Sunbird: Android-App soll wieder iMessage können – technische Umsetzung geheim

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Die Nutzung von Apples iMessage-Kommunikationsdienst ist nach wie vor nur auf Mac, iPhone, iPad, Apple Watch und Vision Pro beschränkt – und wenn es nach Apple geht, wird das auch so bleiben. Wer Android hat, muss auf andere Apps wie Signal ausweichen oder RCS verwenden, das Apples Nachrichten-App mittlerweile unterstützt. Die Macher der Sunbird-App für Android hatten bereits 2024 versucht, mittels Reverse Engineering Abhilfe zu schaffen und iMessage offiziell auf Geräte mit Google-Betriebssystem zu holen. Der Versuch scheiterte dann allerdings zunächst, unter anderem aufgrund massiver Sicherheitsprobleme sowie offenbar auch durch Maßnahmen seitens Apple. Nun versucht es die App erneut, wie Macher Danny Mizrahi gegenüber Mac & i mitteilte. Die Art der Umsetzung bleibt allerdings speziell – und setzt viel Vertrauen seitens der User voraus.

Sunbird ist zudem nicht kostenlos. Die App kann 14 Tage gratis getestet werden, danach fallen 2,99 US-Dollar im Monat oder 24,99 US-Dollar im Jahr an. Vermarktet wird die Anwendung als „Multimessenger“: Sie soll eine zentrale Inbox für iMessage, Google Messages und SMS sein. WhatsApp und Facebook Messenger will man noch in diesem Jahr unterstützen. Sunbird argumentiert, auch die Unterstützung von RCS durch Apple habe die Kluft zwischen iOS und Android nicht verringert. „Das eigentliche Problem ist, dass ein Android-Nutzer in einem Gruppenchat immer noch für alle anderen das Erlebnis beeinträchtigt: Reaktionen, Antworten, Videos in hoher Qualität und die Gruppenverwaltung funktionieren oft einfach nicht“, sagt Mizrahi.

Sunbird nutzt laut den Machern dieses Mal kein Reverse Engineering des iMessage-Protokolls. Stattdessen nutzt die App pro Nutzer eine eigene macOS-Umgebung samt Nachrichten-App. Dazu muss man das Vertrauen haben, Sunbird sein Apple-Account-Passwort mitzuteilen – samt Zwei-Faktor-Zustimmung. Mizrahi betont, dass das Passwort sofort nach Etablierung der Session vernichtet werde, auch der Authentification-Token werde nicht gespeichert. Von Apple hat Sunbird bislang nichts gehört, obwohl das Unternehmen bereits seit 2022 an dem Thema arbeitet.

Inhalte, die über die macOS-Instanzen an Sunbird auf dem Android-Handy weitergeben werden, will das Unternehmen auch nicht speichern. Diese blieben nur so lange im System, bis die ausgeliefert seien. Auch die Konversationsgeschichte bleibe nur auf den Geräten. Verschlüsselungsmaterial werde automatisch gelöscht. Laut Mizrahi hat sich das Unternehmen zudem einem unabhängigen Sicherheitstest unterzogen, zu dem sich auf der Website einige Angaben finden.

Selbst wenn man Sunbird nach all diesen Versicherungen vertraut, könnten die Macher künftig Probleme mit Apple bekommen: Es gibt offiziell keinen mit der macOS-Lizenz zu vereinbarenden Weg, das Betriebssystem in Containern auf einem Server zu verwenden. Die Alternative wäre, dass Sunbird pro Nutzer echte Macs verwendet, doch das dürfte sehr schnell sehr teuer werden. Wie genau die Serverinfrastruktur aufgebaut wurde, wollte Mizrahi auf Nachfrage „aus Sicherheitsgründen“ nicht beantworten.

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(bsc)

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