Versteckt in einem Kofferraum flüchtete er einst aus El Salvador in die USA. Nun wird Evelio Menjivar-Ayala neuer Bischof in West-Virginia.
Aktualisiert am 2. Mai 2026, 12:49 Uhr Quelle: DIE ZEIT, KNA, löw
Der Papst macht in den USA ausgerechnet einen Priester zum Bischof, der selbst illegal in die USA einwanderte. Wie der Vatikan am Freitag mitteilte, berief Leo XIV. Evelio Menjivar-Ayala zum Bischof von Wheeling-Charleston in West Virginia. Der Bundesstaat gilt als Hochburg der Republikaner.
Präsident und Papst hatten sich zuvor einen verbalen Schlagabtausch geliefert, zuletzt versuchte das Kirchenoberhaupt, die Lage zu beruhigen. Die Migrationspolitik und insbesondere das Vorgehen der Behörde ICE gegen Einwanderer ist neben dem Irankrieg ein wesentlicher Punkt des Konflikts zwischen US-Regierung und katholischer Kirche. Bereits im November 2025 hatte die Konferenz der Bischöfe in den USA in einer seltenen Erklärung den Umgang der Trump-Regierung mit Migranten missbilligt.
Mit einem Rucksack voller Träume
In West-Virginia verloren viele Arbeiter durch den Niedergang des Kohle-Bergbaus ihre Jobs. Bei der Präsidentschaftswahl 2024 gingen 70 Prozent der abgegebenen Stimmen in dem Bundesstaat an Donald Trump.
Wie die Washington Post und der Guardian berichteten, war Menjivar-Ayala 1990 als 20 Jahre alter Flüchtling aus El Salvador im Kofferraum eines Autos illegal über die mexikanische Grenze bei Tijuana in die USA eingereist. Er habe nur eine Garnitur Wechselwäsche im Rucksack gehabt, aber dafür eine Menge Träume, sagte der heute 55-Jährige. Seine künftige Diözese von Wheeling-Charleston umfasst den gesamten US-Bundesstaat West Virginia. Die rund 110.000 Katholiken bilden dort eine Minderheit unter den 1,8 Millionen Einwohnern.
Der designierte Bischof und sein Vorgänger Mark Brennan kündigten den Wechsel an der Spitze des Bistums am Freitag auf einer Pressekonferenz in Wheeling an. Dabei sagte Menjivar-Ayala, seine »einzige Agenda« bestehe darin, den Menschen im Bistum nach Kräften zu dienen sowie »gemeinsam im Glauben und in der Treue zu Christus zu wachsen«.
Aus dem Bürgerkrieg geflohen
Vor seiner Versetzung nach West Virginia wirkte Menjivar-Ayala dreieinhalb Jahre als Weihbischof in der Hauptstadt Washington DC. Er war damals der erste aus Mittelamerika stammende Bischof in den USA. Die Provinz Chalatenango in El Salvador, aus der Menjivar-Ayala stammt, war in den 1980er Jahren Schauplatz blutiger Konflikte im salvadorianischen Bürgerkrieg.

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