SpaceX: So können auch deutsche Anleger am Rekord-Börsengang teilnehmen

vor 2 Stunden 1

Für den IPO beschreitet SpaceX ungewöhnliche Wege. Bis zu 25 Prozent der ausgegebenen Aktien könnten an Privatanleger gehen, zeigen Daten des Finanzdienstes Bloomberg. Das ist ein ungewöhnlich hoher Wert. Üblicherweise liegt dieser Anteil bei circa zehn Prozent.

Auch deutsche Privatanleger können sich am SpaceX-Börsengang beteiligen, zeigen Recherchen des Handelsblatts. Dabei gibt es mehrere Alternativen.

Doch damit ist der Neobroker nicht allein. Neben dem Fintech-Unternehmen Revolut und Onlinebroker Degiro planen auch unter anderem ING oder Comdirect entsprechende Angebote.

Seltene Möglichkeit für Privatanleger

Deutsche Privatanleger haben nur selten Zugang zu US-Börsengängen. In der Praxis werden diese überwiegend über Brokernetzwerke und Investmentbanken abgewickelt und sind damit meist institutionellen Investoren vorbehalten.

Bei einem IPO wird die Neuemission von einem sogenannten Emissionskonsortium begleitet, dem mehrere Finanzinstitute angehören. Dieses platziert die angebotenen Aktien innerhalb der Zeichnungsfrist bei Investoren. Für private Anleger ist die Teilnahme an Zeichnungen oft schwierig, da sie hierfür einen Broker benötigen, der auch einen entsprechenden Zugang hat.

Genau diesen will Trade Republic im Fall von SpaceX nun ermöglichen. Bemerkenswert ist dies vor allem deshalb, weil Trade-Republic-Nutzer bislang keine Möglichkeit hatten, sich an Neuemissionen zu beteiligen. Bei SpaceX ist es erstmals anders: Die Teilnahme soll laut Website des Neobrokers gegen eine Abwicklungskostenpauschale von einem Euro direkt in der App verfügbar sein.

Der Onlinebroker Degiro kündigte am Donnerstagabend in einer E-Mail an seine Kunden an, „als Vermittler für Privatanleger“ beim IPO von SpaceX bestätigt worden zu sein. Die britische Neobank Revolut wirbt auf ihrer Internetseite damit, als „Retail-Intermediär“ bestätigt worden zu sein, um Privatkunden Zugang zum Zeichnungsprozess für SpaceX-Aktien zu ermöglichen. Anleger sollen sich anmelden, ein Investmentkonto eröffnen und auf weitere Informationen warten.

IPO-Zugang nicht nur über Onlinebroker

Auch Kunden der Bank ING sollen Zugang zur Zeichnung der SpaceX-Anteilscheine erhalten. „Sie können dann über unser Brokerage beziehungsweise Onlinebanking die Transaktion vornehmen“, sagt ein Sprecher der Bank.

Bei der Comdirect wird die Aktie nach Prospektfreigabe ebenfalls zu zeichnen sein: Im „persönlichen Bereich“ für Kunden auf deren Internetseite soll dort eine Erfassungsmaske für SpaceX eingerichtet werden, in der Kunden ihre Aufträge erteilen können. „Diese Aufträge sind dann bis zur Zuteilung im Orderbuch zu sehen. Nach Ende der Zeichnungsfrist werden die Zuteilungen als ‚ausgeführt‘ im Orderbuch und in der Depotübersicht aufgeführt, sodass ein Verkauf möglich ist, sobald SpaceX handelbar ist und Kurse vorhanden sind“, erklärt eine Sprecherin der Comdirect.

Weitere Banken könnten Kunden die Zeichnung ermöglichen, heißt es aus Finanzkreisen. Offizielle Bestätigungen stehen hier aber noch aus.

Ob alle Anleger dann aber auch eine Zuteilung von SpaceX-Aktien erhalten, bleibt offen. Experten erwarten eine hohe Nachfrage, das IPO könnte mehrfach überzeichnet sein. Anleger könnten dann nur einen Bruchteil der gezeichneten Aktien erhalten oder auch komplett leer ausgehen.

Das ist eine Bewertung, die sich fundamental nur sehr schwer rechtfertigen lässt. Daniel BauerSchutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK)

Privatanleger sollten allerdings keinem Hype folgen und die Aktie nicht blind kaufen, warnt Daniel Bauer, Vorstandsvorsitzender der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) in Deutschland. Denn die Bewertung der SpaceX-Aktie ist hoch.

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Viel Zukunftshoffnungen eingepreist

Bauer stellt daher fest: „Das ist eine Bewertung, die sich fundamental nur sehr schwer rechtfertigen lässt.“ Ein tragfähiges Geschäftsmodell sieht der SdK-Experte vor allem beim Satellitengeschäft Starlink. „Alles andere – Nasa/Esa-Services, Raumstationen, Mining, Mars-Fantasien – ist spannend, aber damit kann man die heutige Bewertung aus meiner Sicht nicht seriös einpreisen“, sagt Bauer.

Das bedeute nicht, dass die Aktie nicht steigen könne, sagt er weiter: Denn Bauer rechnet mit einer großen Nachfrage von privaten und institutionellen Investoren, die auf wenige verfügbare Aktien treffen. Es gehen nur rund fünf Prozent des Unternehmens in den freien Handel. „Ob die Bewertung danach hält, entscheidet sich an Wachstum und Skalierung – sonst ist das schnell eine Blase“, sagt der Aktionärsschützer.

Franco Granda vom US-Analysehaus Pitchbook mahnt Anleger daher zu Besonnenheit. Er hält die angestrebte Bewertung von über 1,7 Billionen Dollar für „mehr als erklärungsbedürftig“: Sie spiegle vor allem das Potenzial von Starship und der KI-Infrastruktur von SpaceX wider – also Segmente, deren Erfolg noch nicht bewiesen sei.

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