Afghanische Regierungsbeamte dürfen nach einer Anordnung der Taliban ihre Smartphones nicht mehr nutzen. Verstöße sollen bestraft werden – jedoch ist unklar, wie.
Quelle: DIE ZEIT, AFP 17. Juni 2026, 19:36 Uhr
Die islamistische Taliban-Führung hat angeordnet, dass afghanische Regierungsbeamte in weiten Teilen des Landes ihre Smartphones abschalten müssen. Wie mehrere Beamte der Nachrichtenagentur AFP berichteten, hat der Taliban-Chef Hibatullah Achundsada das Smartphone-Verbot angeordnet.
Die Angaben zu den möglichen Konsequenzen eines möglichen Verstoßes unterschieden sich. Während ein Beamter aus der Provinz Ghasni von drohenden Entlassungen und rechtlichen Schritten berichtete, gab ein Beamter aus der nordöstlichen Provinz Badachschan an, dass die Strafe für einen Verstoß gegen das Verbot bis zu sechs Monate Haft betrage.
Seit einigen Tagen war in Onlinediensten ein Schreiben mit dem Emblem des Obersten Gerichtshofs Afghanistans zirkuliert. Darin hieß es, dass allen Abteilungsleitern in ihren jeweiligen Provinzen empfohlen werde, ihre Mitarbeiter, unabhängig von deren Rang, darüber zu informieren, dass die Nutzung von Smartphones ab dem 17. Juni strengstens verboten sei. Der Gerichtshof und Sprecher der Taliban-Regierung äußerten sich auf AFP-Nachfrage zunächst nicht zu dem Smartphone-Verbot.
Nach dem Abzug internationaler Gruppen sind die Taliban in Afghanistan seit 2021 wieder an der Macht. Seitdem hat sich die Menschenrechtslage, vor allem in Bezug auf Frauenrechte, drastisch verschlechtert. Die Taliban sind in weiten Teilen der Welt als Terrororganisation eingestuft.

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