne Lenkrad und Pedale

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Der Elektroautobauer Tesla hat in der texanischen Großstadt Austin mit der Erprobung einer Serienversion seines Cybercab begonnen. Das zweisitzige elektrische Fahrzeug soll ohne Lenkrad und Pedale auskommen und mit dem Tesla Autopilot vollständig autonom fahren. Die Testfahrten finden derweil noch mit einem Fahrer auf dem Beifahrersitz statt, wie aus einem von Tesla auf der Plattform X geposteten Kurzvideo hervorgeht. Der 26-sekündige Clip zeigt Teslas Cybercab bei der Fahrt auf einer Landstraße mit Gegenverkehr.

Der Test erfolgt fast zwei Jahre nach der Vorstellung des Designs des Cybercab. Vor rund einem Jahr startete Tesla, ebenfalls in Austin sowie San Francisco, testweise einen Robotaxi-Dienst mit Einschränkungen. Bei den dort verwendeten Model-Y-Fahrzeugen von Tesla musste aus Sicherheitsgründen ein Aufpasser im Beifahrersitz mitfahren, der notfalls eingreifen kann. In den vergangenen Wochen hat Tesla laut dem US-Techportal TechCrunch in verschiedenen US-Städten Prototypen des Cybercab getestet, die noch mit Lenkrad und Pedalen ausgestattet waren.

Ob das Unternehmen endlich ein Robotaxi-Netzwerk im großen Stil startet, dürfte sich bald entscheiden. In der vergangenen Woche stellte die US-Verkehrssicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) einen Vorschlag vor, der für ausschließlich autonom fahrende Fahrzeuge kein Bremspedal mehr vorschreiben würde. Dieser Vorschlag werde voraussichtlich im Laufe dieses Jahres verabschiedet, so TechCrunch. Damit entfiele eine wichtige Hürde für Teslas Robotaxi-Dienst.

Im Januar versprach Tesla-Chef Elon Musk, dass sein Unternehmen in den Vereinigten Staaten bis Ende dieses Jahres ein breites Netz fahrerloser Robotaxis anbieten wird. In Austin nahm Tesla den Betrieb vollautonom fahrender Taxis auf. Dieser ist allerdings auf eine begrenzte Zahl von Autos beschränkt. Es gibt zudem Zweifel, wie zuverlässig Teslas Robotaxis fahren können, denn anders als etwa die autonomen Taxis von Marktführer Waymo orientieren sich die von Tesla eingesetzten Fahrzeuge lediglich mit Kameras in ihrer Umgebung. An Bord gibt es keine teureren Laser-Radare.

Sollte Teslas Vorhaben aber aufgehen, hätte der Konzern einen erheblichen Kostenvorteil gegenüber Waymo und anderen Anbietern. Zumal Tesla im Gegensatz zu Waymo, das bei der Fahrzeugbeschaffung auf Partnerschaften mit Marken wie Jaguar und der chinesischen Geely-Tochter Zeekr setzt, seine Fahrzeuge und die Fahrsoftware selbst entwickelt, was ebenfalls eine bessere Kostenkontrolle ermöglichen dürfte.

Teslas Konkurrent Waymo ist schon weiter und hat angekündigt, in diesem Jahr in 20 Städten in den USA und im Ausland zu expandieren, darunter Dallas, Orlando, Nashville und London. Bislang fahren Waymos autonome Taxis in einem halben Dutzend US-Städten. Im Januar wurde das Netz um Miami erweitert. Zudem sammelte Waymo Anfang des Jahres in einer Finanzierungsrunde mehr als 16 Milliarden US-Dollar ein. Das frische Kapital soll eingesetzt werden, um den Ausbau seines Robotaxi-Dienstes in den USA sowie den Eintritt in globale Märkte zu befeuern. In New York erhielten die Expansionspläne zuletzt allerdings einen Dämpfer.

Im vergangenen Jahr verdreifachte Waymo sein jährliches Volumen auf 15 Millionen Fahrten und knackte die Marke von insgesamt 20 Millionen Fahrten. Wöchentlich absolviert das Unternehmen mittlerweile mehr als 400.000 bezahlte Fahrten und strebt laut Medienberichten bis Ende dieses Jahres mehr als eine Million bezahlte Robotaxi-Fahrten pro Woche in den USA an. Tesla ist von alldem noch ein ganzes Stück entfernt.

(akn)

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