„Strategischer Fehler“ : Von der Leyen bereut Abkehr von Atomkraft – und plant „Renaissance der Kernenergie“ in Europa

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EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Abkehr von Atomkraft als einen „strategischen Fehler“ bezeichnet. Europa habe damit „einer zuverlässigen, erschwinglichen und emissionsarmen Energiequelle den Rücken gekehrt“, sagte die Deutsche am Dienstag bei einer Rede in Paris. Die EU sei weder ein Öl- noch ein Gasproduzent.

Zugleich kündigte sie am Dienstag auf einem Atomenergie-Gipfel in Frankreich künftige Risiko-Absicherungen der EU in Höhe von 200 Millionen Euro für private Geldgeber an, die in neue Atomtechnologien investieren.  „Europa soll ein globales Zentrum der Kernenergie der nächsten Generation werden. Die Mittel dafür werden aus unserem Emissionshandel kommen“, sagte von der Leyen. „In den letzten Jahren erleben wir eine weltweite Renaissance der Kernenergie. Und Europa will an dieser Renaissance teilhaben“.

Neue Technologie soll in Europa bis Anfang der 2030er Jahre einsatzbereit sein

Dafür legte von der Leyen eine europäische Strategie für kleine modulare Reaktoren vor. „Unser Ziel ist einfach: Wir wollen, dass diese neue Technologie in Europa bis Anfang der 2030er Jahre einsatzbereit ist“, sagte von der Leyen. Die kleinen Reaktoren sollten neben den herkömmlichen Kernreaktoren eine Schlüsselrolle bei einer flexiblen, sicheren und effizienten Energieversorgung spielen.

Um die Entwicklung der Mini-Atomkraftwerke voranzutreiben, sollten Vorschriften über die Grenzen hinweg angeglichen werden, sagte die EU-Kommissionschefin. Das Geschäftsmodell der modularen Reaktoren sei auf Skalierung angewiesen und die Kooperation über die europäischen Grenzen hinweg von entscheidender Bedeutung. „Der Grundgedanke ist einfach: Wenn der Einsatz einer Technik sicher ist, muss es einfach sein, sie überall in Europa einzusetzen.“ (AFP/Reuters/dpa)

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