macOS kommt auf das iPad – nach Jailbreak

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Nach wie vor gibt es keinen Apple-Rechner mit Touchscreen: macOS ist standardmäßig für die Bedienung per Maus oder Trackpad ausgelegt. Umgekehrt müssen auch mächtige iPads mit M4- oder M5-Prozessor mit dem abgespeckten iPadOS auskommen, auch wenn Apple es immer Desktop-mäßiger gestaltet. Nun ist es einer Gruppe von Bastlern gelungen, mittels Jailbreak ein „echtes“ macOS auf ein Apple-Tablet zu holen. Der Hack hat allerdings einige sehr spezielle Voraussetzungen sowie Nachteile.

Das Projekt namens Virtual Mac on iPad funktioniert offiziell nur mit drei verschiedenen iPad-Modellen. Das alleine wäre nicht das Problem. Allerdings muss auf den Geräten eine ältere iPadOS-Version laufen, für die ein Jailbreak zur Verfügung steht – und in vielen Fällen dürften die Tablet-Besitzer bereits deutlich neuere Versionen betreiben. Da Apple die Rückkehr zu älteren Betriebssystemen versperrt, ist dann auch die Nutzung von Virtual Mac on iPad nicht möglich.

Aktuell läuft die macOS-Nutzung über den Hack nur auf dem iPad Pro mit M1- und M2-Chip sowie dem iPad Air M1. Die Geräte müssen iPadOS 14 bis iPadOS 16.3.1 nutzen, alle neueren iOS-Versionen sind nicht verwendbar. iOS 16.3.1 war im Februar 2023 erschienen. Die Installation erfolgt in Schritten: So muss man zunächst einen Jailbreak durchführen (Anleitung auf der oben verlinkten Projektseite) und dann das passende Repository in Sileo anlegen und dann Virtual Mac on iPad installieren. Immerhin: Die Auswahl der macOS-Versionen, die auf dem iPad laufen, ist groß: Es geht alles von macOS 12 (Monterey) bis macOS 26 (Tahoe). Selbst die Beta von Golden Gate (macOS 27, erscheint vermutlich im September) wird unterstützt.

Die Macher von Virtual Mac on iPad teilen mit, dass die Systeme bis auf Golden Gate „voll unterstützt“ werden. Man kann unter anderem Xcode verwenden sowie Logic Pro in der Trial-Variante für macOS 14 und neuer. Selbst eine Touchscreen-Steuerung ist möglich, es wird also kein Magic Keyboard erzwungen. Laut der Macher von Virtual Mac on iPad klickt man mit einem Finger (Tap to Click) und kommt mit zwei Fingern ans Kontextmenü. Es gibt zudem eine virtuelle Tastatur. Das Overlay (HUD) lässt sich auf dem Bildschirm verschieben.

Momentan ist unklar, ob künftig auch neuere iPadOS-Versionen unterstützt werden. Mit iPadOS 16.4 hatte Apple im XNU-Kernel die Hypervisor-Unterstützung gestrichen. Somit fehlt eine zentrale Funktion, um die macOS-Nutzung zu ermöglichen – wie diese wiederhergestellt werden kann, bleibt unklar. Immerhin: Einen Jailbreak bis hoch auf iOS 26.0.1 gibt es mittlerweile, allerdings nur für Maschinen mit A8 bis A13. Was die Performance anbetrifft: Laut der Macher von Virtual Mac on iPad ist diese für Standardaufgaben „exzellent“. Es ist unterdessen nicht zu erwarten, dass sich Apple von dem Projekt inspirieren lässt – stattdessen soll der Konzern mit dem MacBook Ultra im Herbst erstmals einen Mac mit zusätzlichem Touchscreen planen.

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(bsc)

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