Heute bleibt die Glotze schwarz: Schiedsrichter Felix Bickel beim Spiel Münster gegen Hertha
Foto:RHR-FOTO / IMAGO
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Der Mann in Schwarz sah schwarz. Schiedsrichter Felix Bickel stand vor dem Bildschirm am Spielfeldrand der Zweitligapartie Preußen Münster gegen Hertha BSC und wollte sich eine strittige Elfmetersituation anschauen. Aber er sah – nichts.
Ein Fan hatte dem Fernseher zuvor den Stecker gezogen, kurz darauf zeigten die Ultras ein entsprechendes Plakat.
Im Bundesligaspiel Köln gegen Dortmund ereiferte sich derweil Kölns Stadionsprecher über einen nach seiner Ansicht dem FC verwehrten Handelfmeter. Weil er das übers Stadionmikrofon tat, erwartet ihn jetzt eine Strafe des DFB.
In der Kolumne »Haltungsnote« würdigen oder kritisieren wir jede Woche besondere Auftritte in der Sportwelt.
Der Videobeweis ist ein Quell steter Aufregung. Seit diesem Wochenende kann man das Gefühl haben: Es bleibt nicht mehr beim genervten Geraune über den VAR. Der Unmut wird öffentlich im Stadion ausgetragen.
Es scheint eine Grenze erreicht zu sein, im Schiedsrichterdeutsch könnte man sagen: die kalibrierte Linie. Die »FAZ« sorgt sich bereits um den »Anstand«.
Ein Fan, der dem TV-Bild des Unparteiischen den Strom abdreht und ihn dazu zwingen will, wieder seinem persönlichen Eindruck zu vertrauen, ist zuvörderst allerdings Ausdruck einer Sehnsucht: dass ein Referee die alleinige Entscheidung fällt und man sich dann über ihn erregen darf.
Und nicht über eine anonym wirkende Institution, die nicht umsonst den sinistren Beinamen Kölner Keller hat.
Der Keller ist ein dunkler Ort. Dunkel wie die Mattscheibe des Felix Bickel.
Der entschied letztlich auf Elfmeter – nicht weil er das so erachtet, sondern weil die Kollegin im Kölner Keller ihm das nahegelegt hatte.
Einige Tage zuvor sind die DFB-Fußballerinnen in ihre WM-Qualifikation gestartet. Dort gibt es keinen Videobeweis-Einsatz.
Beim Spiel gegen Slowenien lag das Schiedsrichtergespann bei Abseitsentscheidungen fünfmal daneben.

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