Diplomatischer Eklat Was hinter dem Streit über das Sudetentreffen mit Söder steckt
Erstmals wollen die Sudetendeutschen ihr Jahresfest auf der tschechischen Seite austragen. Das sorgt für Widerstand in Prag – auch die AfD spielt dabei eine Rolle. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Konflikt.
15.05.2026, 18.18 Uhr
Rechtsextreme protestieren in Tschechien gegen das Sudetentreffen
Foto: Vaclav Salek / CTK / picture allianceSie können den Artikel leider nicht mehr aufrufen. Der Link, der Ihnen geschickt wurde, ist entweder älter als 30 Tage oder der Artikel wurde bereits 10 Mal geöffnet.
Erstmals will die Sudetendeutsche Landsmannschaft ihren »Sudetendeutschen Tag« Ende Mai nicht in Deutschland, sondern in Tschechien ausrichten – in Brünn. Das ist symbolisch aufgeladen, weil der Verband für Flucht und Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung aus der damaligen Tschechoslowakei nach 1945 steht. In Tschechien löst der Ort der Veranstaltung Proteste aus, vorrangig im rechten Spektrum. Auch auf deutscher Seite versuchen Rechtsaußen-Akteure, das Thema für ihre Agenda zu nutzen.
Was sind die Sudetendeutschen?
Mit »Sudetendeutsche« sind die rund drei Millionen deutschsprachigen Menschen gemeint, die bis zum Zweiten Weltkrieg in den böhmischen Ländern lebten – also in Gebieten der damaligen Tschechoslowakei. Nach dem Ende des Krieges wurden große Teile dieser Bevölkerung vertrieben oder flohen. Der damalige Präsident der Tschechoslowakei, Edvard Beneš, sorgte mit einer Reihe von Dekreten zugleich dafür, dass diese Menschen enteignet wurden. Für viele Familien, auch für die Nachfahren der Vertriebenen, ist das bis heute ein prägender Teil der eigenen Biografie – und zugleich ein politisch empfindliches Kapitel der europäischen Geschichte.
Was hat es mit dem »Sudetendeutschen Tag« auf sich?
Der Sudetendeutsche Tag ist das jährliche Treffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Für Teilnehmende ist es ein Ort des Gedenkens, der Begegnung und der Traditionspflege – oft verbunden mit Reden prominenter Politikerinnen und Politiker.
Politisch ist das Treffen seit jeher, weil es um Deutungen von Geschichte geht: um das Leid durch Flucht und Vertreibung, aber auch um die Frage, wie stark die Vorgeschichte – NS-Besatzung, deutsche Kriegsverbrechen und das Münchner Abkommen von 1938 – im öffentlichen Erinnern mitgedacht wird. Diese Balance entscheidet darüber, ob das Treffen als Versöhnungsformat wirkt oder als Rückfall in alte Feindbilder.
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